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Nachhaltige Aktien 28.10.2002

28.10.2002: Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) kritisiert angekündigte Strompreiserhöhungen

Auf Ablehnung stößt beim Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) die erneute Ankündigung von Strompreiserhöhungen. Der Verband der deutschen Elektrizitätswirtschaft (VdEW) hatte zuvor erklärt, aufgrund des Erneuerbare- Energien-Gesetzes (EEG), des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-G) sowie der Ökosteuer sei im nächsten Jahr ein Preisanstieg um etwa fünf Prozent für Haushaltskunden zu erwarten. BEE-Präsident Johannes Lackmann: "Mit dieser Begründung sind bereits in den letzten zwei Jahren die Strompreise völlig überzogen angehoben worden. Wir fordern das zuständige Verbraucherschutzministerium und die Strompreisaufsicht auf, dem endlich Einhalt zu gebieten. Die für 2003 angekündigte Erhöhung liegt erneut doppelt so hoch wie die prognostizierte Steigerung der Steuern und Abgaben im Strombereich. Die Hälfte der von VdEW angekündigten fünf Prozent planen die Versorgungsunternehmen offensichtlich wieder, in die eigene Tasche zu stecken."

 

Nicht gelten lässt der Verbandspräsident die Argumentation der großen Stromversorger, aufgrund von Schwankungen im regenerativen Stromangebot müssten erhöhte Kosten für die sogenannte Regelenergie aufgewandt werden. Lackmann: "Teure Regelenergie muss dann eingesetzt werden, wenn überraschend Ausfälle bei der Deckung des Strombedarfs auftreten. Die 24-Stunden-Prognosen für Windleistung beispielsweise im E.ON-Netz sind inzwischen so genau, dass lediglich Abweichungen von ± zehn Prozent, bei 3-6-Stunden-Prognosen sogar nur ± sechs Prozent auftreten. Nur für diese Abweichungen kann sich die Notwendigkeit ergeben, Regelenergie einzusetzen. Das Bundeskartellamt prüft im Übrigen zurzeit den Verdacht, dass die Preise, die von den Konzernen für die Bereitstellung von

Regelenergie angeben werden, völlig überhöht sind."

 

Zur Förderung erneuerbarer Energien entgegnet Lackmann: "Der BDI und andere Wirtschaftsverbände beklagen, die Kosten der Energiewende seien zu hoch. Bevor eine solche Behauptung aufgestellt wird, müssen sich die Verbände allerdings fragen lassen, warum sie nicht im Interesse ihrer Mitgliedsunternehmen massiv gegen die unzulässigen Preissteigerungen in der Energiewirtschaft vorgehen. Zum anderen müssen bei einer volkswirtschaftlichen Betrachtung die realen Kosten der Energieversorgung zugrunde gelegt werden. Dann zeigt sich schnell, dass die

sogenannten Mehrkosten der erneuerbaren Energien erheblich unter dem liegen, was sie auf der anderen Seite an Umweltkosten einsparen. Wir können uns entscheiden, ob wir heute den Aufbau einer alternativen Energieversorung finanzieren, oder ob wir zukünftig regelmäßig die wesentlich höheren Kosten für die Behebung von Schäden wie zuletzt bei der Flut in Ostdeutschland tragen wollen."

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