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Nachhaltigkeitsfonds & Zertifikate 04.10.2005

4.10.2005: Zunehmend kostbares Gut: ECOreporter.de stellt nachhaltige Geldanlagen in Wasser vor - Ein Vergleich von Wasserfonds und neuen Wasserzertifikaten

Viele Experten sehen für Investments in Unternehmen aus dem Gesch?ft mit Wasser enormes Renditepotential. Aktuelle Entwicklungen scheinen das zu best?tigen. So waren für einige Wasser-Aktien in den letzten Wochen zum Teil spektakul?re Kursanstiege zu verzeichnen. Dies gilt besonders für zwei US-amerikanische Spezialistinnen für Wasseraufbereitung, die Hydroflo Inc. und die U.S. Microbics. An der B?rse Berlin-Bremen pendelte die Aktie der Hydroflo bis Ende August um die Marke von 20 Cent, um seither ihren Wert auf knapp 80 Cent nahezu zu vervierfachen. Die U.S. Microbics stieg an der B?rse Berlin-Bremen im September von rund 10 auf fast 50 Cent an, pendelte sich zuletzt um die 30 Cent ein. Diese Entwicklungen waren zwar vor allem die Folge eines ungew?hnlichen Vorfalls, der Verw?stungen der Golfk?ste der USA durch die Hurrikane Katrina und Rita, die zu enormer Nachfrage für die Trinkwasseraufbereitung f?hrte.Sie verdeutlichen jedoch das Potential des Anlagesektors "Wasser", der allerdings wohl eher kontinuierlich wachsen wird.

 

So ist man sich in Fachkreisen dar?ber einig, dass in den Schwellen- und Entwicklungsl?ndern die Nachfrage für sauberes Trinkwasser in naher Zukunft dramatisch steigern wird. Lediglich drei Prozent der weltweiten Wasservorr?te bestehen aus S??wasser. Diesem begrenzten Vorrat steht der weltweite Bev?lkerungszuwachs gegen?ber, der sich oft gerade in wasserarmen Regionen vollzieht. Um humanen Katastrophen und milit?rischen Auseinandersetzungen um Wasser vorzubeugen, hat der Nachhaltigkeitsgipfel von Johannesburg im September 2002 ein Aktionsprogramm für einen verbesserten Zugang zu Wasser- und Sanit?rversorgung beschlossen. Dieses Programm d?rfte in naher Zukunft zu massiven Investitionen in die Wasserver- und -entsorgung f?hren. Und auch weitere Trends in den Schwellen- und Entwicklungsl?ndern er?ffnen dem Wassersektor ein gro?es Wachstumspotenzial. So wird Wasser auch dort immer intensiver genutzt, etwa in der Landwirtschaft. Hier k?nnen zum Beispiel Anbieter von effizienter Mikrobew?sserung ansetzen. Damit lie?e sich der Wasserverbrauch um bis zu 70 Prozent verringern, der Ernteertrag dagegen sogar steigern, weil die Bodenversalzung sinkt. Enorm erh?hen d?rfte sich gleichfalls die Nachfrage für eine nachhaltige Abwasserentsorgung, insbesondere in Wachstumsregionen wie China. Dort erreicht das Auftragsvolumen für die Renovierung und den Betrieb des Trinkwassersystems einer Gro?stadt leicht dreistellige Millionenbetr?ge (in Dollar).

 

Doch auch und gerade in den Industriestaaten ist mit einem langfristigen Wachstum des Wassersektors zu rechnen. Allein für die Erneuerung der bestehenden Infrastruktur in Westeuropa gibt es einen Investitionsbedarf von mehr als drei Milliarden Euro. F?r die USA wird er auf ?ber 20 Milliarden Dollar gesch?tzt. Weitere das Wachstum treibende Momente sind neben der fortschreitenden Liberalisierung und Privatisierung der Wasserwirtschaft die zunehmende Verst?dterung und das steigende Hygienebewusstsein der Bev?lkerung. Letzteres f?hrt dazu, dass in Europa die Zahl der Einwohner zwar abnimmt, deren Wasserbedarf aber steigt. Viele Experten prognostizieren etwa für Unternehmen, die in der Wertsch?pfungskette Versorgung, Abwasserbehandlung, Reinigung und Qualit?tsmessung t?tig sind, ein best?ndig zweistelliges Umsatzwachstum pro Jahr. Deren Marktvolumen betr?gt gegenw?rtig rund 50 Milliarden US-Dollar.

