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Nachhaltige Aktien 28.06.2004

28.6.2004: Wochenrückblick: Photovoltaik-Unternehmen in Deutschland und USA expandieren - kanadische ATS will mitmischen - Ende der Dosenpfand-Blockade?

In der vergangenen Woche setzte sich der Seitwärtstrend an den Aktienbörsen der Welt fort. Ausnahmen waren diesmal der US-amerikanische Nasdaq Combined Composite Index mit einem Anstieg von drei Prozent sowie der japanische Nikkei-225 mit einem Zuwachs von 1,5 Prozent. Der Euro verteuerte sich um 0,3 Prozent auf 1,2178 US-Dollar.

 

Einem Bericht der Berliner "Tageszeitung" zufolge ist der schwedische Staatskonzern Vattenfall wegen seiner Geschäftsaktivitäten in Deutschland kritisiert worden. Die "Riksrevisionen", eine Kontrollbehörde der schwedischen Regierung, habe die einseitige Ausrichtung auf Braunkohle und Atomkraft bemängelt. Vattenfall habe in einem Reichstagsbeschluss von 1997 den Auftrag erhalten, aktiv auf die Umstellung zu erneuerbaren Energiequellen hinzuwirken. Bei der Expansion nach Deutschland sei jedoch jegliche umweltpolitische Rücksichtnahme auf der Strecke geblieben.

 

Der Münchener Energiekonzern E.on Energie AG hat weitere Strompreiserhöhungen nicht mehr ausgeschlossen. Vorstandsmitglied Johannes Teyssen begründete dies mit der Notwendigkeit von Investitionen, die "sich rechnen" müssten, sowie mit gestiegenen Brennstoffkosten, vor allem bei der Kohle. E.on hatte im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs den bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 21 Prozent gesteigert, verglichen mit dem ersten Quartal des Vorjahres. Den Gewinnanstieg hatte der Versorger insbesondere mit einem höheren Ergebnis im Strombereich begründet. Im vergangenen Jahr hat E.on nach Angaben des Geschäftsberichts mehr als ein Drittel des Personals abgebaut.

 

In der deutschen Photovoltaikbranche werden langfristig 100.000 Menschen arbeiten. Im laufenden Jahr sollen hier 4.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Das geht aus einer Studie hervor.

 

Die SolarWorld AG, Bonn, kündigte Investitionen von 150 Millionen Euro in den Ausbau der Fertigungskapazitäten an. Am Standort Freiberg (Sachsen) soll bis zum Jahr 2007 die jährliche Waferproduktion auf 240 Megawatt verdoppelt werden, die Solarzellenkapazität soll auf 120 Megawatt vervierfacht und die Modulfertigung (in Freiberg und Gällivare/Schweden) auf 120 Megawatt mehr als verdoppelt werden. Wafer sind ein Vorprodukt der Solarzellen, aus denen wiederum Module gefertigt werden, die mit Systemtechnik zu Sonnenstrom-Kraftwerken zusammengeschaltet werden können. Die Investitionen sollen aus dem Cashflow des Konzerns, Zuschüssen und Zulagen sowie einer "strukturierten Fremdkapitalfinanzierung" bezahlt werden. Das Unternehmen emittiert zur Zeit eine Anleihe mit siebenjähriger Laufzeit. Ferner teilte der Bonner Konzern mit, dass die Bayer AG ihren 5,1-prozentigen Anteil an der SolarWorld an den Großaktionär und Vorstandssprecher Frank H. Asbeck und seine Familie verkauft hat. Die Familie Asbeck hält nun 45,9 Prozent aller SolarWorld-Aktien, der Rest ist im Streubesitz. Der SolarWorld-Kurs überstieg wieder kurzzeitig die 30 Euro-Marke. Insgesamt nahm er im Wochenverlauf sechs Prozent auf 29,80 Euro zu.

 

Sunways AG aus Konstanz, ein Hersteller von Solarzellen und -systemtechnik, will die Produktionskapazitäten von zwölf auf 40 Megawatt jährlich ausweiten. Des weiteren werde an technologischen Verbesserungen gearbeitet. Das sagte Sunways-Vorstand Roland Burkhardt laut "VDI Nachrichten". Sunways legten drei Prozent auf 4,03 Euro zu.

 

Die Aktionäre der Solar-Fabrik AG haben auf der Hauptversammlung der Erhöhung des Genehmigten Kapitals zugestimmt. Der Modul-Hersteller aus Freiburg werde im laufenden Jahr ein positives Ergebnis erwirtschaften, sagte Finanzvorstand Christoph Paradeis auf dem Aktionärstreffen. Die Aktie verteuerte sich um zwölf Prozent auf 8,20 Euro.

