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Nachhaltige Aktien 25.10.2004

25.10.2004: Wochenrückblick: Ölpreis bremst DAX und drückt US-Indices auf Jahrestief - Siemens schluckt Windkraftanlagenhersteller Bonus - Zuwachs bei der Windenergie verlangsamt

Der hohe Ölpreis schickte in der vergangenen Woche den US-amerikanischen Aktienindex Dow Jones erneut auf Talfahrt. Dieser rutschte deutlich unter die Marke von 9800 Punkten und fiel auf den tiefsten Stand seit November letzten Jahres. Der NASDAQ Composite-Index verlor ebenfalls und stand zuletzt bei 1.915,14 Zählern. Der deutsche DAX notierte zum Handelschluss am Freitag bei 3.935,14 Punkten. Der TecDAX schloss bei 502 Punkten. Der Euro bewegt sich weiter auf das Allzeithoch vom 18. Februar (1,2930 Dollar) zu. Die Gemeinschaftswährung gewann am heutigen Montagmorgen einen weiteren Cent und strebt einem Preis von 1,2760 Dollar entgegen. Unterdessen stürzte der japanische Nikkei-225-Index auf den tiefsten Stand seit fünf Monaten. Er sackte zum Wochenbeginn auf 10.659,15 Punkte. Neben den negativen Vorgaben aus den USA wirkte sich hier das Erdbeben in Japan belastend auf die Kurse aus.

 

Positive Nachrichten aus den USA meldet die init innovation in traffic systems AG. Wie der Hersteller von Verkehrstelematiksystemen mit Sitz in Karlsruhe meldet, soll er 68 Fahrzeuge des zentralen Verkehrsbetriebs der Region um die Hauptstadt des Bundesstaates Colorado mit dem COPILOTsmart ausrüsten.

 

Einen Rekordauftrag meldet die nicht börsennotierte Wasserkraft Volk AG. Dem Unternehmen mit Sitz in Gutach zufolge soll es Mitte nächsten Jahres zwei Peltonturbinen mit einer Leistung von jeweils 8,0 Megawatt (MW) nach Ecuador liefern. Das Volumen des Auftrags für das Projekt Abanico in der Provinz Morona-Santiago beziffert WKV mit rund 3,4 Millionen Euro. Laut WKV-Vorstandschef Josef Haas sind die Auftragsbücher des Unternehmens voll und ist die Produktion bis in das nächste Jahr ausgelastet.

 

Im Aufwind befand sich zuletzt die Aktie des Konstanzer Solartechnikhersteller Sunways AG. Deren Kurs hatte von 3,5 Euro im September einen Sprung auf über 5 Euro geschafft. Am 14. und 15. Oktober haben laut BAFin Sunways-Gründer und Vorstand Roland Burkhardt sowie Aufsichtsrat Franz Heim massiv Sunways-Aktien verkauft: 150.00 der Vorstand, 250.000 der Aufsichtsrat. Auf Nachfrage von ECOreporter.de erklärte Unternehmenssprecherin Astrid Forst die Verkäufe mit privatem Finanzbedarf der Sunways-Firmenlenker. Dieser sei jetzt jedoch gedeckt, weitere Verkäufe seien nicht geplant. Ein Zusammenhang zur Entwicklung der Gesellschaft bestehe nicht.

 

Laut einem aktuellen Sektorreport der LRP Landesbank Rheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz stehen die Erneuerbare Energien insgesamt "am Anfang einer dynamischen Entwicklung". Ihre Analysten haben die Perspektiven der Branche untersucht. Sie gehen davon aus, dass die Abhängigkeit von Fördermitteln sukzessive abnehmen wird. In der Fotovoltaik gehöre die Zukunft "den Unternehmen, die sich schnell zu etablierten Marktteilnehmern entwickeln oder auf Nischen spezialisieren." Die Windenergie sieht das Mainzer Finanzinstitut bereits "an der Schwelle zur vollen Wettbewerbsfähigkeit" gegenüber konventionellen Stromerzeugungstechnologien. Allerdings trauen sie in der Windkraft nur international agierenden und finanzstarken Konzernen mit einer guten Erfolgsbilanz zu, sich durchsetzten.

 

Solch ein Konzern ist die Siemens AG aus München. Siemens will noch in diesem Jahr den dänischen Anlagenhersteller Bonus Energy übernehmen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Bonus zählt mit rund 300 Millionen Euro Umsatz zu den fünf größten Windkraftanlagenbauern der Welt. Bonus hat nach eigenen Angaben weltweit insgesamt über 5000 Turbinen mit einer Leistung von mehr als 3 Gigawatt installiert und ist auch führend bei der Installation von Offshore-Windparks.

 

Die Siemens Power Generation wird unter anderem in Konkurrenz treten zur Energiesparte des Mischkonzerns General Electric.Der profitiert vom Auftrieb der Windenergie in den USA nach der Wiedereinführung der steuerlichen Förderung für die Windenergie (Production Tax Credit - PTC). Wie das Unternehmen mit Sitz in Atlanta mitteilt, liegen aus verschieden US-Bundesstaaten bereits Aufträge für insgesamt 1,3 Milliarden Euro vor. Auch in Kanada wächst der Windenergiemrkt. Für rund 143 Millionen Euro soll der dänische Windturbinenhersteller Vestas 83 Anlagen vom Typ V80-1.8 MW an die kanadische SaskPower International Inc. liefern.

 

In Deutschland verlangsamt sich der Zuwachs bei der Windenergie. Von Januar bis September 2004 wurden im Inland 653 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.090 Megawatt (MW) neu installiert. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang der installierten Leistung von knapp 23 Prozent. Diese Zahlen ermittelte das Deutsche Windenergie-Institut (DEWI).

 

Die Plambeck Neue Energien AG will 2004 Windparks mit einer installierten Leistung von insgesamt mindestens 53 Megawatt ans Netz bringen. 2005 wird das Unternehmen 10 bis 12 Windparkprojekte fertig stellen, die es insgesamt auf 120 bis 140 Megawatt bringen werden. Das erklärte Rainer Heinsohn, Pressesprecher der Plambeck Neue Energien AG, gegenüber ECOreporter.de. Diese Projekte werde die Plambeck Neue Energien AG wie bisher sowohl bei Großinvestoren platzieren als auch - über den Fondsanteil-Verkauf - bei privaten Anlegern. "Die Nachfrage der Großinvestoren ist nach wie vor hoch", so Heinsohn.

 

General Electric Co.: ISIN US3696041033 / WKN 851144

init innovation in traffic systems AG: ISIN DE0005759807 / WKN 57598

Plambeck Neue Energien AG: ISIN DE0006910326 / WKN 691032

Siemens AG: ISIN DE0007236101 / WKN 723610

Sunways AG: ISIN DE0007332207 / WKN 733220

Vestas Wind Systems A.S.: ISIN DK0010268606 / WKN 913769

Wasserkraft Volk AG: Vorzugsaktien mit Stimmrecht: WKN 776344

 

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.

 

Bildhinweise:

Transparente Solarzellen der Sunways AG / Quelle: Unternehmen;

Windpark in Ostfriesland / Quelle: ECOreporter.de