 

Wer als Anleger auf den Wassersektor setzen will, muss sich nicht auf Aktien einzelner Dienstleister, Ausr?ster und Versorger auf dem Wassermarkt beschr?nken. So er?ffnen gleich zwei nachhaltig ausgerichtete Fonds die M?glichkeit, in die Branche zu investieren. Bereits Anfang 2000 brachte die Schweizer Privatbank Pictet mit dem Pictet Water Fund P den weltweit ersten Wasserfonds auf den Markt. Mit einem Anlagevolumen von mehr als 600 Millionen Euro z?hlt er zu den weitaus gr??ten Nachhaltigkeitsfonds auf dem deutschen Markt. Der Aktienfonds investiert vorrangig in Aktien aus dem Wassersektor, daneben auch aus dem Luftsektor. Die Unternehmen m?ssen zu mindestens 20 Prozent in den Bereichen Wasseraufbereitung sowie Wasser- und Luftreinhaltung t?tig sein.Die Schweizer Ratingagentur Centre Info beurteilt die Nachhaltigkeit der Unternehmen, Ausschlusskriterien werden nicht angewandt. Das Fondsmanagement bevorzugt nach eigenen Angaben Gesellschaften mit hoher Marktkapitalisierung und mischt defensive Titel wie Wasserversorger mit zyklischen Titeln wie Industriewerten. Zu den gewichtigsten Positionen im Portfolio geh?ren Versorger wie Veolia Environnement und Suez aus Frankreich sowie die britische Severn Trent. Stark vertreten ist aufgrund seiner Getr?nkesparte auch ein Nahrungsmittelmulti wie Nestle. Das Anlageportfolio besteht zu fast 50 Prozent aus Unternehmen aus den USA und Gro?britannien. Nach einem Einbruch in den Jahren der B?rsenkrise hat sich der Fonds wieder erholt. 2004 erreichte er einen Wertzuwachs von ?ber 15 Prozent, seit der Auflage in 2000 hat er bislang insgesamt 5,69 Prozent an Wert gewonnen (Stand: 30.9.2005).

 

Der 2001 aufgelegte SAM Sustainable Water Fund kauft Aktien von Firmen, die Technologien, Produkte oder Dienstleistungen mit Bezug zur Wertsch?pfungskette des Wassers anbieten. Wie Pictet investiert das Fondsmanagement von SAM (Sustainable Asset Management) aus Z?rich zu rund 50 Prozent auf Unternehmen aus den USA und Gro?britannien. Allerdings w?hlt es zu etwa 85 Prozent kleinere und mittelgro?e Unternehmen aus. Dazu geh?ren Firmen aus Bereichen wie Wasserverteilung, -management, -aufbereitung und -reinigung, Monitoring, Wasserrecycling, Sanit?rinstallationen und Bew?sserung, aber auch Anbieter von Flaschenwasser. Anders als der Pictet-Fonds setzt dieser Wasserfonds deutlich st?rker auf Industriewerte, Versorger machen nur rund 20 Prozent des Portfolios aus. Wie bei Pictet geh?ren Versorger wie Veolia und Severn Trent zu den gr??ten Positionen im Portfolio des Fonds, aber auch die Technologiekonzerne Danaher und Roper Industries sowie der Pumpenspezialist ITT Industries, alle aus den USA. SAM ber?cksichtigt das eigene Nachhaltigkeitsrating und verwendet Ausschlusskriterien. Dies sind: R?stung, Gentechnik in der Landwirtschaft, Luftfahrt/Airlines, Uranminen/-verarbeitungsanlagen, Gl?cksspiel, Pornographie/Prostitution und Tabak. Auch der SAM-Fonds legte 2004 ?ber 15 Prozent zu, seit seiner Auflage gewann er nach einem Zwischentief insgesamt knapp 30 Prozent an Wert.

