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Nachhaltige Aktien 14.07.2003

14.7.2003: Umweltaktien-Wochenrückblick: Uneinheitliche Tendenzen - Tomra meldet Ergebniseinbruch um 50 Prozent

Die Indizes der wichtigsten Weltbörsen wiesen in der vergangenen Woche weiter nach oben. DAX und TecDAX stiegen um je drei Prozent, der US-amerikanische Nasdaq Combined Composite Index legte vier Prozent zu. Eine nur leichte Steigerung zeigten der Dow Jones Industrial Average Index und der japanische Nikkei-225. Seit der Neuordnung der deutschen Börsenindizes ist der TecDAX derjenige Technologie-Index, der sich am schwächsten entwickelt hat: Er stand letzten Freitag bei 443 Punkten, während der Technology All Share Index auf 536 Punkte geklettert ist. Sogar der Nemax-50 schlägt mit seinem Stand von 457 Punkten den Auswahlindex TecDAX.

 

Der Bonner Solarkonzern SolarWorld AG meldete erste Ergebnisse des abgelaufenen Halbjahrs. Infolge des Aufbaus der konzerninternen Wertschöpfung sei der nicht konsolidierte Gesamtumsatzes auf 68,0 Millionen Euro gestiegen, nach 63,0 Millionen im Vorjahr. Der konsolidierte Konzernumsatz ging hingegen von 46,1 Millionen auf 40,3 Millionen Euro zurück. Nach SolarWorld-Angaben wurde nur ein Teil der erhöhten Produktionsleistung konsolidiert umsatzwirksam, weil weniger Zwischenprodukte an externe Geschäftspartner verkauft wurden, sie stattdessen innerhalb des Konzerns weiterverarbeitet wurden. Die Umsatzzahlen seien um den Anteil der verkauften WindWelt AG bereinigt. Für das Handelsgeschäft meldete das Unternehmen eine Steigerung von 70 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode. Die Prognose für das Gesamtjahr, konsolidiert mindestens 15 Prozent mehr umzusetzen, wurde bestätigt. Die Börse honorierte die Zahlen mit einem Kursanstieg von sechs Prozent auf 6,70 Euro. Analysten der WGZ-Bank senkten erneut die Schätzungen für Gewinn und Dividende; so erwarten sie für das laufenden Jahr nun einen Verlust von zwei Cent je Aktie.

 

Nach Angaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sind im Juni noch einmal Anträge für Photovoltaik-Anlagen mit insgesamt rund 21 Megawatt bewilligt worden. Das Ziel, mit dem 100.000 Dächer-Programm 300 Megawatt zu fördern, werde damit in diesem Jahr erreicht. Bundesumweltminister Jürgen Trittin kündigte für die Zeit nach dem Auslaufen dieses Programms neue Förderinstrumente für den Solarstrom an. Laut Trittin soll das neu zu gestaltende Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) künftig stärker nach Größe und Aufstellort der Sonnenkraftwerke differenzieren. Die Anreize für den Bau großer Anlagen sollten verbessert werden. Zwar habe sich der Preis für den Kauf einer Anlage seit 1990 fast halbiert, dennoch sei die Photovoltaik noch weit von der Wirtschaftlichkeit entfernt. "Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir die Subventionierung der fossilen Energiewirtschaft abbauen", sagte Trittin.

 

Die Umweltkontor Renewable Energie AG hat ihre Beteiligung am Windpark Aragón in Spanien im Rahmen eines Bieterverfahrens verkauft. Weder der Käufer noch der erzielte Preis wurde genannt, über letzteren sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es bei Umweltkontor. Laut Mitteilung habe das "attraktive Höchstgebot" den Ausschlag für die Entscheidung gegeben, den Windparkanteil nicht über einen geschlossenen Fonds, sondern an den Großinvestor zu veräußern. Das Modell des Bieterverfahrens solle auch bei künftigen Projekten zum Zuge kommen. Die Umweltkontor-Aktie überstieg bei hohen Umsätzen kurzzeitig die Zwei-Euro-Marke, der Schlusskurs von 1,70 Euro bedeutet einen Wochengewinn von sechs Prozent.

