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Nachhaltige Aktien 02.01.2007

2.1.2007: Jahresrückblick 2006: Börsenindices legen deutlich zu - Schwerpunkt Windaktien

Weltweit ging es 2006 an den großen Börsen aufwärts. Der Dow-Jones-Index verbesserte sich bis zum letzten Handelstag des Jahres am 29. Dezember um 15,8 Prozent und kletterte sogar über die Marke von 12.500 Punkten. Weniger steil aufwärts ging es für den Nasdaq 100, der sich im vergangenen Jahr um 5,5 Prozent verbesserte. Damit wurde er vom japanischen Nikkei übertroffen, der ein Plus von 6,4 Prozent schaffte. Doch vor allem in Deutschland war 2006 ein gutes Börsenjahr. Der DAX legte im Gesamtjahr rund 22 Prozent zu, konnte erstmals seit Februar 2001 die Hürde von 6500 Punkten dauerhaft übertreffen. Am letzten Börsentag standen knapp 6.660 Punkte zu Buche. Das Jahrestief des DAX hatte mit 5.243,71 Punkten während des Einbruchs im Frühsommer zwar unter dem Niveau von Ende 2005 gelegen, doch seit dem Juli ging es fast stetig bergauf. Das Jahreshoch wurde im Dezember mit 6.629,33 Punkten erreicht. Noch besser als der DAX schnitt der MDax ab, der am letzten Handelstag des Jahres mit über 9400 Punkten ein neues Rekordhoch erreichte und mit einem Jahreszuwachs von 27 Prozent den DAX übertraf.Ebenfalls übertrumpft wurde dieser vom TecDax, in dem Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien eine wichtige Rolle spielen. Dieser Index legte rund 25 Prozent zu auf zuletzt 748 Punkte.

 

Ein Barrel Rohöl aus der Nordsee ("Brent Crude Oil") kostete zum Jahresende 60,10 US-Dollar. Damit erhöhte sich der Ölpreis im Vergleich zum Jahresbeginn lediglich um rund 5 Prozent. Dabei waren die Monate April bis August durch einen starken Anstieg des Ölpreises gekennzeichnet. In diesen Monaten war er um einen Preis von 75 Dollar pro Barrel gependelt. Die zwischenzeitliche massive Verteuerung verlieh nicht zuletzt den Sektoren der Erneuerbaren Energien und der Umwelttechnologien weiteren Aufwind. Der Euro kostete am letzten Börsentag des Jahres 2006 1,32 US-Dollar und verteuerte sich damit seit dem 1.1. 2006 um knapp 11 Prozent. Über fünf Jahre hat er sogar fast 50 Prozent zugelegt.

 

 

ECOreporter.de wird in dieser Woche in mehreren Jahresrückblicken ausführlich auf die Entwicklungen von nachhaltigen Aktienunternehmen in 2006 eingehen, insbesondere aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien. Am Anfang steht die Windkraftbranche:

 

Die Windanlagenhersteller profitierten im vergangenen Jahr vom anhaltenden Windkraftboom in den Vereinigten Staaten und in Asien, dort vor allem in China. Auch in Europa schritt der Ausbau der Windkraftnutzung weiter voran. 2006 wurden nach ersten Schätzungen des Bundesverbands WindEnergie (BWE) weltweit Windenergieanlagen mit einer Leistung von rund 15.000 Megawatt (MW) neu aufgebaut - ein neuer Rekord. Insgesamt betrug die weltweit installierte Kapazität Ende 2006 rund 75.000 MW. Die Anlagen können laut dem BWE etwa 180 Milliarden Kilowattstunden (kWh) produzieren, was mehr als ein Prozent des globalen Strombedarfs decke. Spitzenreiter waren wie schon im Vorjahr die Vereinigten Staaten mit einem geschätzten Zubau von 2.700 MW.Dafür, dass diese stürmische Entwicklung in den USA weiter anhält, wurden bereits die Weichen gestellt: Der US-Kongress hat im Herbst 2006 die bundesstaatliche Förderung von Grünstrom-Projekten, den so genannten Production Tax Credit (PTC), vorzeitig bis Ende 2008 verlängert und damit den Akteuren Planungssicherheit gegeben. Bis 2020 könnte laut Prognosen des BWE die weltweiten Windkraftkapazität weltweit auf 1.250.000 MW steigen und mit rund 3.000 Milliarden kWh rund zwölf Prozent des zu erwartenden Strombedarfs decken. Damit würde Windenergie mehr zum globalen Strombedarf beitragen als die Wasserkraft oder die Kernenergie.

