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Nachhaltigkeitsfonds & Zertifikate 28.10.2005

28.10.2005: Best-in-class oder Ausschlusskriterien: Welches Konzept lieferte 2005 bisher die besseren Ergebnisse für Nachhaltigkeitsfonds?

Zwei gro?e Gruppen gibt es bei den in Deutschland zugelassenen nachhaltigen Investmentfonds: die Fonds, die bei ihren Investmententscheidungen Kriterienkataloge ber?cksichtigen, die den Kauf bestimmter Firmen ausschlie?en. Und die Fonds, die nach dem Best-of-class-Modell arbeiten. Sie versuchen, jeweils die nachhaltigsten Unternehmen einer Branche zu identifizieren. Welche Gruppe in den letzten Monaten ?konomisch am erfolgreichsten war, haben wir für Sie herausgefunden.

 

Sinnvoll vergleichen lassen sich die beiden Anlagekonzepte nur im Bereich der Aktien- und der Mischfonds. Der Grund: Laut unserer Datenbank ECOfondsreporter arbeitet nur ein einziger Rentenfonds nach Best-of-class, der HSBC Trinkaus SAM Sustainable Corporate Bond INKA. Bei den Aktienfonds liegt das Verh?ltnis zwischen Kriterien und Best-of-class bei etwa zwei zu eins, bei den Mischfonds bei cirka drei zu eins.

 

Der Vergleich im Feld der nachhaltigen Aktienfonds f?llt eindeutig zugunsten der Fonds aus, die mit einem Kriterienmodell arbeiten. Am besten hat laut der Auswertung unserer Datenbank ECOfondsreporter der Meridio GreenBalance der Fondsgesellschaft DAB Adviser I Funds SICAV abgeschnitten. Das Fondsmanagement steigerte den Anteilswert im vergangenen Monat um 7,55 Prozent, seit Jahresbeginn betr?gt der Zuwachs 33,12 Prozent. Der Meridio GreenBalance investiert weltweit in Firmen aus den Bereichen Umwelttechnologie und regenerative Energien. Ein klassischer Umwelttechnologiefonds ist er trotzdem nicht, es werden ein Reihe von ethischen und ?kologischen Ausschlusskriterien ber?cksichtigt. Dazu z?hlen beispielsweise: die Diskriminierung von Frauen und Minderheiten, R?stung, vermeidbare Tierversuche oder die unzureichende soziale Absicherung der Mitarbeiter.

Zu den gr??ten Positionen im Verm?gen des Fonds geh?rten zum Stichtag 30. September 2005 Aktien des Hamburger Windanlagenbauers REpower Systems AG (7,55 Prozent des Fondsverm?gens) und des Sulzemooser Photovoltaikunternehmens Ph?nix SonnenStrom AG (5,88 Prozent). Der Fonds hat sich aber - ?berraschend angesichts des Investmentschwerpunkts - auch mit erheblichen Mitteln an dem britischen Naturkosmetikhersteller Body Shop (3,28 Prozent) und dem Berliner Klavierbauer C. Bechstein Pianofortefabrik AG (2,46 Prozent). Das Volumen des Meridio GreenBalance belief sich Ende September auf 9,42 Millionen Euro.

 

Nur zwei Vertreter der Best-of-class Gruppe finden sich unter den seit Anfang 2005 zehn besten Aktienfonds: Der Jupiter Global SRI Fund aus dem Hause der Commerzbanktochter Adig landete auf dem vierten Rang. Der Fonds, der mehr als 50 Prozent seiner Mittel in Gro?britannien investiert, erzielte ein Plus von 27,94 Prozent. Platz neun errang der SAM Sustainable Pionier Fund der Schweizer Sustainable Asset Management ("SAM"), der seit dem 1. Januar 22,12 Prozent zulegte. Auch die Erweiterung der Betrachtung auf die ersten zwanzig Fonds seit Jahresbeginn ?ndert wenig am Gesamteindruck, denn von den Besten zwanzig geh?ren 16 der Gruppe der Kriterienfonds an. Ein recht schwaches Ergebnis also für das Best-of-class-Konzept bei Aktienfonds in den ersten neun Monaten 2005.

 

Vorteilhafter f?llt der Vergleich zwischen den nachhaltigen Investmentkonzepten bei den Mischfonds aus. In der Spitzengruppe der besten Zehn konnten sich hier drei Best-of-class-Fonds platzieren, die allerdings allesamt aus demselben "Stall" kommen: der Dexia Sustainable Europe Balanced High (plus 14,55 Prozent), der Dexia Sustainable Europe Balanced Medium (plus 11,55 Prozent) und der Dexia Sustainable Europe Balanced Low (plus 9,06 Prozent).

Der Dexia Sustainable Europe Balanced High investiert seine Mittel zu rund drei Vierteln in Aktien. Dabei versucht das Management laut Dexia europ?ische Unternehmen zu identifizieren, die innerhalb ihres Wirtschaftszweiges zu den Vorl?ufern bei der Integration von ?kologischen, sozialen und ethischen Aspekten in die Strategie und Unternehmensf?hrung geh?ren. Der Fonds h?lt unter anderem Anteile der Mineral?lmultis BP Plc (Gro?britannien) und ENI S.P.A. (Italien) oder der Banken BNP Paribas (Frankreich) und UBS SA (Schweiz). F?r den festverzinslichen Teil w?rden Staatsanleihen in Euro gehalten, so die belgische Fondsgesellschaft. Als Kriterien ber?cksichtige man dabei sowohl die demokratischen Merkmale dieser Beh?rden als auch die, die in internationalen Vereinbarungen (Menschenrechte, usw.) festgelegt worden seien.

 

Bester Mischfonds ist mit einem Wertzuwachs von 15,66 Prozent seit Jahresbeginn ein Vertreter des Kriterienmodells, der Swisscanto (LU) Portfolio Fund Green Invest Balanced der Schweizer Swissca Fondsleitung AG. Die Fondsgesellschaft "Swisscanto" wurde durch die Gemeinschaftswerke der Schweizer Kantonalbanken ins Leben gerufen. Der Mischfonds kauft Aktien und Obligationen von ?kologisch und sozial nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen auf der ganzen Welt. Der Aktienanteil des Fonds kann zwischen 40 und 60 Prozent schwanken. Das Research bezieht Swisscanto von der Z?rcher Kantonalbank, ein Umweltbeirat und der WWF werden in den Investmentprozess einbezogen. Die Liste der Ausschlusskriterien des Fonds ist lang, neben bei Nachhaltigkeitsfonds h?ufig genannten Punkten wie R?stung oder Tabak, werden auch Problemfelder wie Fischwirtschaft, Automobilindustrie, Herstellung von PVC und Vinylchlorid oder fossile Energietr?ger beachtet.

 

Diese Auswertung basiert auf der Datenbank ECOfondsreporter. Sie enth?lt ?ber 100 ethische, ?kologische und nachhaltige Fonds aus dem deutschsprachigen Raum. ECOfondsreporter ist ein Gemeinschaftsprojekt der ECOreporter.de AG und des Panda Finanz Service. Die Performanceangaben beruhen auf Daten von Standard&Poor"s.

 

 

Grafiken

 

- die zehn besten Nachhaltigen Aktienfonds in den ersten neun Monaten 2005

 

- die zehn besten Nachhaltigen Mischfonds in den ersten neun Monaten 2005