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Nachhaltige Aktien 13.10.2003

13.10.2003: Wochenrückblick: Weniger Korruption in Deutschland - e.on-Tochter kauft Windturbinen - Neue Solarfabriken produzieren

In der vergangenen Woche tendierten die Aktienmärkte freundlich. Der DAX gewann anderthalb Prozent hinzu, der TecDAX drei Prozent. Dow Jones Industrial Average Index und Nasdaq Combined Composite aus den USA kletterten um ein bis zwei Prozent, in Japan stieg der Nikkei-225 ebenfalls um ein Prozent.

 

Die Organisation Transparency International (TI) hat ihren Korruptionsindex für das Jahr 2002 veröffentlicht. Innerhalb der 133 erfassten Länder ist Deutschland wieder auf den 16. Platz vorgerückt, nachdem es im Vorjahr auf den 20. Platz gefallen war. Dr. Hansjörg Elshorst, Vorsitzender von TI-Deutschland, sagte dazu, es gebe Verbesserungen in zwei Bereichen: Korruption im Ausland sei für international tätige Firmen inzwischen nicht mehr steuerabzugsfähig, sie sei für die Unternehmen teurer und riskanter geworden. Zum zweiten sei in Deutschland die Bestechlichkeit in den Behörden eingedämmt worden. Elshorst wies zugleich auf einen Gegentrend hin. Der Rückgang des öffentlichen Auftragsvolumens bei zunehmender Konkurrenz führe zum "Verfall guter kaufmännischer Traditionen", der Druck zum "Mitspielen" bei illegalen Praktiken wachse beständig - sowohl in Unternehmen als auch in Behörden. Gegenmittel hierzu sei mehr Transparenz. Nach Darstellung von TI haben Gesetze zur Informationsfreiheit dazu beigetragen, dass die skandinavischen Länder die saubersten der Welt seien. Diese Länder lägen auch auf den vorderen Plätzen des Index. Deutschland dagegen sei bei der Informationsfreiheit im Rahmen der EU ein "weißer Fleck", so die internationale Organisation.

 

Die Solar Factory GmbH hat nach Angaben der Konzernmutter SolarWorld AG eine Fabrik zur Produktion von Solarstrommodulen in Betrieb genommen. Die Fabrik könne jährlich Module mit einer Gesamtkapazität von 30 Megawatt ausstoßen, sie zähle damit zu den größten Europas, hieß es. Insgesamt verfüge SolarWorld nun über eine Modul-Produktionskapazität von 50 Megawatt. Vorstand Frank Asbeck verwies auf das Investitionsvolumen des Konzerns von rund 250 Millionen Euro und die 500 neu geschaffenen Arbeitsplätze. Er mahnte die Politik, die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) noch in diesem Jahr abzuschließen. "Wir brauchen den deutschen Markt und können uns nicht nur auf Exportregionen beschränken", so Asbeck. Unter entsprechenden Voraussetzungen werde man auch weiter in Deutschland investieren. Die SolarWorld-Aktie schwankt seit einigen Wochen um die 11 Euro-Marke. In der vergangenen Woche fiel sie um sechs Prozent auf 10,70 Euro zurück.

Shell Solar, eine Tochter des Ölkonzerns Royal Dutch/Shell, hat unterdessen in Gelsenkirchen ihre Produktion von Solarzellen auf eine Kapazität von 25 Megawatt erhöht. Solarzellen sind ein Vorprodukt für Solarmodule.

Nach Einschätzung der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) und des Bundesverbandes Solarindustrie (BSi) ist die deutsche Solarindustrie in ihrer Existenz bedroht. Das novellierte EEG müsse spätestens am 1. Januar 2004 in Kraft treten, anderenfalls käme es zu einem Fadenriss in der erfolgreichen High-Tech-Branche. In den vergangenen vier Jahren seien drei Milliarden Euro investiert und 10.000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Die deutsche Technologie habe internationales Spitzenniveau erreicht. Nun aber würden Banken wegen der vorherrschenden Unsicherheit bereits Kredite zurückstellen, sagten die Sprecher der beiden Industrieverbände.

 

Der US-amerikanische Solartechnik-Hersteller Evergreen Solar Inc. hat eine Neuentwicklung vorgestellt. Mit dem Modul EC-115 habe Evergreen es geschafft, die Effizienz seiner Produkte binnen zwei Jahren um mehr als 20 Prozent zu steigern, hieß es. Evergreen verteuerten sich an der Nasdaq um 21 Prozent auf 2,56 Dollar. Auch Spire Corp. gewannen elf Prozent hinzu. Spire produziert Solarsysteme, Ausrüstungen für die Herstellung von Solaranlagen sowie medizinische Geräte.