 

Nach Angaben von Wolfgang Birthler, Umweltminister im Land Brandenburg, wird das Bundesland zum Jahresende über eine Produktionskapazität von 320.000 Tonnen Biodiesel verfügen. Allerdings gebe es im Land nur 55 Biodiesel-Tankstellen, merkte Birthler kritisch an. Derzeit würden in Brandenburg sechs Biodiesel-Anlagen produzieren; die größte mit einer Jahreskapazität von 100.000 Tonnen sei die in Schwarzheide.

 

Diese Anlage wird von der Nevest New Energy AG betrieben. Die nicht börsennotierte Nevest gehört zu 66,43 der Umweltkontor AG. Laut einer Mitteilung der Depot VG hat Nevest für den 12. August eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Grund sei ein Einberufungsverlangen der Mehrheitsaktionärin. Auf der Tagesordnung stünden auch Wahlen zum Aufsichtsrat. Die Depot VG ist Betreiberin einer Handelsplattform für außerbörsliche Aktien.

 

Der Hamburger Windturbinen-Hersteller Nordex AG meldete einen Auftrag aus Portugal. Der Entwickler und Betreiber Enersis habe 15 Turbinen und weitere Leistungen im Gesamtwert von 32 Millionen Euro bestellt. Diese Nachricht bescherte der Nordex-Aktie ein kleines Zwischenhoch, am Freitag lag der Kurs aber wieder bei 1,08 Euro - zwei Cent höher als in der Vorwoche.

 

Konkurrentin REpower Systems AG, ebenfalls aus Hamburg, hat laut eigener Mitteilung den zweiten Prototypen ihres neu entwickelten Anlagetyps MM82 aufgestellt. Diese Maschine sei besonders auf Schwachwind-Standorten wirtschaftlich, sie soll ab September in Serie produziert werden. REpower verbilligten sich um vier Prozent auf 19,05 Euro.

 

Der spanische Energiekonzern Iberdrola SA meldete die Inbetriebnahme eines weiteren Windparks in Galizien. Nunmehr verfüge man über Regenerativenergie-Kapazitäten von 1,831 Gigawatt und sei mit Abstand Marktführer in Spanien, hieß es. Iberdrola weitet sein Engagement auch auf anderen Gebieten aus: Zusammen mit der Europauniversität Madrid will das Unternehmen einen Masterstudiengang "Erneuerbare Energien" einführen. Der Pilot-Lehrgang soll noch in diesem Jahr starten.

 

Tomra Systems ASA aus Norwegen legte die Halbjahreszahlen vor. Die Umsätze sind auf 1.099,5 Millionen Norwegische Kronen gesunken, nach 1.307 Millionen im ersten Halbjahr des Vorjahres. Das Vorsteuerergebnis ist drastisch von 190,7 auf 95,0 Millionen Kronen eingebrochen. Pro Aktie ergibt sich ein Gewinn von 0,32 Kronen, nach 0,68 Kronen im Vorjahreszeitraum. Der Hersteller von Automaten zur Getränkebehälterrückgabe macht darauf aufmerksam, dass die Umsätze des abgeschlossenen Quartals in Nordamerika um acht und in Südamerika um 14 Prozent gestiegen wären, wenn er sie in US-Dollar ausweisen würde. Aufgrund der veränderten Wechselkurse ergab sich jedoch in beiden Regionen ein Verlust. In Europa gingen die Umsätze um 29 Prozent zurück, was Tomra unter anderem auf die weiterhin unklare Situation bei der Einführung des sogenannten Dosenpfands in Deutschland zurückführt. 20 Testinstallationen von Rücknahmeautomaten habe man in Deutschland aber bereits vorgenommen. Aus Schweden meldeten die Norweger Aufträge im Wert von insgesamt rund 120 Millionen Norwegischen Kronen, die noch im laufenden Jahr bearbeitet werden sollen. Tomra stiegen in Oslo um zwei Prozent auf 33,40 Kronen (4,01 Euro).

