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Nachhaltige Aktien 24.09.2005

24.9.2005: Interview mit Theo H?ni, dessen Firma GHP u.a. an Rapunzel, Superbiomarkt und Supernatural beteiligt ist

Theo H?ni sammelt seit 1968 Berufserfahrungen in allen Bereichen des Investment-Bankings. 1980 erwarb er das Diplom eines eidgen?ssisch diplomierten Bankfachmanns. Anschlie?end war er 5 Jahre Vertreter der Credit Suisse in den Vereinigten Arabischen Emiraten, war dann als Vizedirektor von Credit Suisse in Luxemburg t?tig. 1988 machte er sich selbst?ndig und gr?ndete die GHP Financial Services AG.

 

"Ein globales Netzwerk für Erfolg vor Ort", hei?t es auf der Homepage von GHP. Der Trend zu Globalisierung, Spezialisierung und Digitalisierung an den weltweiten Finanzm?rkten er?ffne neue Anlagem?glichkeiten, aber auch Risiken. GHP stelle sich den Herausforderungen. Im Bio-Bereich werden inzwischen 50.000 ha Anbaufl?che weltweit kontrolliert, die GHP ist am Zwischenhandel z.B. bei Rapunzel beteiligt und h?lt Minderheitsbeteiligungen an drei deutschen Bio-Einzelhandelsketten (basic, Superbiomarkt und Supernatural).

 

ECOreporter.de ver?ffentlicht hier mit freundlicher Genehmigung der Fachzeitung BIOwelt ein Interview der BIOwelt-Chefredakteurin Monika P?tz mit Theo H?ni.

 

Herr H?ni, in der Bio-Branche ist Ihr Name eher unbekannt. Presseberichten zu Folge haben Sie jedoch bereits seit ?ber zehn Jahren ?ber 40 Mio. Euro in Bio-Landwirtschaft, Verarbeitungsbetriebe bis hin zu Beteiligungen bei Bio-Superm?rkten investiert. Wann und wie ist Ihre Idee dazu entstanden?

Theo H?ni:Ich habe l?ngere Zeit in der arabischen Welt gelebt und war dort für eine Schweizer Bank t?tig. In dieser Zeit konnte ich wahrnehmen und realisieren, wie wertvoll gesunder Grund und Boden mit gen?gend Wasser für die gesamte Menschheit ist und erst noch werden wird. Mit diesem Wissen und der Motivation konnten wir dann einige Investoren davon ?berzeugen, mittelfristig in Landwirtschaft zu investieren. Die extensive Landwirtschaft, wie z.B. in Argentinien, Uruguay und teilweise auch in Chile betrieben, hat nicht nur mich, sondern auch meine Investoren ?berzeugt. Als dann in Europa der eiserne Vorhang fiel, er?ffnete sich für uns eine neue Welt, die im Agrarbereich sehr viel zu bieten hat. Durch die Verbindung und intensive Gespr?che mit Josef Wilhelm von Rapunzel wurden wir weiter ermutigt, klassisches Kapital weltweit in die ?kologische Landwirtschaft zu investieren; also unseren Beitrag zur Erdung des Geldes und der renditeorientierten R?ckf?hrung in volkswirtschaftliche Kreise zu leisten. Aufgrund der langj?hrigen Erfahrung aus den klassischen Finanzm?rkten bin ich ?berzeugt, dass nur nachhaltiges Wirtschaften langfristig Bestand hat und somit Familienverm?gen für die folgenden Generationen erhalten werden kann. Zudem werden die Finanzm?rkte immer intransparenter mit Hedge- und anderen Fonds, da m?chten wir einen anderen Weg gehen und unseren Investoren etwas anbieten, was sie nachvollziehen und verstehen k?nnen.

 

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang? Stammen Sie aus einer Banker-Familie?

Theo H?ni:Ich stamme aus einer gutb?rgerlichen Familie, in der einerseits Landwirtschaft m?tterlicherseits und der Rat v?terlicherseits, meine berufliche Laufbahn im Bankgewerbe zu beginnen, eine entscheidende Rolle gespielt haben. Mehr finden Sie unter www.ghp.ch.

 

Es hei?t, Ihr Bankenkonsortium unter der Dachgesellschaft GHP Financial Services AG hat mehrere Tochtergesellschaften. ?ber wie viele Niederlassungen in welchen L?ndern verf?gen Sie?

Theo H?ni:Da gibt es weder ein Bankenkonsortium noch mehrere Tochtergesellschaften. GHP Financial Services ist eine kleine Verm?gensverwaltungsgesellschaft mit Sitz in Luzern und einer Filiale in Z?rich. Wir haben ein gut funktionierendes weltweit ausgebautes Netzwerk von zuverl?ssigen Gesch?ftspartnern, wie es in unserer Branche ?blich ist. Hinter mir steht ein engagiertes Team und wir d?rfen auf die Unterst?tzung einer erlesenen Kundschaft z?hlen.

 

Finanzieren Sie ausschlie?lich den ?ko-Markt oder wie viel Prozent macht er am Gesamtinvestitionsvolumen aus?

Theo H?ni:Fast ausnahmslos investieren wir für unsere Kunden im nachhaltigen Bereich. Im landwirtschaftlichen Bereich, der unter ASI Global SA zusammengefasst ist, nimmt der Bio-Anteil laufend zu und liegt heute bei etwa 45 % unseres Investitionsvolumens.

 

Wie interessiert man Investoren für das Bio-Engagement?