FuelCell Energy Inc. aus den USA kündigte die Errichtung eines weiteren Brennstoffzellen-Kraftwerks in Japan an. Der japanische Ölkonzern Japan Petroleum Exploration Co. Ltd. (JAPEX) will den Angaben zufolge das nahe der Stadt Nagaoka gewonnene Erdgas zur Erzeugung von Elektroenergie einsetzen. Der Vorteil dieser Technik liege nach Unternehmensdarstellung darin, dass kein Anschluss an ein Stromnetz erforderlich sei, was sich besonders bei abgelegenen Produktionsstätten auszahle. Der Hersteller der Brennstoffzellen-Stationen FuelCell kletterte an der Nasdaq um 17 Prozent auf 14,35 Dollar.

Andere nordamerikanische Unternehmen der Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie hatten ebenfalls deutliche Kurssteigerungen aufzuweisen. In den USA Plug Power Inc. plus sieben Prozent und die aus Kanada stammende Ballard Power Systems Inc. plus vier Prozent; in Kanada Hydrogenics Corp. plus 33 Prozent und Stuart Energy Systems Corp. plus 4,5 Prozent.

 

Die Bochumer Aral AG gab Pläne bekannt, im kommenden Jahr die erste öffentliche Wasserstoff-Straßentankstelle in Berlin zu errichten. Der "alternative Zukunftskraftstoff" soll an einer Tankstelle gezapft werden können, die auch die konventionellen Kraftstoffe Benzin und Diesel anbietet. Die Kosten dieses Pilotprojekts belaufen sich laut Aral auf 33 Millionen Euro, davon fünf Millionen Fördermittel der Bundesregierung.

Bei der Eröffnung der Hamburger Fachmesse für Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie nannte Umwelt-Staatssekretärin Simone Probst Wasserstoff den "idealen Energieträger der Zukunft". Die Herstellung des Wasserstoffs mit Hilfe von Strom aus erneuerbaren Energien müsse dabei besonderes Gewicht bekommen. Die Bundesregierung wolle die Markteinführung von wasserstoffbetriebenen Nullemissionsfahrzeugen unterstützen, so Probst. Noch am 18. September war von Minister Trittin anderes zu vernehmen gewesen: "Der Wasserstoff fürs Auto ist der Papagei auf dem Dach".

 

Einen Auftrag im Volumen von 10 Millionen Euro meldete die Nordex AG. E.disnatur, eine Tochter der e.dis AG, habe fünf Windturbinen bei dem Hamburger Hersteller bestellt. Dies sei Teil des Projektes "Energiemix" in Losten (Mecklenburg-Vorpommern), zu dem nach Angaben von Nordex noch Biogasanlagen und eine Solarstromanlage hinzukommen sollen. E.dis ist nach eigenen Angaben eine mehrheitliche Tochter der e.on AG. Nordex notierten einen Cent schwächer bei 0,80 Euro.

NEG Micon AS, dänischer Hersteller von Windturbinen, gab die Errichtung eines Prototyps der neuen Anlage NM110 bekannt. Die Maschine habe eine Nennleistung von 4,2 Megawatt bei 110 Metern Rotordurchmesser und sei für den späteren Einsatz auf dem Meer vorgesehen. Die Serienproduktion soll den Angaben zufolge voraussichtlich noch im Jahr 2004 beginnen können. Die Aktie gab in Kopenhagen leicht auf 83,50 Dänische Kronen nach.

Für den Konkurrenten Vestas Wind Systems AS vergaben Analysten von Lehman Brothers das Rating "underweight". Man stimme zwar mit den Prognosen des dänischen Unternehmens für Umsatz und Gewinn überein. Aufgrund dieser Zahlen sei die Aktie momentan allerdings zu hoch bewertet, meinen die Analysten. Vestas verloren fünf Prozent auf 112 Kronen.

Ifco Systems N.V., niederländischer Anbieter von Rundlauf-Logistiksystemen, gab die Platzierung einer Anleihe im Volumen von 110 Millionen Euro bekannt. Weiterhin wurde über erneute Kaufangebote und Interessensbekundungen von Ifco-Aktionären berichtet; an diesen Verhandlungen sei das Unternehmen jedoch nicht beteiligt, hieß es. Ifco legten zehn Prozent auf 2,53 Euro zu.

