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Nachhaltige Aktien 29.03.2004

29.3.2004: Wochenrückblick: Gutachten-Streit um erneuerbare Energien - REpower verhalten optimistisch - Vossloh erhöht Dividende

Nach einer Gewalteskalation im Konflikt zwischen Israel und Palästina brachen die Börsenindizes erneut ein. Im Verlauf der Woche stiegen die Notierungen wieder. Die wichtigsten Indizes in Deutschland und in den USA schlossen fast unverändert zur Vorwoche. Eine Ausnahme war auch diesmal der japanische Index Nikkei-225, der um drei Prozent stieg. Der Euro wurde mit 1,213 US-Dollar notiert, ein Prozent weniger als am Ende der Vorwoche. Hier wirkt sich möglicherweise die Erwartung aus, die Europäische Zentralbank könnte aufgrund der schwachen Wirtschaftsdaten den Leitzins senken.

 

Eine Gemeinschaftsstudie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, des Instituts für Energie- und Umweltforschung und des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie hat Szenarien für den Ausbau der erneuerbaren Energien unter Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und "weicher" Faktoren untersucht. Zu den "weichen" Faktoren zählt unter anderem die gesellschaftliche Akzeptanz. Diese verschiedenen Szenarien wurden mit einer Strategie verglichen, die überwiegend auf fossile Energien setzt. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien selbst unter strengen ökologischen Beschränkungen der volkswirtschaftlich billigste Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung ist. Das Investitionsvolumen wird auf jährlich etwa sechs Milliarden Euro bis zum Jahr 2010 geschätzt; bis 2020 würde sich der Markt noch einmal verdoppeln. Ab etwa dem Jahr 2030 würde der Wasserstoff eine nennenswerte Rolle im Energiemix spielen. Dessen Bedeutung würde ab 2050 rasch wachsen, hieß es. Die Studie liegt derzeit nur als Kurzfassung vor. Die Langfassung soll am 12. Mai 2004 durch das Bundesumweltministerium vorgestellt werden, den Auftraggeber der Studie.

 

Ein anderes, vom Bundeswirtschaftsministerium bei drei Wirtschaftsforschungsinstituten in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zu dem Schluss, dass Energiewirtschaft und stromintensive Industrie vom weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien kaum belastet würden. Das stehe im Widerspruch zu Aussagen des Wirtschaftsministers, kritisierten der Bundesverband Erneuerbare Energie und der Bundesverband Windenergie. Nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die aus dem Papier zitierte, hält das Ministerium die Studie "unter Verschluss". Die Wochenzeitschrift "Spiegel" hat das angeblich geheimgehaltene Gutachten allerdings zur Grundlage ihrer Titelstory gemacht. Dem Windenergieverband liegt die Studie nach eigenen Angaben ebenfalls vor.

 

REpower Systems AG, Hamburg, hat den Geschäftsbericht für das vergangene Jahr vorgelegt. Die vorläufigen Zahlen zur Gesamtleistung (endgültig 299,3 Millionen Euro) und zum Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT, 12,9 Millionen Euro) wurden im wesentlichen bestätigt. Bekannt wurde nun auch der Konzernumsatz, er erreichte 285,5 Millionen Euro, nach 254,5 Millionen im Vorjahr. Der Gewinn pro Aktie beträgt 1,14 Euro, der Dividendenvorschlag von 0,60 Euro wurde bestätigt.

 

Den Weltmarktanteil im Jahr 2002 gaben die Hamburger mit 3,6 Prozent an, nicht eingerechnet die Lizenzproduktion durch Dritte. Für das laufende Geschäftsjahr äußerte sich das Unternehmen verhalten optimistisch. Es sei eine leicht verbesserte Ertragslage zu erwarten. Insgesamt sollen im laufenden Jahr zunächst 50 Anlagen ins Ausland verkauft werden. Die langfristige Auftragsstruktur umfasse ein Volumen von 350 Millionen Euro (236 Anlagen, 410 Megawatt) und weise einen Auslandsanteil von 39 Prozent aus, hieß es abschließend. Die REpower-Aktie gab fünf Cent auf 17,05 Euro nach.

 

Wettbewerber Nordex AG, ebenfalls Hamburg, meldete unterdessen einen Auftrag im Wert von 21 Millionen Euro. In Portugal sollen neun Turbinen und die zugehörige Infrastruktur schlüsselfertig errichtet werden. Nordex sanken um einen Cent auf 0,97 Euro.

 

Plambeck Neue Energien will Genussscheine ausgeben. Der Windparkprojektierer aus Cuxhaven plant nach eigenen Angaben den Einstieg in den Betrieb von Windparks. Das Geschäft würde damit um den Bereich Stromerzeugung erweitert. Die Genusscheine sollen bis zu 30 Millionen Euro in die Kassen des Unternehmens spülen und gewinnabhängig mit sieben bis zehn Prozent verzinst werden. Plambeck-Aktien verloren drei Prozent auf 2,46 Euro.

