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Erneuerbare Energie 25.08.2005

25.8.2005: ECOreporter.de ver?ffentlicht die BDB-Winddaten für Deutschland - anhaltende Flaute

Flaute ?ber Deutschland: Der deutsche Mittelwert BDB-Windindex lag im Juli bei 59 Prozent. Damit hat sich der Wert zwar etwas verbessert - im Juni waren es noch geringere 55 Prozent - dennoch gab es für deutsche Windm?ller im letzten Monat nicht viel zu ernten. Der BDB-Windindex ist eine Kenngr??e für das Produktionsgeschehen von Windenergieanlagen (WEA) für einzelne Monate und für 25 Regionen in Deutschland. Er ist auch unter den Namen "H?user-Keiler-Index" oder "IWET-Index" bekannt. Die Prozentzahl weist aus, wie weit die Produktionsertr?ge aller WEA, die erfasst werden, von ihren langj?hrigen Durchschnittswerten in der BDB abweichen. Der Juni lag also deutlich unter dem Durchschnittswert, der zuletzt im M?rz mit 105 Prozent ?berschritten wurde. Den besten Ertrag konnten die Windm?ller 2005 im Januar für sich verbuchen, als der Index 209 Prozent erreichte.

 

Helmut H?user hat die BDB 1988 als Projekt der Ingenieur-Werkstatt Energietechnik (IWET) gegr?ndet. Als Vorbild diente eine d?nische Sammlung und Auswertung von Betriebsdaten. Das Motto ist "von Betreibern für Betreiber". Derzeit flie?en monatlich die Betriebsergebnisse, beispielsweise Ertr?ge oder Ausf?lle, von ca. 4.000 WEA in die BDB ein. Viele Betreiber melden auch Investitions- und Betriebskosten. Insgesamt liegen fast 400.000 Monatsmeldungen sowie die Errichtungsdaten von fast 16.000 WEA vor. Damit verf?gt die BDB bundesweit sicherlich ?ber die umfangreichste Datenbank zur Windenergie. Auch die monatlichen Ertrags- und Ausfallmeldungen sowie Angaben zum Strahlungsangebot zu ca. 200 Photovoltaikanlagen erfasst die BDB.

 

Die Datenbank wird gef?hrt von Dipl. Ing. Helmut H?user, Dipl. Ing. Jochen Keiler und der enveco GmbH, deren Gesch?ftsf?hrer der Dipl.-Geophysiker Thomas Allgeier ist; er ist für das Binnenland zust?ndig. In Schleswig-Holstein werden die Daten seit 1993 im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Windenergiedaten Schleswig-Hostein (AWD) erhoben. Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein und der Windtest Kaiser-Wilhelmkoog sowie die BDB betreiben die AWD gemeinsam.

 

Die BDB enth?lt auch Standortnamen, WEA-Typ, Errichtungsmonat, Nennleistung, Durchmesser, Nabenh?he usw. von z. Zt. fast 16.000 WEA. Die WEA-Hersteller senden regelm??ig Neuerrichtungslisten, welche die BDB durch den regelm??igen Kontakt zu den Betreibern erg?nzt. Auch die Betriebskosten sind insgesamt seit 1988 mit mehr als 8.000 Betriebskostenmeldungen vertreten.

 

Seit 1988 ver?ffentlicht die BDB in der eigenen Zeitschrift "Monatsinfo" die Betriebsergebnisse insbesondere von Windenergieanlagen. Monatlich publiziert die BDB derzeit die Meldungen von mehr als 3.500 WEA. Abgerundet wird das Monatsinfo z.B. durch j?hrliche Auswertungen zu Errichtung, Kosten und Ausf?llen.

 

ECOreporter.de ver?ffentlicht in regelm??igen Abst?nden den BDB-Windindex für Gesamtdeutschland, den die BDB errechnet hat. Wer sich für regionale Daten interessiert und für Details bei den Betriebsergebnissen von Windkraftanlagen bestimmter Regionen, sollte die Zeitschrift Monatsinfo heranziehen. Seit 1988 berichtet das Monatsinfo ?ber den Betrieb von Wind- und Solaranlagen. Seit Anfang 2004 verwendet die BDB ein weiterentwickeltes Verfahren. Der als langj?hriges Mittel (100%) verwendete Zeitraum umfasst jetzt die Jahre 1989 bis 2002.

 

F?r alle, die es genauer wissen wollen: Der Windindex

Die monatlichen Betriebsergebnisse einer Windanlage sind von der Technik und Gr??e der Windanlage und nat?rlich sehr stark vom Standort abh?ngig. Wegen der schwankenden Windverh?ltnisse weichen die einzelnen Monatsertr?ge meist deutlich vom langj?hrigen Mittelwert ab. Bevor sich aus den monatlichen Betriebsergebnissen ein stabiler Mittelwert ergibt, muss in der Regel viele Monate abgewartet werden. Um schon nach wenigen Monaten eine bessere Ann?herung an langj?hrige Mittelwerte zu erhalten, m?ssen die Betriebsergebnisse entsprechend den schwankenden Windverh?ltnissen korrigiert werden. Dazu werden Windindizes verwendet. Sie sollen den Betreibern helfen, die Monatsergebnisse ihrer WEA m?glichst unbeeinflusst von den schwankenden Windverh?ltnissen beurteilen zu k?nnen. Dadurch lassen sich leichter Vergleiche mit anderen WEA erstellen und technisch bedingte Abweichungen der eigenen Betriebsergebnisse k?nnen eventuell schneller entdeckt werden. Der Windindex ist eine Prozentzahl und gilt jeweils für eine Region und einen Monat. Beim BDB-Windindex handelt es sich um einen statistischen, monatlichen Mittelwert. Dieser beschreibt die Relation zwischen der Leistungsdichte (Watt pro Quadratmeter) bzw. den gemeldeten Ertr?gen (kWh) einer Region und eines Monats zu den Werten für die langj?hrige mittlere Leistungsdichte (Watt pro Quadratmeter) bzw. den langj?hrigen mittleren Monatsertr?gen der meldenden WEA in der Region.

