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Direktbeteiligungen 26.06.2002

26.6.2002: Ökologisches Bauen vor den Toren Bremens - mit staatlich garantierten Renditen

(MF) Der Bundesfinanzhof hat am 15. Januar 2002

beschlossen, dass die Mitglieder von Genossenschaften

für ihre Anteile eine Eigenheimzulage (sie dient

der Schaffung von neuem Wohnraum und kann von

jedem Bürger der Bundesrepublik, der unterhalb bestimmter

Einkommensgrenzen bleibt, einmalig in Anspruch

genommen werden) einstreichen können,

ohne selbst Mieter zu sein. Da sich die Gesetzeslage

in der kommenden Legislaturperiode ändern soll,

nutzt die Aller Wohnen e.G. die noch verbleibende

Zeit, Beteiligungen an ihrer "Genossenschaft für

selbstverwaltete Wohnprojekte" anzubieten.

 

Gegründet wurde die in Verden an der Aller bei Bremen

ansässige Genossenschaft im Jahre 1997. Zu

den ersten Mitgliedern gehörten Bewohner von Wohnungen,

die Aller Wohnen errichtet hat. Die Genossenschaft

beschreibt die "Förderung des ökologischen

und sozialen Wohnungsbau" als ihr Ziel. Die

Immobilien werden den Mietern zur Selbstverwaltung

übergeben. Sie bleiben aber im Besitz der

Genossenschaft und sind dadurch Spekulationen entzogen.

 

Eigenheimzulage sorgt für Dividende

 

Finanziert werden sollen die Wohnprojekte nach dem

Willen der Genossenschaft durch Anteilskäufe von

Investoren. Die Mindestbeteiligung beträgt 5113 Euro,

also 10.000 Mark. "Die Rendite basiert ausschließlich

auf der gesetzlich garantierten Eigenheimzulage, die

Anlager erhalten keine Dividende der Genossenschaft",

erklärt Jörg Rohwedder, der Geschäftsführer

von Aller Wohnen. Bei einer Laufzeit von acht Jahren

ergebe sich für eine Familie mit zwei Kindern eine

Rendite von 10,8 Prozent.

 

Anleger ohne Kind erhielten indes nur drei Prozent.

Außerdem gelte für die staatliche Förderung eine

Einkommensgrenze, die von den Anlegern nicht überschritten

werden dürfe. Rohwedder zufolge liegt diese

bei 81.608 Euro für Ledige und 163.613 Euro für Verheiratete.

Eine Höchstgrenze für Investitionen gibt es nicht, bei Beteiligungen über 40.903 Euro aber entfiele

die Förderung durch das Eigenheimzulagegesetz.

 

Das Eigenkapital der Aller Wohnen e.G. beträgt aktuell

988.000 Euro. Auf die Mieter entfallen Anteile in

Höhe von 207.000 Euro, die übrigen 781.000 Euro

kommen von etwa 140 Investoren, also Mitgliedern

der Genossenschaft. Für den Rest wird ein Darlehen

des Sozialen Wohnungsbaus von 121.000 Euro in

Anspruch genommen, berichtet die Aller Wohnen. Anlagen

über die Eigenheimzulage seien eine sehr günstige

Form der Finanzierung. Da der Staat die Verzinsung

sicherstelle, stünde der Genossenschaft das investierte

Kapital acht Jahre lang zinslos zur Verfügung.

Sicherheit für die Anleger biete zudem die Wertbeständigkeit

der Immobilien. Experten gehen davon

aus, dass der Wert seriös kalkulierter Immobilien zumindest

mit der Inflationsrate steigt.

 

Finanzbedarf von einer Million Euro

 

Die neu angebotenen Beteiligungen sollen der

Finanzierung zweier Projekte dienen: Geplant ist zum

einen der Aufbau einer Ökosiedlung in Verden-Dauelsen,

in der Miet- und Eigentumswohnungen entstehen

sollen. Das zweite Vorhaben ist ein Neubau auf

dem Gelände des ökologischen Zentrums in Verden.

Ein "Energie-Plus-Haus" mit 1120 Quadratmetern

ökologisch ausgebauter Nutzfläche soll errichtet werden.

"Für die geplanten Projekte haben wir einen Finanzbedarf

von gut einer Million Euro. Sollten wir darüber

hinaus Anteile verkaufen, können wir neue

Projekte planen", erklärt Rohwedder. Seiner Ansicht

nach bringt die jetzt gültige Fassung des Eigenheimzulage-

Gesetzes Vorteile für Anleger und Genossenschaft.

Er rechnet aber "mit einer raschen Änderung

nach den Bundestagswahlen im September". Investoren,

die bis zum 15. Dezember diesen Jahres Genossenschaftsanteile zeichnen, würden aber noch

unter die aktuelle Regelung fallen.

 

Neben dem Direktvertrieb über die Aller Wohnen werden

die Anteile auch über die Finanzdienstleister ÖkoGeno, Umweltfinanz AG und Murphy&Spitz vertrieben.

Ein Aufschlag wird laut Rohwedder von keinem

der Anbieter berechnet. Die Überschüsse, die

Aller Wohnen erzielt, steckt sie in neue Projekte. Die Verwaltungskosten der Genossenschaft seien gering,

insgesamt machten sie fünf Prozent der Ausgaben

aus, wirbt Rohwedder.

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