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Nachrichten 03.12.2002

3.12.2002: Beteiligung von EdF an umstrittenem Staudamm-Projekt in Laos

Vor allem Manager von Umweltfonds wären alarmiert, sollten sich Gerüchte bestätigen, denen zufolge der französische Staatskonzern Electricite de France (EdF) die Kontrolle über Vivendi Environnement SA (WKN 501541) anstrebt. Ende November hatte EdF Anteile an dem französischen Wasserkonzern erworben (wir berichteten). Am Wochenende sah sich Henri Proglio, Verwaltungsratsvorsitzender des Wasserversorgers genötigt, derartigen Gerüchten entgegen zu treten.

 

Aus Umwelt- und Nachaltigkeitsfonds müssten Beteiligungen an Vivendi Environnement unter einem Mehrheitsaktionär EdF wohl nicht nur aufgrund von dessen Atomstrom-Aktivitäten entfernt werden. Einer Meldung von Associated Press zufolge will sich EdF demnächst an einem Staudamm-Projekt im fernöstlichen Laos beteiligen. Dieses stößt bei Menschenrechtlern und Umweltschützern auf massive Kritik.

 

Die Regierung von Laos bereitet im Süden des Landes die Stauung eines Seitenarmes des Mekong vor. Dabei soll Strom aus Wasserkraft gewonnen und an den Nachbarstaat Thailand verkauft werden. Daraus wiederum sollen sich für Laos, einem der ärmsten Länder der Welt, Einnahmen in Milliardenhöhe ergeben. Allerdings müsste dazu die Bevölkerung der extrem rückständigen Region, darunter mehrere Tausend Eingeborene, umgesiedelt werden. Außerdem weist Thailand bereits einen Stromüberschuss von 44 Prozent aus.

 

Die Finanzierung des 1,3 Milliarden-Dollar-Projektes erfolgt durch ein Konsortium, dem neben EdF zwei thailändische Unternehmen und die laotische Regierung angehören. Für das Projekt steht noch eine Vereinbarung mit der thailändischen Regierung aus. Diese muss sich verpflichten, 25 Jahre lang 90 Prozent der Strommenge abzunehmen und dafür jährlich 200 Millionen Dollar zu entrichten.

 

Nicht nur Umweltschützer kritisieren das Projekt, beklagen den drohenden Verlust eines großen Areals bislang unberührten Regenwaldes und fürchten, dass die Einnahmen in die Taschen der kommunistischen Machthabern fließen werden. Deren Regime ruft auch starke Bedenken seitens der Weltbank hervor. Sie müsste die Einlagen der ausländischen Investoren in das Projekt des von massiver Korruption gekennzeichneten Landes zu 70 Prozent absichern.

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