 

Vor dem Hintergrund des Regierungswechsels in Spanien haben mehrere Analystenhäuser, darunter Credit Suisse First Boston und ABN Amro, ihre Einstufung für die Aktie der Iberdrola S/A erhöht. Im Bereich der erneuerbaren Energien seien nun attraktive Erträge zu erwarten, hieß es zur Begründung. Der spanische Stromversorger ist für umfangreiche Investitionen in die Windenergie bekannt. Der Kurs gab in Madrid leicht auf 16,42 Euro nach.

 

Der Jahresabschluss der Vossloh AG weist um 23,5 Prozent erhöhte Umsatzerlöse von 919,8 Millionen Euro aus. Das EBIT des Schienenfahrzeugtechnik-Herstellers aus Werdohl stieg den Angaben zufolge um 30 Prozent auf 101,7 Millionen Euro. Das Ergebnis enthalte Einmalgewinne aus Veräußerungserlösen und Vorsorgepositionen. Das Ergebnis je Aktie ist um zwei Cent auf 3,87 Euro gestiegen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen die Ausschüttung einer Dividende von 1,30 Euro vor. Im laufenden Jahr will Vossloh den Umsatz um fünf Prozent auf 960 Millionen Euro steigern, das EBIT soll trotz des Wegfalls der Sondererlöse um 4,6 Prozent klettern. Vorstandsvorsitzender Burkhard Schuchmann kündigte weitere Unternehmenszukäufe an. Vossloh legten ein Prozent auf 44 Euro zu.

 

Rückläufige Ergebnisse meldete die Düsseldorfer Wedeco AG. Der Umsatz ging um 12,5 Prozent auf 125,9 Millionen Euro zurück, das EBIT ist mit minus 8,2 Millionen Euro tief in die roten Zahlen gerutscht. Die eigenen Ziele seien damit verfehlt worden. Weiter teilte der Hersteller von Wasserdesinfektions-Technik mit, dass die Aktie nicht mehr in den Börsenindizes TecDAX und Nemax-50 gelistet sei. Wedeco habe darüber hinaus beantragt, vom Prime Standard in den weniger transparenten General Standard der Deutschen Börse AG zu wechseln. Die US-amerikanische ITT Industries halte mehr als 90 Prozent der Wedeco-Aktien, hieß es. Wedeco wurden ein Prozent höher bei 17,95 Euro notiert.

 

Der Dienstleistungs- und Rohstoffkonzern Interseroh AG meldete Konzernumsätze von 736,7 Millionen Euro nach 654,2 Millionen im Vorjahr. Das Vorsteuerergebnis ist der Mitteilung zufolge um 1,4 Millionen auf 19 Millionen Euro gesunken. Den Aktionären werde eine Dividende von 0,86 Euro vorgeschlagen. Unternehmenssprecher Michael Block äußerte sich in einem ECOreporter.de-Interview über die aktuellen Geschäftsbedingungen des Recycling-Konzerns. Interseroh kletterten um drei Prozent auf 12,40 Euro.

 

Creaton AG, Tondachziegel-Hersteller aus Wertingen, berichtete Umsätze von 130,2 Millionen Euro, ein Zuwachs um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieses Ergebnis sei durch Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen sowie durch einen deutlichen Lagerabbau erreicht worden. Der Auslandsanteil an den Umsätzen habe 22 Prozent erreicht. Das EBIT nahm um fünf Prozent auf 10,7 Millionen Euro zu. Den Aktionären soll wie im Vorjahr eine Dividende von 0,87 Euro ausgezahlt werden. Im laufenden Jahr will Creaton Umsatz und Ergebnis trotz anhaltend schwacher Baukonjunktur auf Vorjahreshöhe halten. Ein spürbares Wachstum werde erst wieder im Jahr 2005 erwartet, hieß es. Creaton gaben zwei Prozent auf 16,40 Euro nach.

 

Die Sto AG aus Stühlingen meldete einen nach vorläufigen Angaben unveränderten Umsatz von 654,7 Millionen Euro. Ein sinkender Inlandsumsatz sei durch das verbesserte Auslandsgeschäft ausgeglichen worden. Das EBIT ging deutlich auf 17,5 Millionen zurück (2002: 22,1 Millionen). Gründe seien veränderte Wechselkurse sowie die Restrukturierungskosten einer 2003 erworbenen französischen Gesellschaft gewesen, teilte der Wärmedämm-Spezialist mit. Die genauen Zahlen sollen am 3. Mai 2004 präsentiert werden. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen eine Kürzung der Dividende auf 0,42 Euro vor. Im Vorjahr waren 0,79 Euro je Vorzugsaktie - nur diese ist börsennotiert - gezahlt worden. Im laufenden Jahr erwarte die Gesellschaft steigende Umsätze und ein deutlich besseres Ergebnis, hieß es. Sto gaben in Frankfurt drei Prozent auf 16,80 Euro nach.

