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Direktbeteiligungen 24.01.2003

24.1.2002: Sechs bis acht Prozent Rendite mit einer Bürgersolaranlage

Innerhalb eines Jahres will die solarcomplex GmbH, Singen, in der Region Hegau am Bodensee Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von insgesamt einem Megawatt errichten.Eine entsprechende Zahl einzelner Anlagenblöcke, die jeweils rund sechs Kilowatt peak (kWp) erbringen, soll auf geeigneten Dachflächen in der Region angebracht werden. Insgesamt sollen binnen eines Jahres 10.000 Quadratmeter Solarzellen-Module installiert werden. Unter anderen unterstützen der Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland, die Deutsche Umwelthilfe, die Bodensee Stiftung und der Naturschutzbund Deutschland die Initiative.

 

Die solarcomplex GmbH ist vor zweieinhalb Jahren aus den "Singener Werkstätten" hervorgegangen. Das war eine Denkwerkstatt zu zeitgenössischen Fragestellungen, zu der sich Menschen der Region trafen, die vor allem in den Bereichen Architektur und Kunst tätig sind. "In der Werkstatt wurde der Wunsch deutlich, dass man nicht nur reden wolle, sondern auch etwas tun. Um das zu konkretisieren, haben dann 15 Gründungsgesellschafter die solarcomplex GmbH ins Leben gerufen", berichtet Bene Müller, einer der beiden Geschäftsführer des Unternehmens. Nach mehreren Kapitalerhöhungen sei die Gesellschafterzahl auf achtzig angewachsen. Vertreten seien kleine und mittlere Unternehmen - Heizungsbauer, Handwerker, Fachplaner der Erneuerbaren Energien, Ärzte, Lehrer, Steuerberater, Rechtsanwälte.

 

Die solarcomplex GmbH versteht sich als Bürgerunternehmen mit Netzwerkstruktur. Die eigentliche Gesellschaft hat nur drei Mitarbeiter. Aufgaben wie zum Beispiel Anträge und Vorlagen zu Projekten an den Gemeinderat würden von den Mitgesellschaftern übernommen, die jeweils vom Fach seien, berichtet Müller.

 

Auch für das 10.000-Quadratmeter Solarzellen-Projekt will sich solarcomplex Kompetenz vornehmlich aus der Region holen: Module und Wechselrichter soll die Sunways AG aus Konstanz liefern, Aufträge zur Installation werden an Elektrobetriebe, Zimmereien und Blechnereien der Bodenseeregion vergeben.

 

Die solarcomplex GmbH schließt Nutzungsverträge für geeignete Dachflächen ab, projektiert, baut und überwacht die Anlagen. Außerdem wirbt sie Bürger, die sich an der Einkaufsgemeinschaft beteiligen: Die Investoren sollen für die Errichtung der 6 kWp-Blöcke ein Darlehen aus dem 100.000-Dächer Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau im Umfang der gesamten Investitionssumme von 31.000 Euro in Anspruch nehmen. Während der achtjährigen Tilgungsphase, so hat solarcomplex errechnet, müsse von den Kreditnehmern eine "Unterdeckung" in Höhe von rund 120 Euro monatlich ausgeglichen werden. Den Kosten stehen durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz garantierte Einnahmen von 0,456 Euro pro eingespeister Kilowattstunde (bei Inbetriebnahme bis 31.12.2003) gegenüber. Wenn man die Gesamteinnahmen aus den Stromerträgen den Ausgaben, den Einzahlungen zur Kredittilgung mithin, gegenüberstelle, komme man auf eine Rendite von sechs bis acht Prozent pro Jahr, hat solarcomplex errechnet. Das Modell gelte bei einer Inbetriebnahme der Anlage bis 30. Juni 2003.

 

Der pessimistischen Schätzung von sechs Prozent Rendite liegt eine durchschnittliche Jahreseinnahme (2003 bis 2023) von 2365 Euro aus Stromerträgen zugrunde, die optimistische Prognose (acht Prozent Rendite) setzt einen durchschnittlichen Stromertrag von 2490 Euro pro Jahr je 6 kWp-Kraftwerksblock voraus.

 

In der Region Hegau werden nun geeignete Standorte für das Programm gesucht: mindestens jeweils 150 Quadratmeter unverbauter Dachfläche, die "nahezu exakt" nach Süden ausgerichtet sind und nicht beschattet werden, sind Voraussetzung für eine Anmietung. Die Module, so solarcomplex, würden einen anfänglichen Jahresertrag von 900 bis 950 kWp pro installiertem Kilowatt peak erzielen.

 

Auch eventuellen Risiken habe man Rechnung getragen, berichtet das Unternehmen. solarcomplex biete den Käufern der Solaranlagen ein Service-Paket an, das Haftpflicht- und Elementarversicherung sowie die Fernüberwachung einschließe. Es kostet pauschal 180 Euro jährlich. Die Kosten seien in den Wirtschaftlichkeitsberechnungen bereits berücksichtigt, so solarcomplex. Für Reparatur und Wartung der Anlage sind ab 2013 außerdem jeweils Kosten in Höhe von 465 Euro pro Jahr vorgesehen.

 

Bild: Eines der Bürgersolar-Dächer von solarcomplex auf dem Friedrich-Wöhler-Gymnasium, Singen (Quelle: Unternehmen)

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