Werbung
Nachrichten 30.06.2003

30.6.2003: Wochenrückblick: Solar-Fabrik mit Kursverdopplung - Analysten empfehlen SolarWorld - Diskussionen um Biodiesel

Die Indizes der Weltbörsen zeigten in der vergangenen Woche wenig Veränderung. Der DAX und der japanische Nikkei-225 nahmen geringfügig ab. Ein bis zwei Prozent verloren der MDAX sowie die beiden US-amerikanischen Indizes Dow Jones Industrial Average und Nasdaq Combined Composite. Der TecDAX gab drei Prozent nach.

 

Die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve hat die Leitzinsen erneut gesenkt. Es ist die dreizehnte Zinssenkung seit dem Jahr 2001. Das sogenannte "target for the federal funds", der Zielsatz für Tagesgeld, liegt nun bei 1,0 Prozent. Zur Begründung führte die Bank unter anderem an, dass die Wirtschaft noch kein nachhaltiges Wachstum zeige.

 

Nach Angaben des Bundesumweltministeriums und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wird die Förderung von Photovoltaikanlagen im 100.000 Dächer- Programm zum Jahresende auslaufen. Das Programmziel von 300 Megawatt werde dann erreicht sein. Umweltminister Jürgen Trittin habe die Absicht, bei der vorgesehenen Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die Vergütung für Solarstrom anzuheben. Damit solle ein Ausgleich für den Wegfall der zinsgünstigen KfW-Kredite geschaffen werden, hieß es. Die KfW wies auf weitere Möglichkeiten der Förderung von Solarstromanlagen hin.

 

Der Kurs der Freiburger Solar-Fabrik ist in der vergangenen Woche von 1,90 auf 4,00 Euro gestiegen und hat sich damit mehr als verdoppelt. In der Spitze wurden bis zu 4,12 Euro für die Papiere gezahlt. Einem Bericht der Badischen Zeitung zufolge hatte der Vorstand des Solarmodul-Herstellers auf der Hauptversammlung einen Gewinn im Geschäftsjahr 2004 in Aussicht gestellt. Dazu wolle die Solar-Fabrik den Exportanteil ausweiten, hieß es in der Zeitung.

 

Nach dem kräftigen Kursanstieg in der Vorwoche haben die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg die Aktie der SolarWorld AG auf "kaufen" hochgestuft. Die Aufnahme in den Prime Standard der Deutschen Börse sei positiv zu werten, allerdings sei die Kapitalmarktkommunikation des Bonner Unternehmens immer noch unbefriedigend, meinen die Analysten. Für das laufende Jahr erwarten sie einen Gewinn von 0,03 Euro pro Aktie, der 2004 auf 0,45 Euro ansteigen soll. Der Kurs des Solartechnologie-Konzerns legte sechs Prozent auf zum Schluss 6,30 Euro zu.

 

Farmatic biotech energy AG, Nortorf, hat nach eigenen Angaben den Probebetrieb eines Biodieselwerks in Falkenhagen/Brandenburg abgeschlossen. Das Werk sei für die ElbeOel Prignitz AG errichtet worden und habe eine Jahreskapazität von cirka 35.000 Tonnen Biodiesel, hieß es. Die farmatic-Aktie notierte unverändert bei 1,34 Euro.

 

Umweltkontor Renewable Energy AG verteuerten sich um 18 Prozent auf 1,71 Euro. Das Erkelenzer Unternehmen ist neben der Entwicklung von Windparks mit der Produktion von Biodiesel und von Solarzellen befasst.

 

Manager der deutschen Autohersteller haben erneut ihre Ablehnung des Biodiesels deutlich gemacht. DaimlerChrysler nannte die Kosten für den Umbau eines Diesel-Mercedes "für den Kunden nicht zumutbar"; Volkswagen hat laut einem Bericht des "Spiegel" die Freigabe seiner neuen Dieselfahrzeuge für den Alternativ- Kraftstoff gestoppt. Beide Konzerne hatten sich bereits für die Einführung anderer biogener Kraftstoffe ausgesprochen, denn diese hätten den Vorteil, dass die vorhandenen Motoren nicht umgebaut werden müssten. Für die Einführung solcher neuartigen Kraftstoffe wären jedoch staatliche Subventionen erforderlich, verlautete kürzlich aus dem Daimler-Vorstand. Branchenbeobachter wiesen auf die verzerrte Darstellung des Sachverhalts hin: Die Probleme mit dem Biodiesel würden ausschließlich Gummidichtungen und Schläuche betreffen, hieß es. Weitere Nahrung erhielt die Diskussion durch Presseberichte, nach der die Europäische Kommission das deutsche Gesetz zur Steuerbefreiung für Biokraftstoffe prüfen will. Es werde vermutet, dass die geplante Ausdehnung der ursprünglich nur für Biodiesel geltenden Vergünstigungen auch auf andere Biokraftstoffe gegen die EU-Beihilfebestimmungen verstoße, werden Kommissionskreise zitiert.

