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Nachhaltige Aktien 27.05.2004

27.5.2004: Solon AG: Ist der Ruf erst ruiniert, erhöht sich"s Kapital ganz ungeniert

Die Berliner Solon AG will ihr Kapital erhöhen. Laut einer Meldung des börsennotierten Solarmodulbauers sollen vom 4. Juni bis 18. Juni 2004 insgesamt 3,33 Millionen junge Aktien ausgegeben werden. Das hätten Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens am 27. Mai entschieden. Den Ausgabepreis der neuen Anteilsscheine habe man auf Basis des durchschnittlichen Börsenschlusskurses der fünf Vortage an der Frankfurter Wertpapierbörse vom 20. bis 26. Mai 2004 errechnet, hieß es weiter. Die Papiere sollen den Angaben zufolge für neun Euro angeboten werden, das entspreche einem Abschlag zum durchschnittlichen Kurs der letzten Tage von elf Prozent. Altaktionären stehe ein Bezugsrecht im Verhältnis eins zu eins zu, so Solon weiter.

 

Ein mutiger, wenn nicht sogar dreister Versuch, frisches Geld einzusammeln. Denn die Aktie des Berliner Unternehmens notierte noch Anfang Februar bei nur 2,42 Euro. Mitte 2003 dümpelte sie sogar bei 1,70 Euro. Zuletzt wurden 10,70 Euro für die Papiere bezahlt (Frankfurt; 14:14 Uhr). Vor diesem Hintergrund erscheint der geplante Ausgabepreis erstaunlich. Erst kürzlich wurde eine Kapitalerhöhung abgeschlossen, bei der allerdings Bezugsrechte der Aktionäre ausgeschlossen waren (siehe auch dieMeldung auf ECOreporter.de vom 4. Mai 2004). Diejenigen, die bei dieser Kapitalerhöhung zum Zug kamen, können sich kräftig die Hände reiben: Es gingen angeblich 365.690 junge Aktien über den Tisch, was dem Unternehmen einen Erlös von effektiv 914.225 Euro beschert haben soll. Wer rechnen kann, der rechne: Ausgabepreis 2,50 Euro. Und warum sollen die Altaktionäre wenige Tage später 9 Euro für eine Aktie bezahlen? Wer hat hier vorher abgesahnt?

 

Das neue Kapital solle die Eigenkapitalbasis stärken, vor allem aber eine neue Produktionsstätte finanzieren, erklärt Solon. Die Gesellschaft beabsichtige, zum 4. Quartal 2004 einen neuen Produktionsstandort in Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern, in Betrieb zu nehmen. Die Investitionssumme belaufe sich auf rund zehn Millionen Euro, es würden über 100 Arbeitsplätze neu geschaffen. Damit sei Solon in der Lage, die für das Jahr 2004 geplante Produktionsmenge von 30 MWp auf 40 MWp anzuheben (die Leistung von ca. 230.000 Solarmodulen). Noch Mitte Mai, also vor wenigen Tagen buken die Berliner erheblich kleinere Brötchen, das Wachstum auf 30 MWp sollte durch einen Bankkredit im Volumen von 1,6 Millionen Euro erreicht werden.

 

Das Umsatzziel der Solon AG für 2004 erhöht sich laut der Meldung auf über 110 Millionen Euro - nach 37 Millionen im Vorjahr. Im Jahr 2005 will der Modulhersteller in der Lage sein, 90 MWp zu produzieren, dies entspricht den Angaben zufolge einem möglichen Umsatz von 240 Millionen Euro. Für 70 Prozent dieses Produktionsvolumens würden bereits Bestellungen vorliegen, so Solon. Im 3. Quartal 2004 strebt Solon nach eigenen Angaben einen Segmentwechsel für die Notierung der Aktie an. Der Wechsel vom Freiverkehr in den Geregelten Markt solle die Transparenz für Investoren erhöhen, so die Meldung. Ein sehr löbliches Ziel. Nur: Die derzeitige Kapitalerhöhung hat dennoch den Charakter des Mitnahmeeffektes: Kaum steigt der Kurs, werden neue Aktien ausgegeben. Den Kritikern der Erneuerbaren Energie liefert Solon wiederum eine Steilvorlage. Und mit Kapitalerhöhungen innerhalb so kurzer Zeit zu so unterschiedlichen Kursen sind auch Analysten, die auf nachhaltiges Wachstum achten, nicht zu überzeugen.

 

Solon AG: ISIN DE0007246308 / WKN 747119

 

Bildnachweis: Dach des Rundbaus auf dem Audi-Werksgelände in Ingolstadt, Beschattung durch Solon-Solarmodule / Quelle: Unternehmen

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