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Nachhaltige Aktien 28.10.2004

28.10.2004: Energiekontor AG: Der Schuster ist bei seinen Leisten geblieben - zahlt sich die konservative Strategie bald aus?

Der Bremer Windparkprojektierer Energiekontor AG hat in den letzten Monaten weniger für Schlagzeilen gesorgt als seine börsennotierten Konkurrenten Umweltkontor, Plambeck und P&T Technology. Worin unterscheidet sich Energiekontor von den Wettbewerbern, drohen auch hier unliebsame Überraschungen? Werden die Auslandswindparks nachgefragt, warum steigt Energiekontor in den Verkauf von Solarfondsanteilen ein? ECOreporter.de sprach darüber mit Cerstin A. Lange, Pressesprecherin der Energiekontor AG.

 

 

ECOreporter.de: Frau Lange, Konkurrenten der Energiekontor AG Unternehmens haben Liquiditätsprobleme, die Umweltkontor AG hat sogar Insolvenz angemeldet. Kann die Energiekontor AG alle Projekte finanzieren, die sie derzeit vorbereiten?

Cerstin A. Lange:Ja, das können wir. Das Interesse der Kunden an Beteiligungen ist nach wie vor groß. Dennoch spüren natürlich auch wir das problematische Marktumfeld. Was uns klar abgrenzt: Wir halten eine Liquidität von 30 Millionen Euro, die noch aus dem Börsengang stammt. Das ist eine große Sicherheit für unsere geplanten Projekte und die Anleger.

 

ECOreporter.de: Die Probleme der Windprojektierer werden meist mit der Unsicherheit über die Weiterführung des EEG im Jahr 2003 begründet. Wo sehen Sie die Ursachen, sind die Unternehmen möglicherweise zu schnell gewachsen?

Lange:Die Diskussion über das EEG hat zu einer großen Verunsicherung geführt. Auch die gesamtwirtschaftliche Lage sorgt nicht gerade für positive Schlagzeilen. Das sind zwei wesentliche Ursachen von Problemen. Die Probleme der Windenergiebranche stammen im übrigen vor allem aus den drei windschwachen Jahren. Wachstumsschmerzen kann es gegeben haben, aber die haben nicht die derzeitige Lage verursacht. Wir selbst haben uns immer auf das Wind-Geschäft konzentriert, obwohl zwischendurch viele gesagt haben, das sei langweilig. Im Moment sieht man, dass es richtig war.

 

ECOreporter.de: Auch der Energiekontor AG ist es in den letzten Monaten nicht gelungen, Gewinne zu erwirtschaften. Im ersten Halbjahr 2004 meldete Ihr Unternehmen einen Konzernverlust von über einer Million Euro. Wie wollen Sie die Profitabilität wieder steigern?

Lange:Wir tun das, was wir können: Gute Projekte planen. Und das zweite Halbjahr ist, wie jedes Jahr, das umsatzstärkere. Dass wir die Kostenseite prüfen, ist klar.

 

ECOreporter.de: Bei Konkurrenten tauchten dieses Jahr unerwartete zweistellige und sogar dreistellige Millionenverluste auf - kann das bei Energiekontor auch drohen?

Lange:Nein. Wir haben unsere neuen Projekte immer wieder geprüft - wir haben da nichts "vor der Brust".

Auch bei den Offshore-Projekten haben wir zwar hohe Vorlaufkosten, aber wir haben kontinuierlich die Rentabilität jedes Projektes im Auge gehabt. Deshalb werden unsere Kosten für die Vorfeld-Planung der Offshore-Projekte unter zehn Millionen Euro liegen

 

ECOreporter.de: Wie entwickeln sich die Offshoreprojekte der Energiekontor AG?

Lange:Wir liegen gut im Zeitplan, der Baubeginn wird 2007/2008 sein.

 

ECOreporter.de: Sie vertreiben zur Zeit Anteile an Ihrem portugiesischen Windpark Trandeiras und dem britischen Projekt Forest Moor. Die sind nicht mit dem bei Projekten in Deutschland üblichen Steuersparbonus ausgestattet. Wie ist die Resonanz auf diese Angebote?

Lange:Wir sind zufrieden. Das sind ja so genannte "steuerneutrale" Angebote. Der Platzierungsstand bei Trandeiras liegt beispielsweise bei 70 bis 80 Prozent, gezeichnet haben deutsche Anleger.

 

ECOreporter.de: Welche weiteren Auslandsprojekte verfolgen Sie derzeit? Wann kommen die in den Vertrieb?

Lange:Wir werden noch weitere Projekte in Portugal realisieren, der Zeitpunkt steht noch nicht genau fest.

 

ECOreporter.de: Sie bieten Ihren Kunden zur Zeit auch die Beteiligung an einem Photovoltaikprojekt der West LB an. Wollen Sie diesen Bereich in Zukunft ausbauen? Soll es auch eigene Sonnenstromprojekte geben?

Lange:Das ist ein Test. Wir haben nur einen Teil des Vertriebs übernommen und die Nachfrage ist groß. Wenn wir eine Bilanz des Projektes gezogen haben, werden wir weiter sehen. Im Moment planen wir hier keine Projekte.

 

ECOreporter.de: Frau Lange, wir danken Ihnen für das Gespräch.

 

Energiekontor AG: ISIN DE0005313506 / WKN 531350

 

Bild: Windpark der Energiekontor AG / Quelle: Unternehmen

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