 

Der Weltmarkt für Windenergieanlagen steigerte sein Volumen von 10,6 Milliarden Euro im Vorjahr auf 15 Milliarden Euro in 2006. Der Anteil der deutschen Windenergieanlagen-Hersteller und Zulieferer an allen weltweit im Jahr 2005 produzierten Anlagen und Komponenten lag mit vier Milliarden Euro bei rund 38 Prozent, die Exportrate betrug 71 Prozent. Von den Windaktien hat zum Beispiel der deutsche Windkraftanlagensteller REpower AG von der weltweiten Entwicklung profitiert. Dessen Aktie war Anfang 2006 noch für wenig mehr als 30 Euro zu haben, legte dann bis zum letzten Börsentag des vergangenen Jahres um 150 Prozent zu. Analysten der Deutschen Bank haben die Aktie kürzlich weiter zum Kauf empfohlen, mit einem Kursziel von 87 Euro. Das Hamburger Unternehmen besitze im Offshore-Markt mit seinen nun in vier Testfeldern installierten 5MW-Turbinen einen starken Wettbewerbsvorteil. Im November hatte REpower für die ersten neun Monaten des Geschäftsjahres einen Umsatzanstieg um rund 50 Prozent gemeldet. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) sei von negativen 12,5 Millionen Euro ins Plus auf 3,4 Millionen Euro gerückt. Das Nettoergebnis verbesserte sich von minus 8,3 Millionen auf plus eine Million Euro. Für das Gesamtjahr stellten die Hamburger einen Umsatz von 450 Millionen Euro und ein EBIT von elf bis 13,5 Millionen Euro in Aussicht. Im Geschäftsjahr 2007 soll das Umsatzvolumen auf 650 Millionen Euro klettern.

 

Unter den Herstellern von Windkraftanlagen fiel 2006 der Anstieg des Aktienkurses bei der Nordex AG mit 176 Prozent am stärksten aus. Ausdruck einer vielversprechenden operativen Entwicklung waren die hervorragenden Zahlen für die ersten neun Monaten des Geschäftsjahres. Hier stieg der Umsatz insbesondere aufgrund des starken Auslandsgeschäftes im Vergleich zum Vorjahr um 113 Prozent auf 373 Millionen Euro. Das EBIT wurde um 24,4 Millionen Euro auf nun positive 12,1 Millionen Euro verbessert. Nach Steuern betrug die Ergebnisverbesserung 21 Millionen Euro auf positive 6,4 Millionen Euro. 2007 will die Nordex AG ihren Umsatz um 50 Prozent auf über 750 Millionen Euro steigern.Der Windturbinenbauer hatte sich bereits im laufenden Geschäftsjahr neue Aufträge im Umfang von rund 700 Millionen Euro gesichert. Seine Stärken liegen vor allem im europäischen und im Asiengeschäft, worauf im vergangenen Jahr etwa drei Viertel seiner Umsatzerlöse entfielen. 2008 will Nordex die Umsatzschwelle von einer Milliarde Euro erreichen. Die Deutsche Börse honorierte die positive Entwicklung im Juni 2006 mit der Aufnahme der Nordex AG in den TecDAX, der die 30 wichtigsten Technologiewerte zusammengefasst. Damit sind nun sechs Neue-Energie-Unternehmen im TecDAX vertreten, die anderen fünf sind jedoch mit Ausnahme der Conergy AG ausschließlich in der Solarbranche tätig.

 

Der Weltmarktführer unter Windturbinenherstellern, die dänische Vestas Wind Systems A/S, hat in 2006 ebenfalls seine Aktionäre erfreut. Auch ihr Anteilsschein legte dreistellig zu. Obwohl im 3. Quartal Engpässe bei Komponentenlieferanten für einen Umsatzrückgang sorgten, konnte sie das EBIT 2006 auf rund 40 Millionen Euro verdoppeln und den Reingewinn von 16 auf 18 Millionen Euro verbessern. Vestas erwartet für das Gesamtjahr 2006 einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro, was einem Weltmarktanteil von rund 35 Prozent entsprechen würde. Bei dem Unternehmen sind in den letzten Monaten etliche Großaufträge vor allem aus den USA eingegangen. Nach China soll der dänische Windanlagenbauer zum Beispiel mehr als 100 Windräder mit einer Gesamtleistung von 145 MW an die staatlichen Energieversorgungs- und Projektentwicklungsunternehmen Longyuan Pingtan Wind Power Co., Ltd. und Huaneng Shantou Wind Power Co. Ltd. liefern. Für 2007 stellte Vestas einen weiteren Umsatzanstieg um mehr als 20 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro in Aussicht.