 

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) rechnet nach eigenen Angaben mit einer Abschwächung des Negativtrends in diesem Jahr. Im vergangenen Jahr seien die Bauinvestitionen um 3,4 Prozent zurückgegangen, für das laufende Jahr sei nur noch mit einem Minus von 0,8 Prozent zu rechnen. Bei der Umsatzentwicklung rechne der Verband mit einem nochmaligen Rückgang um zwei Prozent. Im Jahr 2005 erwarte man erstmals wieder ein Branchenwachstum, sagte ZDB-Präsident Arndt Frauenrath. Sämtliche Prognosen seien jedoch unsicher und stünden unter Vorbehalt.

 

Centrotec Hochleistungskunststoffe AG berichtete über einen Umsatzanstieg um 18 Prozent auf 115,7 Millionen Euro. Das operative EBIT ohne Firmenwertabschreibungen sei um 34 Prozent auf 15,2 Millionen Euro gewachsen. Der Gewinn pro Aktie vor Goodwill habe 1,07 Euro erreicht und damit die eigenen Erwartungen übertroffen. Bereinigt um Abschreibungen lag der Gewinn bei 0,81 Euro je Aktie. Wachstumsträger seien Produkte für Niedrigenergieheizungs- und -lüftungssysteme gewesen. Centrotec sehe sich deshalb in seiner Entscheidung bestärkt, sich zu einem Hersteller von Energiespar- und Gesundheitsprodukten zu wandeln. Diese Produkte würden mittlerweile zu 80 Prozent zum Umsatz beitragen. Die Gesellschaft will ihren Namen in Centrotec Sustainable AG ändern. Für das laufende Jahr prognostizierte das Unternehmen Umsätze von 130 bis 135 Millionen Euro und einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 1,00 bis 1,05 Euro. Centrotec verteuerten sich um acht Prozent auf 12,30 Euro.

 

Der Vorstand der unit energy europe AG hat die Aktionäre zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Es gebe vieles zu berichten, das Internet sei dafür jedoch sicherlich das falsche Medium, heißt es im Einladungstext, der von der Internetseite der Gesellschaft heruntergeladen werden kann. Unit energy-Aktien werden gegenwärtig für 0,10 Euro gehandelt.

 

Der österreichische Wasseraufbereitungs-Spezialist Best Water Technology AG (BWT) hat 74 Prozent der irischen Waterman Purification Ltd übernommen. Waterman ist nach BWT-Angaben in der Rein- und Reinstwasseraufbereitung für die pharmazeutische Industrie tätig. Die Übernahme stehe noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung, hieß es. BWT notierten in Wien unverändert bei 17,70 Euro.

 

Transmeta Corp., US-amerikanischer Hersteller besonders stromsparsamer Mikroprozessoren, meldete eine strategische Allianz mit dem japanischen Halbleiter-Hersteller NEC Electronics Corp. NEC habe in diesem Zusammenhang einen kleinen Teil der im Dezember 2003 ausgegebenen neuen Transmeta-Aktien gezeichnet. Transmeta legten sechs Prozent auf 3,79 Euro zu.

 

Kursverlierer der Woche sind farmatic biotech energy AG mit einem Minus von 40 Prozent auf 0,18 Euro und die init AG, die zwölf Prozent auf 3,60 Euro abgaben. Kursgewinne in zweistelliger Höhe verzeichneten hingegen Energy Conversion Devices Inc. und Ifco Systems N.V. Die US-amerikanische WorldWater Corp., in New York nur im Bulletin Board gehandelt, verteuerte sich um 47 Prozent auf 0,28 Dollar.

 

Best Water Technology AG (ISIN AT0000737705 / WKN 884042)

Centrotec Hochleistungskunststoffe AG (ISIN DE0005407506 / WKN 540750)

Creaton AG (ISIN DE0005483036 / WKN 548303)

Energy Conversion Devices Inc. (ISIN US2926591098 / 858643)

farmatic biotech energy AG (ISIN DE0006051923 / WKN 605192)

Iberdrola SA (ISIN ES0144580018 / WKN 851357)

IFCO Systems N.V. (ISIN NL0000268456 / WKN 157670)

init innovation in traffic systems AG (ISIN DE0005759807 / WKN 575980)

Interseroh AG (ISIN DE0006209901 / WKN 620990)

MVV Energie AG (ISIN DE0007255903 / WKN 725590)

Nordex AG (ISIN DE0005873574 / WKN 587357)

Plambeck Neue Energien AG (ISIN DE0006910326 / WKN 691032)

REpower Systems AG (ISIN DE0006177033 / WKN 617703)

Sto AG (ISIN DE0007274136 / WKN 727413)

Transmeta Corp. (ISIN US89376R1095 / WKN 564775)

unit energy europe AG (ISIN DE0007760100 / WKN 776010)

Vossloh AG (ISIN DE0007667107 / WKN 766710)

Wedeco AG (ISIN DE0005141808 / WKN 514180)

WorldWater Corp. (ISIN US98155N1063 / WKN 909889)

 

Bildnachweis: Lokomotive der Vossloh AG / Quelle: Unternehmen

 

 

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.

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