 

Au?er für Investmentfonds k?nnen sich Anleger im Bereich Wasser auch für ein Investment in Wasserzertifikate entscheiden. Diese "K?rbe" (Baskets) beschr?nken sich im Gegensatz zu den Fonds auf eine geringe Auswahl von Aktienunternehmen, das Risiko ist also weniger breit gestreut. Es stehen zwei neue Nachhaltigkeitsprodukte zur Auswahl: Das "Wasser Open End Zertifikat" der ABN Amro Bank aus Holland setzt sich zusammen aus verschiedenen Aktien internationaler Unternehmen, die Wasserversorger sind, Wasser aufbereiten, die Effizienz des Wassergebrauchs erh?hen oder Getr?nke verkaufen.Das Zertifikat bildet die Kursentwicklung von 10 ausgew?hlten Unternehmen ab, die es gleich stark gewichtet. Bei der Auswahl orientiert sich das Indexzertifikat der ABN Amro am "S&P Custom/ABN AMRO Total Return Water Index", Ver?nderungen darin f?hren zu Anpassungen im Index. In dem Index gelistete Unternehmen m?ssen bestimmte, nicht n?her genannte Nachhaltigkeitsanforderungen erf?llen. Wie in den genannten Fonds sind auch im Wasser Open End Zertifikat die Versorger Suez, Veolia und Severn Trent enthalten, ferner das Schweizer Sanit?rtechnik-Unternehmen Geberit AG, die Versorger Aqua America (USA), Aguas de Barcelona (Spanien) und Kelda (Gro?britannien), der Wasserger?tehersteller Pentair(USA), die Wasseraufbereiter Kurita (Japan) und Companhia de Saneamento Basico do Estado de S?o Paulo ADR (Brasilien). Das Indexzertifikat wurde am 12. September zum Preis von 100 Euro emittiert. Seitdem erreichte das Papier eine h?chste Notierung von 100,43 Euro und eine tiefste Notierung von 97,86 Euro. Die Laufzeit ist unbegrenzt.

 

Ebenfalls neu ist das Wassertechnik-Active-Basket-Zertifikat 2 der Westdeutschen Landesbank (WestLB). Dessen Laufzeit ist begrenzt und reicht vom 14.9. 2005 bis zum 20.9 2013. Der Investor nimmt an der Kursentwicklung von zehn ausgesuchten Aktientiteln aus dem Bereich Wassertechnik teil. Die WestLB stellt die Nachhaltigkeit der ausgew?hlten Unternehmen nach eigenem Ermessen fest, jedes halbe Jahr will sie halbj?hrlich die Zusammensetzung des Baskets ?berpr?fen und entsprechend anpassen. Zu den ausgew?hlten Unternehmen z?hlen: die deutsche RWE AG, deren Wassersparte vor allem in den USA sehr stark ist; Bio Treat Technology, ein Pionier beim Einsatz von Biotechnologie im Bereich der Abwasserbehandlung mit Sitz in Singapur; der Wasseraufbereitungskonzern Hyflux, ebenfalls aus Singapur; der kanadische Wasseraufbereiter Zenon Environmental, die Trinkwasser aus Salzwasser gewinnende Consolidated Water Co. Ltd. von den Cayman Inseln und die brasilianische Cia de Saneamento Basico Do Estado. Die ?brigen vier Titel enth?lt auch der Basket der ABN Amro: Aqua America, Aguas de Barcelona, Kurita und Suez. Das Zertifikat wurde am 13. September zum Preis von 139,25 Euro emittiert. Als bislang h?chste Notierung stehen 140,16 Euro zu Buche, die tiefste Notierung lag bei 138,56 Euro.

 

Pictet Water Fund: ISIN LU0104884860

SAM Sustainable Water Fund: ISIN LU0133061175

Wasser Open End Zertifikat: ISIN NL0000023372 / WKN ABN1DK

Wassertechnik-Active-Basket-Zertifikat 2: WKN WLB 5GV / ISIN DE000WLB5GV8

 

Bildhinweise: Meerwasserentsalzungsanlagen k?nnen den Mangel an Trinkwasser lindern helfen / Quelle: BWT; eine wetterabh?ngige Energiequelle: Wasserkraftwerk in Italien / Quelle: Wasserkraft Volk; Konzernzentrale der Nestle AG in Frankfurt / Quelle: Unternehmen; Produkte der Geberit AG / Quelle: Unternehmen

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