 

Bei WEA ohne verf?gbare Kennlinie ist der aktuelle Monatswert der gemeldete Monatsertrag in kWh, der Mittelwert ist 1/12 des "mittleren Jahresertrages". Bei WEA mit verf?gbarer Kennlinie ist der aktuelle Monatswert das Energiepotential des Monats, der Mittelwert das mittlere Energiepotential, und zwar jeweils auf Nabenh?he. Das Energiepotential gibt die durchstr?mende Energie des Windes in W/m2 an. Aus einem Ertragswert (kWh) kann, unter definierten Bedingungen, mit Hilfe der Kennlinie, das Energiepotential errechnet werden. Das Energiepotential hat den Vorteil, dass durch die Umrechnung ?ber die Kennlinie die Anlageneigenschaften des einzelnen WEA-Typs beseitigt oder abgeschw?cht werden. Dadurch sind z.B. die besondere Schwachwind- oder Starkwindeignung einer WEA herauszurechnen.

 

Den Mittelwert, mit dem der Monatsertrag der einzelnen WEA verglichen wird, nennt die BDB "mittleren Jahresertrag" der WEA, oder daraus abgeleitet das "mittlere Energiepotential". Der mittlere Jahresertrag errechnet sich wiederum aus allen brauchbaren Monatsmeldungen einer WEA, geteilt durch den Windindex (Mittelwert von: Monatsertrag / Monats-Windindex). Um einen Jahresertrag zu erhalten, muss dieser Wert noch mit 12 multipliziert werden.

 

Der langj?hrige Mittelwert des Windindex (100%), nicht der "mittlere Jahresertrag", ergibt sich aus der langj?hrigen Gesamtheit der gemeldeten Monatsertr?ge einer Region. Da die beiden Werte "Windindex" und "mittlerer Jahresertrag" n?tig sind, um den jeweils anderen Wert zu berechnen, tritt zu Beginn des Berechnungsverfahrens ein Problem auf. Welche Daten sollen für den Beginn der Berechnungen herangezogen werden? Die Startberechnungen der einzelnen Regionen, wie die BDB sie zuletzt Anfang 2004 mit der letzten ?nderung des Verfahrens durchgef?hrt haben, laufen nach folgendem Muster ab: Berechnung der mittleren Jahresertr?ge mit einem Hilfs-Windindex, dann Berechnung der Windindizes einer Region mit den mittleren Jahresertr?gen, sowie periodische Neuberechnung der mittleren Jahresertr?ge. Bis auf die Benutzung der Hilfsindizes wird das Verfahren von 1989 bis zum Jahresende 2002 dreimal durchgef?hrt. Nach dem ersten und zweiten kompletten Rechengang werden die Indizes von 1989 bis 2002 auf einen Durchschnitt von 100% korrigiert. Fehlende Monate in den Anfangsjahren, z.B. wenn keine Meldungen vorlagen, werden durch die Hilfsindizes aufgef?llt.

 

Windmess-Index und Produktionsindex

 

Der Windindex wird ermittelt, indem für eine Region das monatliche Windgeschehen ins Verh?ltnis zu langj?hrigen, mittleren Windverh?ltnissen gesetzt werden. Aber: Wie misst man die Windverh?ltnisse? Entweder mit speziellen Windmessger?ten, den Anemometern - oder, wie bei der BDB, anhand der Produktionsergebnisse der WEA.

 

Die Windmessger?te haben etliche Nachteile, wenn es darum geht, nicht nur den Wind zu messen, sondern die Leistung der WEA. Es gibt nur relativ wenige Messstationen, die schon viele Jahre t?tig sind. Ein Windmessger?t verh?lt sich zudem anders als eine Windenergieanlage. Es kann zwar Windgeschwindigkeiten genauer ermitteln als eine Windanlage, aber nicht das spezielle Umsetzungsverhalten "Wind in Strom" simulieren. Au?erdem messen die meisten Messstationen, zu denen auch langj?hrige Messreihen vorliegen, nur in einer Standardh?he von 10 Metern. Die Ergebnisse m?ssen also auf gr??ere H?hen umgerechnet werden. Und die Standorte der Messstationen sind selten direkt mit den ?blichen WEA-Standorten zu vergleichen.

 

Genaueres finden Sie hier:

Kontakt zur Betreiber-Datenbasis:

 

Enveco GmbH, Dipl.-Geophys. Thomas Allgeier (Bezug Windindex,

Betriebsprotokolle,Betreuung Wind-Melder s?dlich NI, MVP)

Adresse: Grevenerstr. 61 c, 48149 M?nster

Tel.: 0251-315810

Fax: 0251-3833516

Email: thomas.allgeier@enveco.de

 

Jochen Keiler (Standort-Index, Betreuung Wind-Melder in NI,MVP,HH,HB, Internet-, Dateimelder, Auswertungen, Monatsinfo-Abo)

Adresse: Dorfstr. 14 24594 Rade

Tel.: 04871-7608-10

Fax: 04871-7608-12

Email: j.keiler@BtrDB.de

 

Dipl.-Ing. Helmut H?user (Betreuung Wind-Melder in SH, PV-Melder)

Adresse: Gerstenbergstr. 31 22609 Hamburg,

Tel.: 040-824723

Fax: 040-824020

Email: h.haeuser@BtrDB.de

 

Bildhinweis: Windpark in Ostfriesland / Quelle: ECOreporter.de

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