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Nachhaltige Aktien 28.12.2004

28.12.2004: ECOreporter.de-Aktientipp: Mit dem Faltboot zur Dividende - die Klepper-Aktie

Die Klepper Faltbootwerft AG bietet Anlegern im Rahmen einer außerbörslichenKapitalerhöhung bis zu eine Million neue Aktien an. Das seit 1907 bestehende Rosenheimer Unternehmen baut das legendäre "Klepper Faltboot", ein zerlegbares Kanu aus einem Holzgerüst und einer Kautschukhaut. Unter Wassersportfreunden ist das Boot Legende: Im Jahre 1956 gelang es dem damals 34-jährigen Hannes Lindemann mit einem Klepperfaltboot den Atlantik zu überqueren. Es blieb nicht die einzige wagemutige Fahrt, die eines der leichten Boote aus Rosenheim zu bestehen hatte. Schon 1926 nutzte der Norweger Amundsen ein Klepper Faltboot bei seiner Expedition zum Nordpol, andere Abenteurer befuhren mit den ungewöhnlich kippsicheren und robusten Gefährten den Ärmelkanal, die Magellanstrasse, den Amazonas oder den Ozean um Kap Horn.

 

In der wechselvollen Geschichte des Unternehmens, das durch den Rosenheimer Schneidermeister Johann Klepper gegründet wurde, gerieten jedoch nicht nur die Boote in schwere See. Als der heutige Aufsichtsratsvorsitzende Henning Isbruch die Traditionsfirma 1999 gemeinsam mit seiner Frau übernahm, stand die damalige Klepper Faltbootwerft H.S. Walther GmbH kurz vor der Pleite. Isbruch, ehemaliger Commerzbankdirektor und Wirtschaftsprüfer, stieg bei Klepper ein und führte die Vorgängerfirma in die Klepper Faltbootwerft AG über. An dem Unternehmen können sich seit 2001 auch private Aktionäre beteiligen.

 

Das Produkt ist einzigartig, von hoher Qualität und nur schwer zu kopieren. Es genießt weltweites Ansehen, sein Einsatzgebiet reicht vom Nordpol bis in den Dschungel des Amazonas. Es wird bis heute weitgehend in Handarbeit gefertigt. Der Kundenstamm ist treu. Unter den Kunden: die Armeen verschiedener Länder, die Klepper für seine Zuverlässigkeit und Robustheit schätzen und 15 Prozent des Umsatzes stellen. Der weltweite Marktanteil beträgt nach Unternehmensangaben mehr als 68 Prozent. Seit der Übernahme durch die Familie Isbruch schreibt Klepper wieder schwarze Zahlen. Was kann da jetzt noch schief gehen?

 

Zum Beispiel eine Kapitalerhöhung. Trotz des Versprechens, auf die Vorzugsaktien eine Garantiedividende in Höhe von 8,24 Prozent auszuschütten, lief die Aktienemission der Klepper AG zunächst nur schleppend an. Trotz des offensichtlich etwas schleppend verlaufenen Auftakts als Aktiengesellschaft - die Kapitalerhöhung startete schon 2001 - bis zum späten Frühjahr nächsten Jahres hofft Hening Isbruch auf den Abschluss der Kapitalmaßnahme. Zwei Drittel der eine Million Aktien, die Klepper emittieren will, hat das Unternehmen laut dem Aufsichtsrat inzwischen platziert.

 

Im Interview mit ECOreporter.de bekräftigte Isbruch Anfang November noch einmal: "Die Garantie-Dividende wollen wir auf jeden Fall aufrechterhalten! Schließlich haben wir kein Interesse daran, unsere Aktionäre vor den Kopf zu stoßen. Außerdem bin ich davon überzeugt: Diese Art der Finanzierung ist für die Klepper Faltbootwerft viel günstiger als ein Bankkredit." Lohnt sie sich auch für die potentiellen Aktionäre des Unternehmens? Ein Rechenexempel: Die Mindesteinlage beträgt laut dem Emissionsprospekt 1700 Euro oder 1000 Aktien. Der Ausgabepreis wurde auf 1,70 Euro festgesetzt. Der Anleger erhält dafür je 300 Stammaktien und 700 Vorzugsaktien. Die laut dem Unternehmen garantierte Mindestdividende beliefe sich in diesem Fall auf 98 Euro, das entspricht einer respektablen Verzinsung auf den Gesamteinsatz in Höhe von 5,76 Prozent.

 

Der Großteil der bis jetzt etwa 330 Aktionäre komme aus dem Kreis der Klepperfreunde, berichtet der Aufsichtsratsvorsitzende; die zweite Hauptgruppe seien langfristig orientierte Anleger. Wer sich beim Kauf von Aktien vor allem auf die Aussagekraft von Kennziffern verlässt, wird bei Klepper auch kaum zugreifen. Nach Abschluss der Kapitalerhöhung beliefe sich die theoretische Marktkapitalisierung bezogen auf den Ausgabepreis von 1,70 Euro und insgesamt 2 Millionen Aktien auf 3,4 Millionen Euro. Bei einem Gewinn im Geschäftsjahr 2003 in Höhe von 99.800 Euro errechnet sich ein Kurs-Gewinnverhältnis (KGV) von 34. Im laufenden Abrechungszeitraum erwartet das Unternehmen einen Rückgang des Gewinns auf 60.000 Euro, das KGV würde auf 56 steigen. Nur Menschen mit einem langen Atem kann denn auch die Aktie der Klepper Faltbootwerft AG zum Kauf empfohlen werden. Das sympathische Unternehmen wird sicher noch einige Jahre und Zwischenschritte brauchen, bis Umsatz und Gewinn deutlich steigen. Möglichweise steht dann auch der ursprünglich für einen viel früheren Zeitpunkt in Aussicht gestellte Gang an die Börse an.

 

Pluspunkte für die gleichzeitig junge und alte Faltbootwerft sind das zuverlässige Management, die starken Produkte und der über Jahrzehnte gewachsene Mitarbeiterstamm. Wichtig: Das Management hat gezeigt, dass es in der Lage ist, auch schwierige Phasen zu bewältigen und im entscheidenden Moment wirkungsvoll gegenzusteuern. Wenn nun noch geduldige Aktionäre hinzustoßen, die sich für einige Jahre mit einer erfreulichen Dividende von fast sechs Prozent zufrieden geben, hat das Unternehmen eine solide Basis.

 

Fazit: Die Klepper-Aktie ist ein riskantes Investment, aber keins für Spekulanten. Risikobewusste Anleger können die Papiere zur Depotbeimischung kaufen. Die recht hohe Garantiedividende erscheint weitgehend sicher.

 

Informationen zur Aktienemission der Klepper Faltbootwerft AG finden Sie hier:

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