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Nachrichten 26.11.2003

26.11.2003: Abgeltungssteuer auf Spekulationsgewinne und Kapitalerträge - Neue Studie sieht Schwierigkeiten für private Altersvorsorge

Die aktuelle Diskussion um die Verfassungsmäßigkeit der Spekulationssteuer hat die Debatte um die Besteuerung von privaten Veräußerungsgewinnen wieder belebt. Neue Überlegungen zielen auf eine umfassende Abgeltungssteuer auf Zinsen, Dividenden und Kursgewinne ab. Dieses Szenario hat das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in einer aktuellen Studie untersucht.

 

Vor allem bei Finanzprodukten mit hohem Wertpapieranteil und langer Ansparzeit - etwa zur Altersvorsorge - würde laut der Studie eine erweiterte Besteuerung privater Veräußerungsgewinne die Rendite deutlich schmälern. Im Durchschnitt wären die finanziellen Einbußen durch eine solche Änderung jedoch moderat, so das ZEW, da das Vermögen der meisten Deutschen bislang nur zu einem geringen Anteil aus Wertpapieren bestehe.

 

Das derzeitige Verfahren in Deutschland sehe vor, hieß es weiter, dass nur bei der Veräußerung von Wertpapieren innerhalb eines Jahres nach deren Erwerb der aus dieser Transaktion resultierende Gewinn dem jeweiligen Einkommensteuersatz des betreffenden Anlegers unterliege. Nach Ablauf der Spekulationsfrist entfalle diese Besteuerung. In der Studie hat das ZEW den Angaben zufolge überprüft, wie sich die Abschaffung der Spekulationsfrist und die Einführung einer ohne zeitliche Beschränkung geltenden pauschalen Steuer von 15 Prozent auf Veräußerungsgewinne auswirken würden. Außerdem wurde untersucht, welche Folgen eine pauschale Zinsabgeltungssteuer von 25 Prozent und - weitergehend - eine Pauschalierung aller Kapitalertragssteuern auf 25 Prozent habe könnten.

 

Grundlage der von der Citibank-Stiftung unterstützten ZEW-Untersuchung waren die auf das Jahr 2003 hochgerechneten Vermögensbestände, die im Rahmen der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 1998 erhoben wurden. Es habe sich gezeigt, dass bei einem kurzfristigen Wiederverkauf von Wertpapieren vor allem Haushalte mit hohen Grenzsteuersätzen von einer pauschalen Spekulationssteuer profitieren würden, berichtet das ZEW. Bei diesen komme dann nicht mehr ihr hoher Einkommensteuersatz, sondern nur die pauschale Steuer auf den Veräußerungsgewinn zur Anwendung.

 

Langfristig würden sich dagegen Renditeeinbußen ergeben. Für die breite Masse der Anleger in Deutschland wäre dieser Effekt wegen der kleinen Aktienanteile und des hohen Anteils von Kapitallebensversicherungen in den privaten Portfolios jedoch gering. Beim Altersvorsorgesparen mit aktienorientierten Investmentsparverträgen würde eine Änderung der Veräußerungsgewinnbesteuerung laut der Studie allerdings zu deutlicheren Renditeeinbußen führen. Anhand eines Rechenbeispiels habe man ermittelt, das bei einem Abgeltungssteuersatz von 15 Prozent auf Veräußerungsgewinne, einem Sparbeitrag von jährlich 1.000 Euro und einer Laufzeit von 35 Jahren, der Ertrag um mehr als 20.000 Euro geringer ausfallen könne, so das ZEW. Dabei habe man die Durchschnittsrenditen für Aktien und Renten der Jahre 1993 bis 2002 zugrunde gelegt

 

Einen gegenläufigen Effekt würde grundsätzlich die Einführung pauschaler Abgeltungssteuern auf Kapitaleinkünfte ausüben, schreiben die Autoren weiter. Sie würde die Steuerbelastung auf Kapitaleinkünfte tendenziell senken, könnte die Effekte aus einer Neuregelung der Wertzuwachssteuer aber im Allgemeinen nicht aufwiegen. Wegen des progressiven Einkommensteuertarifs würden die Haushalte mit hohen Einkommen am stärksten von einer Pauschalierung der Kapitaleinkommensbesteuerung profitieren.

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