 

Der an der Londoner AIM (Alternative Investment Market) gelistete Windturbinenbauer Clipper Windpower Plc hängt nahezu vollständig von der Marktentwicklung in Nordamerika ab. Das Unternehmen mit Hauptsitz im kalifornischen Carpinteria profitierte 2006 stark von dem Windkraftboom in den USA. Im vergangenen Jahr gingen Bestellungen für seine Liberty-Windturbinen für eine Gesamtleistung von 875 MW (Megawatt) ein, bis 2011 beläuft sich laut seinen Angaben das bestellte Kontingent auf 5.065 MW. 2006 zählte etwa der Ölkonzern BP zu den Kunden von Clipper, er gab 900 Turbinen mit einer Gesamtleistung von rund 2.200 Megawatt in Auftrag. Die sehr guten Absatzchancen für das US-Unternehmen schlugen sich auf die Aktie mit einem Zuwachs von über 100 Prozent nieder. 2007 wird Clipper Windpower wohl mit einem mehrstelligen Millionenbetrag erstmals schwarze Zahlen schreiben.

 

Mit dem Erlös aus der im Dezember durchgeführten Ausgabe neuer Aktien will Plambeck vor allem seine Schuldenlast stark verringern und einen Jahresüberschuss erreichen. Das Unternehmen plant, 2007 seine dänische Tochter SSP Technology A/S an die Börse bringen.

 

Weniger erfolgreich verlief das Jahr 2006 für den Windprojektierer Energiekontor AG. Das Unternehmen mit Sitz in Bremen hatte im März das Geschäftsjahr 2005 noch mit plus 71.600 Euro knapp positiv abgeschlossen. Die Aktie verteuerte sich zwischen Februar und Mai rasant von rund zwei auf sieben Euro. Es folgte ein drastischer Einbruch, der zu einer negativen Jahresperformance führte. Nach der Baisse an den Weltbörsen im Sommer wirkte es sich belastend auf die Aktie der Energiekontor AG aus, dass die Gesellschaft Anfang September schwache Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2006 vorlegen musste. Als Gründe wurden lange Lieferfristen und stark gestiegene Preise für Windkraftanlagen angegeben. Insgesamt erzielte der Windkraftprojektierer weniger als ein Drittel des Umsatzes aus dem Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verschlechterte sich von minus 0,96 Millionen Euro auf minus 2,95 Millionen Euro. Das Konzernergebnis belief sich nach minus 0,67 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf minus 1,93 Millionen Euro.

 

 

Wind-Aktien: Kursentwicklung im vergangenen Jahr, sortiert nach Performance:

Firma: Veränderung gegenüber der Vorwoche / Schlusskurs am 29.12.2006 / Jahreseröffnungskurs am 2.1.2006 (Kurse der Börsenplätze Frankfurt und Berlin-Bremen; alle in Euro - Ausnahme: Clipper Windpower, London, Britische Pfund)

 

Nordex AG : plus 176,31 % / 13,76 / 4,98

REpower Systems AG : plus 150,80 % / 78,88 / 31,20

Vestas Wind Systems A/S : plus 132,36 % / 32,62 / 14,09

Clipper Windpower Plc. : plus 111,96 % / 593,50 / 280

Plambeck Neue Energien AG : plus 102,78 % / 2,19 / 1,08

Gamesa Corp. Tecnologica S.A. : plus 73,20 % / 21,20 / 12,24

Energiekontor AG : minus -1,90 % / 2,06 / 2,10

American Superconductor Corp. : minus -15,22 % / 7,57 / 6,57

AAER Inc. : % / n.a. / n.a. / n.a.

ABO Wind AG : nur außerbörslicher Handel

Genesys Wind AG : plus 2,4 % / 12,50 / Erstnotiz 12/06

NaiKun Wind Energy Group Inc. : % / n.a. / n.a.

 

 

Bilder: Aufbau einer Windkraftanlage des dänischen Windanlagenbauers Vestas Wind Systems A/S / Quelle: Unternehmen; Bohrinsel von Shell: von den Erhöhungen des Ölpreises profitiert auch der Windenergiesektor / Quelle: Unternehmen; Produktion bei Nordex / Quelle: Unternehmen; Windräder von Gamesa / Quelle: Unternehmen; Turmsegment einer Windkraftanlage der Energiekontor AG / Quelle: Unternehmen

 

 

Dieser Jahresrückblick Windaktien 2006 erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.

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