 

Um fünf Prozent auf 20,70 Euro kletterte der Kurs des Windenergie-Unternehmens REpower Systems AG. Analysten der HSH Nordbank hatten ihre Kaufempfehlung für die Aktie bestätigt und das Kursziel leicht auf 26,65 Euro angehoben.

 

Der dänische Windturbinen-Hersteller NEG Micon A/S meldete zwei Aufträge im Umfang von zusammen cirka 350 Millionen Dänischen Kronen (etwa 48 Millionen Euro) aus Spanien. Darüber hinaus gebe es eine Vereinbarung über die Lieferung von zehn Turbinen der Megawatt-Klasse. Dies sei laut NEG Micon die erste Vereinbarung über Megawatt-Turbinen in Spanien, das bisher von kleineren Turbinen dominiert sei. NEG Micon stiegen sechs Prozent auf 67 Dänische Kronen. Umgerechnet in Euro zu den jeweils gültigen Wechselkursen ergibt sich bei NEG Micon jedoch ein Wochenrückgang von 8,49 auf 8,48 Euro.

 

Bei kanadischen Aktien war es in der vergangenen Woche umgekehrt. So sank die Aktie des Herstellers von UV-Wasserentkeimungsanlagen Trojan Technologies Inc. von 7,67 auf 7,60 Kanadische Dollar; der Brennstoffzellen-Hersteller Hydrogenics Corp. verlor in der gleichen Zeit von 6,12 auf 6,01 Dollar. In Euro umgerechnet ergab sich bei beiden Aktien aber ein Gewinn.

 

Der Hamburger Windparkprojektierer P&T Technology AG teilte mit, dass der Vorstandsvorsitzende Walter Roman Ribis im gegenseitigen Einvernehmen aus dem Unternehmen ausscheide. Damit hat das letzte Vorstandsmitglied, das seit dem Börsengang im Jahr 2000 dabei war, das Unternehmen verlassen. Die P&T-Aktie wird derzeit zwischen 0,35 und 0,39 Euro gehandelt.

 

Auf der Hauptversammlung des Kölner Dienstleistungs- und Rohstoffkonzerns Interseroh AG stimmten nur rund 60 Prozent des anwesenden Grundkapitals für die Beschlussvorlage zur Ermächtigung des Vorstandes, das Grundkapital der Gesellschaft zu erhöhen. Erforderlich wären 75 Prozent gewesen. Den anderen Tagesordnungspunkten stimmten die Aktionäre jedoch mit klarer Mehrheit zu, darunter auch einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln ohne Ausgabe neuer Aktien. Vorstandsvorsitzender Werner Kook brachte vor den Aktionären sein Unverständnis über neue Diskussionen zur thermischen Verwertung von Verpackungen aus dem Dualen System (DSD) zum Ausdruck. Dies sei ein Rückschritt, weil bereits eine Infrastruktur zur stofflichen Verwertung aufgebaut wurde, so Kook. Interseroh teilte ferner mit, dass der Konkurrent DSD eine Klage auch in zweiter Instanz verloren habe: Das Oberlandesgericht Köln habe das Selbstentsorgersystem von Interseroh für wettbewerbsrechtlich unbedenklich befunden. Die Aktie verlor dennoch 17 Prozent auf 10,62 Euro.

 

Die Vossloh AG, Werdohl, hat ihre Umsatzprognose für die Sparte Vossloh Locomotives GmbH (Kiel) von 200 auf 220 Millionen Euro erhöht. Statt der erwarteten 122 Lokomotiven würden voraussichtlich mindestens 140 gebaut werden. Vossloh verbilligten sich um zwei Prozent auf 31,21 Euro.

 

Eine Personalie meldete die Kölner condomi AG. Im Rahmen der Umstrukturierung habe der Aufsichtsrat beschlossen, die Anzahl der Mitglieder des Vorstands auf zwei zu beschränken. In diesem Zusammenhang sei Michael Dills, Vorstand für Produktion und Entwicklung, aus dem Unternehmen ausgeschieden. Die condomi- Aktie gab ihre Vorwochengewinne fast vollständig wieder ab, sie fiel auf 2,85 Euro zurück.

 

Spire Corp. aus den USA meldete einen Vertrag mit der US-amerikanischen Regierung. Für 5,2 Millionen Dollar soll eine automatisierte Fabrik für großformatige Solarmodule entwickelt werden. Die Hälfte der Forschungs- und Entwicklungskosten werde von der Regierung übernommen. Der Vertrag habe eine Laufzeit von drei Jahren. Die künftig produzierten Module sollen fünf mal so groß sein wie die heute üblichen und über eine elektrische Leistung von jeweils einem Kilowatt verfügen. Spire notierten an der Nasdaq leicht stärker bei 2,66 Dollar.

