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Nachrichten 29.11.2002

29.11.2002: Mangelnde Bereitschaft zum Wandel beim Stromkonsum

Auf dem NaturEnergieFORUM 2002 haben Experten aus Unternehmen, Energiewirtschaft, Wissenschaft, Umweltschutz und Medien darüber diskutiert, was Verbraucher zu nachhaltigem Stromkonsum bewegen kann. "Wechsellust und Wechselfrust" lautete das Motto der Veranstaltung, die in Grenzach-Wyhlen stattfand. Der Strommarkt, auf dem die Bereitschaft zum Anbieterwechsel bisher sehr gering ist, stand dabei im Mittelpunkt. Das Fazit: Wenn nachhaltiger Konsum befördert werden soll, so ist mehr Mut zu Neuem erforderlich. Das Forum fand nach 2000 und 2001 nun zum dritten Mal statt.

 

Der Soziologe und Politiker Ralf Dahrendorf kam in seinem Vortrag zu dem Ergebnis, die Bereitschaft zum Wandel sei derzeit in Deutschland kaum vorhanden, die Gesellschaft "blockiert". Dies zeige sich auch im Energiemarkt: Vier Jahre nach der Liberalisierung haben nur knapp vier Prozent der Haushalte ihren Anbieter gewechselt. Dagegen wählten 30 Prozent einen neuen Tarif bei ihrem alten Versorger. Dabei seien gerade im Energiebereich die Voraussetzungen für Veränderungen gut: "Der Druck auf Wandel ist gepaart mit der Aussicht auf Erfolg", so Dahrendorf. Regenerative Energien würden Umweltverträglichkeit und Versorgungssicherheit verbinden und dies sei ermutigend. In den Diskussionsbeiträgen wurde festgestellt, dass viele Verbraucher Angst haben, bei einem Wechsel des Anbieters auf die gewohnte Sicherheit der Stromversorgung verzichten zu müssen. Oder im Gegenteil, dass Ihnen das Produkt Strom - trotz teurer Werbekampagnen der Großkonzerne - nicht besonders wichtig erscheint. Nach Ansicht des Psychoanalytikers und Publizisten Micha Hilgers müssten die Anbieter nicht "den Strom bewerben, sondern das Verbraucherverhalten umwerben". Den Konsumenten müsse vermittelt werden, dass sie die Macht haben, durch ihr eigenes Verhalten Einfluss auf den Markt zu nehmen.

 

"Anbieter von Grünstrom müssen Extra-Anreize schaffen, um Neukunden zu gewinnen", erläuterte Andreas Fußer, Vorstand der gastgebenden NaturEnergie AG. Vielen Stromkunden sei nicht bewusst, dass Verbraucher direkt Einfluss auf die Art der Stromproduktion nehmen können. Beispielsweise durch den Wechsel zu einem Anbieter von Grünstrom, der aus erneuerbaren Quellen ohne Ausstoß von klimaschädlichen Gasen erzeugt. Barbara Birzle-Harder vom Institut für sozial-ökologische Forschung sieht in "Mund-zu-Mund-Propaganda im eigenen sozialen Umfeld" eine erfolgversprechende Strategie zu einem veränderten Konsumentenverhalten. Die Energieversorger müssten sich von den gängigen Marketingstrategien lösen und könnten durch Bonussysteme ihre eigenen Kunden zu Botschaftern des Unternehmens machen.

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