Das Emissionshaus EECH AG, eine Tochter der börsennotierten P&T Technology AG, begibt derzeit eine Anleihe. Die Erlöse sind für Windkraftprojekte in Frankreich bestimmt. Michael Bode, Vorstandsmitglied der EECH, sprach in einem ECOreporter.de-Interview über den französischen Windenergie-Markt und erläuterte die Kennzahlen der Anleihe.

 

Die zahlungsunfähige Adcon Telemetry AG aus Österreich soll Presseberichten zufolge vollständig von der Investmentgesellschaft Global Equity Partners (GEP) übernommen werden. Über den Kaufpreis wurde nichts mitgeteilt. GEP-Vorstand Herbert Herdlicka rechnet den Berichten zufolge bereits im kommenden Jahr mit einem positiven Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) bei der Adcon Telemetry, die als GmbH neu gegründet werden soll. Die Adcon-Papiere wurden am vergangenen Freitagabend mit nur noch 0,11 Euro bewertet.

Horizon Organic Holding Corp., US-amerikanischer Hersteller von Biomilch-Produkten, lädt seine Aktionäre zu einer außerordentlichen Hauptversammlung. Die Anteilseigner sollen über die geplante Übernahme durch die Dean Foods Co. abstimmen. Horizon wies darauf hin, dass die Nichtteilnahme an der Abstimmung als "Nein" gewertet würde. Das board of directors von Horizon Organic empfehle, für die Übernahme zu einem Preis von 24 Dollar pro Aktie zu stimmen, hieß es. Horizon notierten an der Nasdaq nahezu unverändert bei 23,93 Dollar.

Nach einer Kaufempfehlung der Analysten von JMP Securities legte die Aktie der US-amerikanischen Transmeta Corp. 31 Prozent auf 3,87 Dollar zu. Die Analysten hatten fünf Dollar als Kursziel ausgegeben. Transmeta, Hersteller besonders stromsparender Mikroprozessoren, hatte zuvor eine Kooperation mit dem japanischen Unternehmen Fujitsu bekannt gegeben.

Die in der Vorwoche stark gefallene Aktie der Energy Conversion Devices Inc. konnte nun wieder 16 Prozent auf 11,37 Dollar zulegen. Gute Gewinne verzeichneten auch Kansas City Southern Industries Inc. mit plus elf und die österreichische SW Umwelttechnik AG mit plus neun Prozent. Zehn Prozent verlor der Cuxhavener Windparkprojektierer Plambeck Neue Energien AG. Wochenverliererin ist die Nortorfer Biogas-Spezialistin farmatic biotech energy AG, die um 19 Prozent auf 0,70 Euro sank. Farmatic wird am 15. Oktober ihre ordentliche Hauptversammlung abhalten.

 

Adcon Telemetry AG (ISIN AT0000793658 / WKN 922220)

Ballard Power Systems Inc. (ISIN CA05858H1047 / WKN 890704)

Energy Conversion Devices Inc. (ISIN US2926591098 / 858643)

E.on AG (ISIN DE0007614406 / WKN 761440)

Evergreen Solar Inc. (ISIN US30033R1086 / WKN 578949)

farmatic biotech energy AG (ISIN DE0006051923 / WKN 605192)

FuelCell Energy Inc. (ISIN US35952H1068 / WKN 884382)

Horizon Organic Holding Corp. (ISIN US44043T1034 / WKN 915302)

Hydrogenics Corp. (ISIN CA4488821006 / WKN 588386)

IFCO Systems N.V. (ISIN NL0000268456 / WKN 157670)

Kansas City Southern Industries Inc. (ISIN US4851703029 / WKN 502665)

NEG Micon A.S. (ISIN DK0010253681 / WKN 897922)

Nordex AG (ISIN DE0005873574 / WKN 587357)

P&T Technology AG (ISIN DE0006852809 / WKN 685280)

Plambeck Neue Energien AG (ISIN DE0006910326 / WKN 691032)

Plug Power Inc. (ISIN US72919P1030 / WKN 928999)

SolarWorld AG (ISIN DE0005108401 / WKN 510840)

Spire Corp. (ISIN US8485651074 / WKN 870534)

Stuart Energy Systems Corp. (ISIN CA8636881077 / WKN 579775)

SW Umwelttechnik AG (ISIN AT0000808209 / WKN 910497)

Transmeta Corp. (ISIN US89376R1095 / WKN 564775)

Vestas Wind Systems A.S. (ISIN DK0010268606 / WKN 913769)

 

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.

 

Bildnachweis: Nordex-Windturbinen / Quelle: Unternehmen

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