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Erneuerbare Energie 21.04.2008

21.4.2008: Erneuerbare Energien: Wird Südosteuropa eine neue Boomregion für alternative Energien?

Mit dem EU-Beitritt der neuen Mitgliedsstaaten aus Südosteuropa gelten auch für diese die Vorgabe, bis 2020 20 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energiequellen bereitzustellen und den CO2-Ausstoß um 20 Prozent zu reduzieren. Damit wächst in der Region auch die Bedeutung regenerativer Energien und effizienterer Technologien. Darauf weist der EuPD Europressedienst aus Bonn in eine Bericht über den “4th International Congress for South Eastern Europe. Energy Efficiency & Renewable Energy Sources“ hin. Dieser fand vor kurzem in der bulgarischen Hauptstadt Sofia unter der Schirmherrschaft des Kooperationsrates Südosteuropa (South-East European Cooperation Process, SEECP) statt. Dem Bericht zufolge ist Bulgarien in Sachen Energieeffizienz derzeit noch Schlusslicht in Europa, mit dem mit Abstand höchsten Energieverbrauch pro BIP-Einheit. Doch spätestens seit der Einführung eines Einspeisetarifs für Strom aus regenerativen Energiequellen im Januar 2007 interessierten sich nationale und internationale Investoren zunehmend für den bulgarischen Markt. Allerdings entwickele sich der Markt trotz des finanziellen Anreizes für Solar- und Windenergie bisher eher verhalten.

 

Laut dem Bericht des EuPD wiesen Redner auf der Konferenz darauf hin, dass in Hinblick auf die Nutzung erneuerbarer Energien und die Energieeffizienz in Südosteuropa Verbesserungsmaßnahmen notwendig seien. So wies Baha Kuban, Projektleiter für Energiepolitik der türkischen Ecofys, in seinem Vortrag explizit auf das Potenzial der Region hin: “Südosteuropa ist ein großer Exportmarkt, denn es ist die einzige Region mit mehr als 100 Millionen Einwohnern, in der es keinen einzigen Photovoltaikhersteller gibt.” Zusätzlich gaben Firmen, die seit vielen Jahren im Bereich erneuerbare Energien tätig sind, Einblicke in ihre Firmenpraxis. Unter anderem stellte Centrotherm schlüsselfertige Lösungen für Photovoltaikfabriken vor.

 

„Wir sind wir als Windkraftprojektierer hier in Sofia vertreten um uns neue Absatzmärkte in Südosteuropa zu erschließen“, zitiert der EuPD Ole Stein, Projektmanager bei dänischen Unternehmen Global Wind Power. „Denn Bulgarien bietet sowohl günstige Windbedingungen als auch einen interessanten Einspeisetarif“, so Stein weiter. Die Einspeisevergütung für Windenergie setzt sich in Bulgarien aus einem Basisbetrag und einer Prämie zusammen. Der Basisbetrag beträgt 80 % des durchschnittlichen Strompreises für Endnutzer im Vorjahr und liegt derzeit bei 28.01 Euro pro Megawattstunde. Die Prämie hängt von der Kapazität der Windanlage und der Zahl der Betriebsstunden ab.

 

Mit Blick auf die erfolgreiche Windenergiepolitik in Spanien, Deutschland und den USA machte Randy Michael Mott, Direktor der polnischen Environmental Solutions, laut dem Bericht deutlich, dass finanzielle Anreize und niedrige bürokratische Hindernisse auch in Südosteuropa Voraussetzungen für einen erfolgreichen Wechsel hin zu den erneuerbaren Energien seien. Einen solchen finanziellen Anreiz bietet zum Beispiel die European Bank for Reconstruction and Development (EBRD) an, die in der Region mehrere Förderprogramme aufgelegt hat. So stehen im Rahmen der Sustainable Energy Initiative finanzielle Mittel für Bulgarien und Rumänien zur Verfügung. Bulgarische Unternehmen, die Projekte zur Verbesserung der Energieeffizienz durchführen, können auf Kredite der EBRD in Höhe von 2,5 Millionen Euro zugreifen.

 

Bildhinweis: Südosteuropa hat lange Küstenlinien und weite Ebenen für Windkraftprojekte zu bieten. / Quelle: Vestas

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