 

Die Berliner Solon AG hat eine Kapitalerhöhung geschlossen. Über die Ergebnisse ist noch nichts bekannt. Der Kurs kletterte um 17 Prozent auf 13,45 Euro.

 

S.A.G. Solarstrom AG, Freiburg, berichtete über den Beginn eines Solarstromprojekts in Augsburg. S.A.G. legten 16 Prozent auf 4,70 Euro zu.

 

United Solar Ovonic LLC, eine Tochtergesellschaft der US-amerikanischen Energy Conversion Devices Inc., hat nach eigenen Angaben den Auftrag zum Bau einer Photovoltaik-Anlage aus China erhalten. Auf das Stahldach eines Museums in Peking sollen Solarfolien mit einer Gesamtleistung von 300 Kilowatt geklebt werden. United Solar Ovonic sieht sich als weltweit führendes Unternehmen der Dünnschicht-Technologie. Die Aktien der Energy Conversion Devices stiegen um drei Prozent auf 11,63 Dollar.

 

Evergreen Solar Inc. aus den USA hat die Privatplatzierung von rund 7,66 Millionen Aktien sowie von Warrants abgeschlossen. Netto seien dem Hersteller von Solarzellen 18,5 Millionen Dollar zugeflossen. Die Produktionskapazität soll nun zunächst auf 15 Megawatt ausgeweitet werden. Nach Angaben von CEO Richard M. Feldt werden bereits Möglichkeiten untersucht, auf bis zu 50 Megawatt jährlich zu expandieren. Evergreen-Aktien kletterten um sechs Prozent auf 2,96 Dollar.

 

Die kanadische Automation Tooling Systems Inc. (ATS) berichtete über die Eröffnung ihrer Spheral Solar Power (SSP)-Fabrik in der Provinz Ontario. Hier sollen in hochautomatisierten Fertigungslinien biegsame Solarzellen in verschiedenen Farben hergestellt werden. SSP basiert nach Unternehmensangaben auf kristallinem Silizium. Die ersten Zellen sollen noch in diesem Sommer ausgeliefert und an Geschäftspartner in aller Welt verschickt werden. Bis Ende 2005 soll die volle kommerzielle Produktion mit 200 Arbeitskräften aufgenommen werden, hieß es. Unternehmenspräsident Milfred Hammerbacher verwies auf die Konkurrenz aus Deutschland, den USA und Japan. ATS stiegen in Toronto um zwei Prozent auf 12,10 Kanadische Dollar.

 

CCR Logistics Systems AG, Anbieter von logistischen Lösungen im Bereich des Abfallmanagements, teilte mit, dass im laufenden Jahr eine EBIT-Verdreifachung auf 300.000 Euro zu erwarten sei. Die Aktie gab einen Cent auf 1,49 Euro nach.

 

Im Streit um das Dosenpfand in Deutschland zeichnet sich eine Lösung ab. Der Nachrichtenagentur dpa zufolge werde das Bundesland Bayern zur nächsten Sitzung des Bundesrats einen Vorschlag zur Vereinfachung des Pfandsystems einbringen. Der Bundestag hatte im vergangenen Jahr die Ausweitung des Pfands auf Einweg-Getränkeverpackungen beschlossen. Die Gesetzesnovelle wird jedoch seitdem von einigen Bundesländern blockiert. Laut dpa soll Bundesumweltminister Jürgen Trittin bereits Einigungsbereitschaft über den bayrischen Vorschlag signalisiert haben. Auch der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE), der Bundesverband mittelständischer Privatbrauereien sowie die Deutsche Umwelthilfe befürworteten ihn. Offen ist noch der Ausgang des Vertragsverletzungverfahrens der EU-Kommission, das sich vor allem gegen die so genannten Insellösungen der großen Discounter richtet. Eine Auflösung der Blockade kann Auswirkungen auf die Auftragslage der Hersteller von Rücknahme-Automaten haben. Marktführer ist die norwegische Tomra Systems ASA. Die Tomra-Aktie verteuerte sich in Oslo um drei Prozent auf 31,90 Norwegische Kronen.

 

Bildnachweise: Dr. Johannes Teyssen, Vorstandsmitglied E.on AG; Multikristalline Solarzelle der Sunways AG; Produkte von The Body Shop International

 

 

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.

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