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Nachhaltigkeitsfonds & Zertifikate 30.11.2017

36 Prozent Plus in 2017 - mit welchen Erneuerbare-Energie-Aktien der Fondsmanager das erreicht hat, und worauf er nun setzt

Der Fondsmanager im Interview. / Foto: Unternehmen

Ein Fonds, der stark auf ausgewählte Aktien aus dem Erneuerbare-Energie-Bereich setzt, der gegen den Trend in nachhaltige Branchen einsteigt und früher als andere grün investiert: Welches Rezept steckt dahinter, worin liegt das Geheimnis bei der Auswahl der Werte? Welche Werte haben das Plus in diesem Jahr gebracht, und wo geht die Reise in naher Zukunft hin? Welche neuen grünen Branchen, welche anderen nachhaltige Aktien werden den Fonds ergänzen? Der Fondsmanager antwortet ausführlich im ECOreporter.de-Interview.



Manfred Wiegel ist Vorstand der green benefit AG aus Fürth. Ihr Fonds green benefit Nachhaltigkeit Plus P arbeitet mit einer spannenden Anlagestrategie.

ECOreporter.de:  Herr Wiegel, Ihr Fonds hat in diesem Jahr bis gestern fast 36 Prozent zugelegt. Welche Werte sind gut gelaufen?

Manfred Wiegel:  Die besten Werte in diesem Jahr waren Werte aus dem Solarsektor. Besonders stark waren zwei unserer Unternehmen im Wechselrichterbereich, die mit führender Technologie und sehr guter bzw. mit verbesserter Auftragslage Erfolge erzielen konnten. Das sind Solaredge und Enphase. Ebenso konnte sich einer unserer Turnaround-Werte Meyer Burger sehr gut entwickeln. Modulhersteller wie First Solar, Jinko-Solar und Canadian Solar leisteten ebenso einen großen Beitrag zur Performance. Aus dem Sektor Elektromobilität und Energiespeicher konnte BYD punkten.


Ihr Fonds ist offiziell ein Mischfonds, aber die Aktienquote liegt bei etwa 90 Prozent. Woraus bestehen die restlichen 10 Prozent?

Neben Aktien sind auch Anleihen möglich, aber aktuell haben wir die Liquidität nur in Cash, also Geld.

Wir arbeiten nach dem Pure-Play-Ansatz: Bei nachhaltigen Investitionen liegt der Fokus darauf, in Unternehmen zu investieren, die nur in einem bestimmten Sektor unterwegs sind, zum Beispiel LED oder Solar. Dabei werden Mischkonzerne vermieden und das Portfolio ist reiner (purer) und einfacher in der Beurteilung von Nachhaltigkeitskriterien.


Für welche Anlegergruppe eignet sich ein solcher sehr offensiver Mischfonds?

Für Anleger, die eine performancestarke Beimischung für ein Depot haben möchten, welche einen geringen Gleichlauf (Korrelation) mit den Standardmärkten aufweist. Durch unseren Pure-Play-Ansatz bilden wir ein reines, nachhaltiges, global ausgerichtetes Portfolio ab. Insbesondere haben wir sehr viele Werte, die klimafreundlich ausgerichtet sind. Mit großer Hingabe und hoher Überzeugung gestalten wir ein konzentriertes Portfolio.


Sie setzen viel auf Erneuerbare Energie. Das sind allerdings oft Aktien, die stark im Kurs schwanken. Wie gehen Sie mit diesem Risiko um?

Wir sind auf zehn verschiedene Sektoren der Nachhaltigkeit ausgerichtet. Diese Sektoren gleichen sich insgesamt aus. Aktuell finden wir bei Erneuerbaren Energien viele interessante Unternehmen, deshalb sind wir in diesem Sektor so hoch gewichtet und nehmen die höheren Schwankungen in Kauf. Wir sind aber davon überzeugt, dass diese Schwankungen mehr und mehr zurückgehen werden, da viele neue Investoren, etwa institutionelle Anleger, jetzt erst einsteigen. Künftig wird der Solarsektor keine Nische mehr sein, sondern hohe Anteile an der Energieerzeugung weltweit haben. Um Schwankungen zu minimieren, setzen wir beispielsweise bei den Modulproduzenten nur auf große Weltmarkt-Führer.


Wie bewerten Sie insgesamt die Chancen der Solar- und Windbranche für 2018?

Dieser Sektor ist insgesamt sehr zyklisch und hatte immer wieder mit Überkapazitäten zu kämpfen. In mehr und mehr Ländern findet aber ein Umschwung von der subventionierten Förderung zu Ausschreibungen ohne Subventionen statt. Unsere Modulhersteller als große Player am Markt können davon eher profitieren. Ebenso spezialisierte Wechselrichter-Produzenten, da diese Produkte bei Neuinstallationen von Solarmodulen immer dabei sind. Deshalb sind wir auch bei Wechselrichtern aktuell mit 17 Prozent hoch gewichtet. Der Anteil der Erneuerbaren am Energiemarkt könnte in den nächsten Jahren viel stärker steigen als etliche Marktteilnehmer prognostiziert haben.


Welche Aktien haben Sie in diesem Jahr neu gekauft?

Dieses Jahr haben wir United Natural Foods neu gekauft, als Position im Sektor nachhaltige Ernährung. Insbesondere auch wegen des erzwungenen Verkaufs von Whole Foods Market, die von Amazon komplett übernommen wurden.
Ansonsten haben wir bei einigen Werten nachgekauft, wie beispielsweise Enphase bei Tiefstkursen, sowie SMA Solar, Veeco und Maxwell. Bei Maxwell war bemerkenswert, dass das Management privat massiv in die eigenen Aktien investierte.


Gibt es Aktien, die Sie im Moment noch meiden, aber trotzdem interessant finden?

Einzelne Aktien können wir hier nicht nennen, aber wir schauen uns aktuell verschiedene Sektoren etwas genauer an, wie beispielsweise Offshore Wind und auch alles, was mit Elektromobilität und Wasserstoffantrieb zu tun hat.


Ist Ihre Absicherungsstrategie geblieben wie sie war?  (Lesen Sie hierzu das Interview vom 2.2.2016)

Ja, wir sind in der konsequenten Absicherung von beispielsweise Dollar- und Euro-Schwankungen sehr gut gefahren und setzen das weiter so um. Unsere Erträge kommen aus der Auswahl der besten langfristigen Ideen und nachhaltigsten Unternehmen – auch "Stockpicking" genannt.


Herr Wiegel, wir danken Ihnen für die Antworten.

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