Theo H?ni:Bio steht weltweit erst am Anfang einer lang andauernden Entwicklung. Uns werden die Grenzen des wirtschaftlichen Wachstums jeden Tag neu vor Augen gef?hrt, nachhaltiges Wirtschaften ist der einzige Ausweg und da kommt man an der Bio-Landwirtschaft nicht vorbei. Zudem ist die Branche unterkapitalisiert, hat viele vision?re K?pfe mit einem Talent für Marktnischen. Da gibt es sehr gute M?glichkeiten gewinnbringend zu investieren und auch die Gelegenheit, als Investor die Zukunft des Unernehmens mitgestalten zu k?nnen. Das ist ein aus der Aufgabenstellung heraus sehr in die Zukunft gerichtetes Arbeiten und motiviert auf besondere Art und Weise nicht nur mich sondern auch unsere Investoren.

 

Sie kontrollieren 50.000 ha Anbaufl?che weltweit, sind am Zwischenhandel und an Bio-Superm?rkten beteiligt. In f?nf Jahren k?nnen Sie sich auch Fusionen in der Branche vorstellen. Wie wird sich der Markt entwickeln?

Theo H?ni:Es wird nicht anders kommen als im konventionellen Handel. Nur die Branche ist noch nicht reif. In der Bio-Branche werden in den n?chsten Jahren gr??ere Ver?nderungen zu beobachten sein. Dieser Markt ist in einer permanenten Evolution. Der Bio-Anteil am gesamten LEH wird sich in den n?chsten f?nf Jahren auf ca. 8 % zu bewegen und innerhalb von 10 Jahren sicherlich 15 % ?berschreiten. Diese Wachstumszahlen werden sicherlich auch unabh?ngig von der Politik aus der eigenen Kraft der Bio-Branche resultieren. Die Bio-Branche ist einer der wenigen Bereiche im Lebensmittelhandel wo wir viele Neugr?ndungen von L?den haben und real Arbeitspl?tze geschaffen werden.

 

Das fehlende finanzielle Fundament ist ein Problem der Bio-Branche. Die ?ffentlichen Zusch?sse werden sukzessive zur?ckgefahren. Auf der anderen Seite fehlt es vor allem kleineren Unternehmen an Management und Marketing. Welche Hilfestellung bieten Sie?

Theo H?ni:Unsere westliche Gesellschaft wird sich ?ber kurz oder lang die hohen ?ffentlichen Zusch?sse nicht mehr leisten k?nnen. Andererseits wird mit der steigenden Bev?lkerung, den klimatischen Ver?nderungen und auch der Umweltzerst?rung die Bedeutung der Landwirtschaft wieder stark zunehmen und wir werden bereit sein m?ssen, wieder mehr für unsere Lebensmittel auszugeben. Ich nehme an, dass der Nahrungsmittelanteil von heute etwa 12 % wieder gegen 30 % tendieren wird, was immer noch tief ist gegen?ber der Zeit vor 50 - 60 Jahren. Wenn sich Landwirte, Hersteller, H?ndler und Verbraucher mehr als eigenverantwortliche und eigenst?ndige Marktpartner verstehen, wird sich das Problem der sich verringernden Zusch?sse besser l?sen lassen. Wir sind immer interessiert, mit anderen Unternehmen zu kooperieren und Synergien zu suchen.

 

War es zuf?llig, oder doch von Ihnen gesteuert, aus dem "Schattendasein" in die ?ffentlichkeit zu treten, um der Bio-Branche mehr Geh?r zu verschaffen?

Theo H?ni:Sowohl als auch. Der Artikel in einer Sonntagszeitung, der von dritter Seite beeinflusst war und sehr kontrovers geschrieben war, hat mich in diesem "Schattendasein" geweckt und ich bin froh, dass ich nun verschiedentlich Gelegenheit hatte, meine Sicht der Dinge darzustellen. Es kommt allerdings dazu, dass wir in der GHP, zusammen mit unseren Partner in der ASI, seit vielen Jahren an diesem komplexen Projekt arbeiten; die meisten der Projekte stehen in der Endphase und fangen nun an Rendite abzuwerfen - der Zeitpunkt, wo wir glauben in die ?ffentlichkeit gehen zu k?nnen.

 

Was sind Ihre Visionen für die Bio-Branche?

Theo H?ni:Die Grenzen des Wachstums kommen immer deutlicher zu Tage. Viele realisieren nicht, dass wir uns in einem Teufelskreis befinden. Wir m?ssen bereit sein, aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Nicht Wachstum um jeden Preis, sondern organisches, nachhaltiges Wachstum verbunden mit einer vermutlich neuen Definition von Lebensqualit?t sind die L?sung. Ein auf die Zukunft ausgerichtetes Finanzmanagement ist ein wichtiges Tool um die Visionen für eine global zukunftsf?hige Agrarkultur zu realisieren.

Die zunehmend schlechter werdende wirtschaftliche Situation in den hochentwickelten Industriel?ndern, aber auch gef?hrdete Sozialsysteme werden dazu f?hren, dass Familien wieder enger zusammen wachsen m?ssen. Ein franz?sischer Schriftsteller hat gesagt: "Das Schicksal des Staates h?ngt vom Zustand der Familien ab." Wenn wir wieder mehr als Familie denken, denken wir langfristiger, somit nachhaltiger. Vielleicht haben die Menschen Angst vor dieser Zukunft. Dabei ist sie der einzige Weg.

 

(puetz@biowelt-online.de)

 

 

Bild: Filiale der SuperNatural AG in D?sseldorf / Quelle: Unternehmen

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