 

Der US-amerikanische Möbelhersteller Herman Miller Inc. gab die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres bekannt. Die Umsätze seien gegenüber dem Vorjahr um neun Prozent auf 1,34 Milliarden Dollar gesunken. Infolge der Maßnahmen zur Kostensenkung und zur Verbesserung der Margen sei man jedoch zur Profitabilität zurückgekehrt, das Ergebnis pro Aktie liege bei 0,31 Dollar. Für das laufende erste Quartal erwartet das Unternehmen einen Gewinn von 0,01 bis 0,05 Dollar pro Aktie. Herman Miller gaben zwei Prozent auf 20 Dollar nach.

 

Green Mountain Coffee Roasters Inc. berichtete über eine Vereinbarung mit der Lebensmittelkette Harris Teeter Inc., einer Tochtergesellschaft der Ruddick Corp. Harris Teeter wird demzufolge Green Mountains Kaffee der Marke Newman"s Own(R) Organics Fair Trade Certified(TM) in seinen 143 Supermärkten anbieten. Nach Angaben der Green Mountain-Rösterei werden die Kaffeebohnen kleinen Farmern zu Konditionen abgekauft, die ihnen faire Preise garantieren. Green Mountain Coffee Roasters gibt nach eigenen Angaben jährlich mindestens fünf Prozent ihres Vorsteuergewinns für die Unterstützung sozialer Initiativen aus. Die Aktie hatte sich einige Monate lang um die Marke von 17 Dollar bewegt, war in der Vorwoche auf über 21 Dollar gestiegen und fiel nun auf 19,39 Dollar zurück.

 

Einem Bericht der New York Times zufolge werden die Bilanzen der Fannie Mae durch Rechnungsprüfer und Vermögensverwalter überprüft. Man vermute Wertverluste in Milliardenhöhe, die jedoch nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung auftauchen würden, hieß es. Fannie Mae (Federal National Mortgage Association) ist ein börsennotierter Hypothekenfinanzierer, der jedoch nicht den sonst üblichen Publizitätspflichten unterliegt. Ziel der Geschäftstätigkeit ist es, Hypothekenbanken Sicherheiten zu geben, so dass auch mittelose Familien in die Lage versetzt werden, Wohnungseigentum zu erwerben. Fannie Mae verloren an der New York Stock Exchange fünf Prozent auf 66,48 Dollar.

 

condomi AG (ISIN DE0005444905 / WKN 544490)

Fannie Mae (ISIN US3135861090 / WKN 856099)

farmatic biotech energy AG (ISIN DE0006051923 / WKN 605192)

Green Mountain Coffee Roasters Inc. (ISIN US3931221069 / WKN 887856)

Herman Miller Inc. (ISIN US6005441000 / WKN 863205)

Hydrogenics Corp. (ISIN CA4488821006 / WKN 588386)

Interseroh AG (ISIN DE0006209901 / WKN 620990)

NEG Micon A.S. (ISIN DK0010253681 / WKN 897922)

P&T Technology AG (ISIN DE0006852809 / WKN 685280)

REpower Systems AG (ISIN DE0006177033 / WKN 617703)

Solar-Fabrik AG (ISIN DE0006614712 / WKN 661471)

SolarWorld AG (ISIN DE0005108401 / WKN 510840)

Spire Corp. (ISIN US8485651074 / WKN 870534)

Trojan Technologies Inc. (ISIN CA8969241071 / WKN 902023)

Umweltkontor Renewable Energy AG (ISIN DE0007608101 / WKN 760810)

Vossloh AG (ISIN DE0007667107 / WKN 766710)

 

 

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.

ECOreporter.de-Abonnement

Als Abonnent haben Sie Zugriff auf alle Exklusivinformationen von ECOreporter.de.

Ein umfassender Service für alle, denen nachhaltige Investments etwas wert sind!

Abonnent werden

ecoanlageberater - deutschlandweit

ecoanlageberater - deutschlandweit

Wo finde ich eine/n Fachberater/in für Nachhaltiges Investment?
Absolvent/inn/en des Fernlehrgangs ecoanlageberater ganz in Ihrer Nähe

weiterlesen

ECOreporter - Artikel kaufen

PayPal

Sie möchten einen bestimmten Bericht in ECOreporter.de lesen? Sie können auch einzelne Artikel kaufen - vom Aktientipp bis zum ausführlichen Testbericht.
Schon ab 2,40 Euro!

Sie wollen alles in ECOreporter.de lesen? Dann abonnieren Sie! Ab 99,60 Euro pro Jahr, das sind pro Monat nur 8,30 Euro.
Die umfangreichste deutsche Seite zu nachhaltigen, ethischen Geldanlagen steht Ihnen dann komplett offen!
Abonnent werden

Einloggen schließen
Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
Zum Seitenanfang Zum Seitenanfang