 

Stora Enso Oyj gab eine Gewinnwarnung heraus. Der finnisch-schwedische Holz- und Papierkonzern erwartet für das zweite Quartal 2003 eine Halbierung des Ergebnisses gegenüber dem Vorquartal. Stora Enso führt neben der schlechten konjunkturellen Lage die Abwertung des US-Dollars zur Begründung an. Aufgrund eines verbesserten Finanzergebnisses könnte der Gewinn pro Aktie aber nur etwa ein Drittel unter dem des ersten Quartals liegen. Die Aktie legte in Frankfurt um fünf Prozent auf 10,40 Euro zu.

 

Linde Gas, eine Tochter der Linde AG, hat die Vandenborre Technologies N.V. zum bevorzugten Lieferanten für Elektrolysegeräte zur Wasserstoffgewinnung bestimmt. Vandenborre ist eine Tochtergesellschaft der kanadischen Stuart Energy Co. Linde habe die Technik zwei Jahre lang getestet und werde sie nun weltweit vermarkten, hieß es. Stuart Energy verloren in Toronto sechs Prozent auf 3,40 Kanadische Dollar (2,19 Euro).

 

Andere Hersteller von Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technik konnten zum Teil deutlich zulegen. So gewann Plug Power Inc. zehn Prozent hinzu, Millenium Cell Inc. stiegen sogar um 20 Prozent. Beide Unternehmen haben ihren Sitz in den USA.

 

Die Hauptversammlung der Nordag AG hat die Umfirmierung in AGOR AG und eine Änderung des Unternehmensgegenstandes beschlossen. Die Gesellschaft solle zu einer Finanzholding umgebaut werden, die sich auf das Salzschlacke-Geschäft konzentriere und die übrigen Geschäftsfelder abstoßen werde. Vor weniger als einem Jahr hatte Nordag die B.U.S Berzelius Umwelt-Service AG übernommen und auf das eigene Unternehmen verschmolzen. Mit Ausnahme der Salzschlacke werden nun offenbar die damals eingekauften Verwertungsaktivitäten abgewickelt.

 

Einige Umweltaktien zeigten in der vergangenen Woche starke Kurszuwächse. Die beiden US-Unternehmen Green Mountain Coffee Roasters Inc. und Spire Corp. kletterten um je elf Prozent. Um 23 Prozent bei ungewöhnlich starken Umsätzen stieg die Aktie der Freiburger Solar-Fabrik AG. Auch Einbrüche sind zu berichten: Plambeck Neue Energien AG, Windwelt AG und Adcon Telemetry AG verloren jeweils mehr als zwölf Prozent.

 

 

Adcon Telemetry AG (ISIN AT0000793658 / WKN 922220)

Green Mountain Coffee Roasters Inc. (ISIN US3931221069 / WKN 887856)

Iberdrola SA (ISIN ES0144580018 / WKN 851357)

Linde AG (ISIN DE0006483001 / WKN 648300)

Millenium Cell Inc. (ISIN US60038B1052 / WKN 940511)

Nordag AG (ISIN DE0005546006 / WKN 554600)

Nordex AG (ISIN DE0005873574 / WKN 587357)

Plambeck Neue Energien AG (ISIN DE0006910326 / WKN 691032)

Plug Power Inc. (ISIN US72919P1030 / WKN 928999)

REpower Systems AG (ISIN DE0006177033 / WKN 617703)

Solar-Fabrik AG (ISIN DE0006614712 / WKN 661471)

SolarWorld AG (ISIN DE0005108401 / WKN 510840)

Spire Corp. (ISIN US8485651074 / WKN 870534)

Stora Enso Oyj (ISIN FI0009005961 / WKN 871004)

Stuart Energy Systems Corp. (ISIN CA8636881077 / WKN 579775)

Tomra Systems ASA (ISIN NO0005668905 / WKN 872535)

Umweltkontor Renewable Energy AG (ISIN DE0007608101 / WKN 760810)

WindWelt AG (ISIN DE0006352537 / WKN 635253)

 

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher

Unterstützung der UmweltBank.

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