ECOreporter.de-Grundkurs nachhaltige Geldanlage - Blatt neun: Lieber einmal weniger verdienen als öfter zuviel verlieren - Vorsicht ist die Mutter des Erfolgs, auch im Grünen Investment

Nachhaltige Geldanlagen sind anders, aber nicht weltfremd. Sie gehorchen den selben Gesetzmäßigkeiten wie konventionelle Investments. Je gründlicher der Anleger sich informiert, desto besser kann er unliebsame Überraschungen vermeiden.


Zwar kann von einem speziellen "grünen" Risiko bei Geldanlagen nicht die Rede sein. Und dennoch, Anleger sollten einige Vorsichtsmaßregeln beachten:


Hohes Risiko bei jungen Unternehmen


Besondere Gefahren lauern bei der Beteiligung an jungen Unternehmen. Finanzfachleute sprechen hier nicht ohne Grund von "Wagniskapital". Meist engagieren sich die Firmen in jungen Branchen und sind stark technologieorientiert. Besonders die Umweltbranche hängt zudem stark von politischen Entscheidungen ab. Eine Reihe von Firmen im Bereich der Solarthermie etwa überstand das Jahr 2003 nicht, weil die Fortsetzung der staatlichen Förderung lange auf des Messers Schneide stand. Die Umsätze in der Branche brachen drastisch ein, viele hatten nicht genügend Reserven, um die Flaute durchzustehen.


Weitere Gründe für Konkurse nachhaltiger junger Firmen: die Selbstüberschätzung der Grünen Gründer. Nicht immer steckt eben in einem glänzenden Techniker auch ein solider Kaufmann. Die Konsequenz für den Anleger ist eindeutig: Die innovativen und spannenden Beteiligungen an jungen Unternehmen sollten nur einen Teil seines Vermögens ausmachen.


Enge Märkte


Selbst wenn ein Unternehmen erfolgreich arbeitet - es kann dauern, bis der Anleger sein Geld wieder sieht. Aktien der grünen Pioniere wird man manchmal nicht leicht los. Der Grund: Viele Aktien kleiner und mittlerer Umweltunternehmen werden nur außerbörslich durch unabhängige Makler und Wertpapierhandelshäuser gehandelt. Angebot und Nachfrage betreffen oft nur kleine Stückzahlen, die Liquidität ist gering. Der Fachmann spricht von "engen Märkten" mit wenig Transparenz. Kein Problem für vorsichtige Investoren, sie verschaffen sich ein möglichst genaues Bild des Unternehmens, und versuchen in Erfahrung zu bringen, wie der Handel in der Vergangenheit verlaufen ist. Orders sollten grundsätzlich nur limitiert aufgegeben werden, also mit einem Höchstpreis, den der Anleger festsetzt.


Wenn der Hype kommt: Alarm!


Vorsicht ist jedoch auch an der Börse geboten. Lust und Frust liegen oft dicht beieinander. Die Märkte folgen Moden und Trends. Wohl dem, der Übertreibungen früh erkennt und seine Anteilscheine rechtzeitig verkauft. Auch Grüne Anleger sollten bei Geldgeschäften also einen kühlen Kopf bewahren und Investitionen sorgfältig prüfen.


Risiko: Wollsockenabzocker


Eine Schwäche mancher grüner Anleger machen sich betrügerische Vermittler zu Nutzen. Ihr Argument: "Investieren, das ist riskant, aber wenn es nicht klappt, nutzt es wenigstens der Umwelt!" Und genau das ist falsch. Nachhaltig sind nur Projekte und Unternehmen, die auch finanziell erfolgreich agieren.
Verlorenes Geld nutzt keinem - schon gar nicht der Umwelt. Korrektur: Oft nutzt es keinem außer dem Anbieter, der sich dank solcher Abzockerei vielleicht einen neuen Geländewagen gönnt.


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Hier finden Sie Blatt eins des ECOreporter.de-Grundkurses: Was geschieht mit meinem Geld?.


Bild:
Solarfabrik

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