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Direktbeteiligungen 25.08.2006

25.8.2006: Mein Auto, mein Haus, mein Solarkraftwerk - Auch Privatleute können Solarkraftwerke erwerben

Eine auf dem Dach installierte Solaranlage reicht nicht mehr jedem. Immer mehr Privatleute in Deutschland betreiben eigene Solarkraftwerke. So genannte "Einzelkraftwerke" sind oft schon für 20.000 Euro zu haben. Die Erträge können höher sein als bei einem Solarfonds.

 

An vier Standorten in Süd- und Ostdeutschland bot die Oldenburger IFE Projekt- und Beteiligungsmanagement GmbH & Co. KG (IFE) im August sieben Solarkraftwerke an. Die schlüsselfertigen Anlagen sollen zwischen 22,8 und 70 Kilowatt peak (KWp) leisten. Die Preise liegen zwischen 37.500 bis 112.500 Euro - ein Investment für vermögende Anleger. Die werden mit dem Kauf einer Einzelanlage zu deren Eigentümer und zum Kraftwerksbetreiber.Anders als bei einer Beteiligung an einem Solarfonds sind sie also nicht Kommanditisten einer Anlagegesellschaft, sondern allein verantwortlich für das Kraftwerk. Dennoch müssen sie nicht die komplette Kaufpreissumme selbst tragen.

 

"Das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital ist frei wählbar", sagt IFE-Vertriebsleiter Detlev Klein. Die Finanzierung der Anlage könne durch eine hohe Bonität des Einzelanlegers sogar günstiger sein als bei einer Beteiligungsgesellschaft, ergänzt Frank Amannn, Wirtschaftsprüfer aus Schönau im Schwarzwald. "Anleger sollten auf zinsbegünstigte Darlehen achten, zum Beispiel solche über die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder die Europäische Zentralbank (EZB)", rät der Finanzexperte.

 

Vorteil der Einzelanlagen gegenüber einem Solarfonds: Für den Käufer fallen kaum "weiche" Kosten an. "Er spart die Vertriebsprovisionen, die Konzeptions- und die Platzierungsgarantievergütung", erklärt Klein. Auch die laufenden Verwaltungskosten seien geringer. Wirtschaftsprüfer Amann hält bei einer Einzelanlage höhere Erträge als bei einem Fonds für möglich. Doch er gibt zu bedenken, dass bei Einzelanlagen ebenfalls Kosten für die wirtschaftliche und rechtliche Prüfung und die Gestaltung entstünden.

 

Sieben bis neun Prozent Vorsteuerrendite prognostizierte die Regensburger Iliotec Solar GmbH im August für ihre Solarprojekte in Passau, Hohenfels und Regenstauf. "Dabei wurden bereits alle Nebenkosten wie Miete, Versicherung oder Rückstellungen einkalkuliert", so Brigitte Kallmünzer, Sprecherin des Unternehmens. Mindestbeteiligung bei der Iliotec: 20.500 Euro. Soviel kostet ein Eigentümeranteil mit 4,2 KWp Leistung am Passauer Dachflächenprojekt des Unternehmens. Laut Iliotec erhalten Besitzer von Anteilen bis zu einer Gesamtleistung von 30 kWp in Passau knapp 52 Cent Einspeisevergütung je Kilowattstunde.

 

Die Husumer reconcept GmbH realisierte im August ein Photovoltaikprojekt bei Passau: vier Freiflächenkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 3,3 Megawatt peak (MWp), bestehend aus Dünnschichtmodulen des US-amerikanischen Herstellers First Solar. Diese Module seien selbst bei schwachem Licht leistungsstark, hebt Ulla Meixner hervor, die Geschäftsführerin des Emissionshauses. Die Anlagen sind beweglich und werden der Sonne nachgeführt. "Gutachten haben gegenüber einer nicht nachgeführten Anlage einen erwarteten Mehrertrag von 21 bis 24 Prozent ermittelt", so Meixner.

 

Ein Solarkraftwerk zu kaufen ist eine Sache, es zu betreiben und zu warten eine andere. Für Anleger, denen es an technischem und wirtschaftlichem Verständnis oder einfach an Zeit mangelt, gibt es bei einigen Anbietern so genannte "Rundum-sorglos-Pakete", mit Versicherungsschutz, Fernüberwachung der Anlage sowie einen jährlichen Kontrollgang. Solch ein Service kostet je nach Anlagengröße zwischen 10 und 25 Euro pro Kilowatt Nennleistung und Jahr.

 

Einen Nachteil haben die Einzelanlagen gegenüber Solarfonds: Die Verkaufsprospekte von Fonds prüft die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Erst wenn dessen Genehmigung vorliegt, darf der Vertrieb starten. Zusätzlich sind bei vielen Fonds Wirtschaftsprüfer eingebunden. Bei Einzelanlagen fehlen solche Prüfstandards - schließlich handelt es sich nicht um Finanzprodukte, sondern um Kraftwerke.

 

"Der private Investor ist bei Einzelanlagen ziemlich auf sich selbst gestellt", sagt Meixner. Viele Anleger zögen daher für rechtliche und steuerliche Fragen Berater hinzu. Die sollten die Risiken mit einem genauso scharfen Auge prüfen wie bei einem Fonds.

 

Bildhinweis: IFE-Solarkraftwerk, reconcept-Geschäftsführerin Ulla Meixner / Quelle: Unternehmen

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