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Nachrichten 04.02.2002

4.2.2002: Umweltaktienfonds 2001: keiner im Plus - bis auf die Spätstarter des Jahres

(JW) Drei Nachhaltigkeits bzw. Neue-Energie-

Aktienfonds lagen im Jahr 2001 im Plus. Doch sie alle

starteten erst im Oktober, nach den Kursstürzen, die

die Attentate vom 11. September ausgelöst hatten.

Der Lacuna ECO Tech New Energy (WKN 798069)

erzielte von Oktober bis Ende Dezember 2001 17

Prozent Plus, der BB-NewEnergy-Invest (WKN

531991) 15,05 Prozent, der SAM Sustainable Water

Fund (WKN 763763) 13 Prozent.

 

Alle Umwelt- und Nachhaltigkeitsaktienfonds, die älter

sind und mindestens seit 1. Januar 2001 am Markt,

hatten ein Minus zu verzeichnen. Das geringste Minus

wies der Meridio Green Balance (WKN: 564968) auf:

mit 0,1 Prozent Wertverlust hat er sich gegenüber

dem DAX (20 Prozent Minus) recht gut gehalten. Es

folgt der Wasserfonds Pictet Global Sector Fund

Water des Genfer Geldhauses Pictet Funds (- 5,01

Prozent), dessen eigener Anspruch es allerdings nicht

ist, in die Reihe der ethisch-ökologischen Fonds aufgenommen

zu werden. Da er viele als nachhaltig geltende

Aktien beinhaltet, wird er jedoch auch hier

genannt. Dritter ist der KCD Union Aktien

Nachhaltigkeits DJSG-Index Fonds der Frankfurter

Union Investment (- 5,39 Prozent). Am meisten unter

den "grünen" Fonds hat es den DWS New Energies

Basket25+ erwischt: Er verlor im letzten Jahr 33,36

Prozent.

 

Meridio mit geringstem Verlust

 

Der Meridio GreenBalance kann also unter den grünen

Aktienfonds als Spitzenreiter des Jahres 2001

gelten. Es ist ein kleiner Umweltfonds, der viel

Aufsehen erregt hat. Aufgelegt von der Kölner Meridio Vermögensverwaltung AG bei der Direktanlagebank

in München, sorgte das Gerücht für Wirbel, der Fonds

stehe mit der Kölner EthIK AG von Hans Berner in

Verbindung. Brisant daran war unter anderem, dass

die Staatsanwaltschaft gegen Berner ermittelt hatte:

 

Er habe unerlaubt Geld von Broker-Gesellschaften

kassiert. Berner gilt jedoch nicht als vorbestraft (siehe

dazu die Nullnummer des ECOreporter.de-Magazins

vom 14. Dezember 2001). Inzwischen wird die

Verbindung von keiner Seite mehr geleugnet.

Die Direktanlagebank betreibt einen Dachfonds, unter

dem der Meridio GreenBalance angesiedelt ist. Die

vollständige Bezeichnung lautet "DAB Adviser I Funds

SICAV - Meridio GreenBalance". Meridio ist dabei

nicht die Fondsgesellschaft, sondern der Anlageberater

des Fonds (die Depotbank ist die Banque Générale

du Luxembourg S.A.).

 

Anlage- und Förderkriterien

 

Der Fonds investiert nach eigenen Angaben nicht in

Unternehmen, für die mindestens eines der folgenden

Kriterien zutrifft:

 

• Produktion von Militärgütern

 

• vermeidbare Umweltbelastungen durch veraltete

Produktionsweisen

 

• Produktion in Ländern der "Dritten Welt" unter

unzumutbaren sozialen oder ökologischen Verhältnissen

 

• Geschäftsbeziehungen zu Staaten, die Menschenrechte

verletzen

 

• unzureichende soziale Absicherung von Mitarbeitern

 

• Diskriminierung aus sexistischen, rassistischen,

politischen oder religiösen Gründen

 

• Tierversuche für Kosmetika

 

Damit ein Unternehmen in das Portfolio des Fonds aufgenommen werden kann, muss es laut Anlagerichtlinien

mindestens eines der folgenden Kriterien

erfüllen ("Förderkriterien"):

 

• Gewinnung oder Verbreitung regenerativer Energien

 

• Entwicklung,Vertrieb oder Anwendung von Umwelttechnologie

zur Schadstoffbegrenzung oder -ver

meidung

 

• Ausbau sinnvoller Verkehrssysteme

 

• Minimierung produktionsbedingter Umweltbelastung

 

• Fairer Handel mit der "Dritten Welt"

 

• Naturgemäße Herstellung von Nahrungsmitteln und

Kleidung

 

• Vorbildliche Sozialleistungen sowie humane Arbeitsbedingungen

für Mitarbeiter

 

• Aktive Förderung diskriminierter Gruppen

 

• Anbieten vorbildlicher medizinischer Produkte oder

Dienstleistungen

 

Die Einhaltung der Anlagekriterien soll eine unabhängige

Forschungsstelle prüfen, über die ECOreporter.

de wenig erfahren konnte: Sie untersuche Mutterund

Tochterunternehmen sowie wichtige Kooperationspartner,

heißt es bei Meridio und verfasse Berichte,

die im Anlageausschuss bewertet würden.

 

Es gibt einen Anlage-Ausschuss mit acht Mitgliedern,

die laut Meridio "Umwelt- oder Sozialexpertise"

aufweisen. Verstöße eines Unternehmens gegen die

Anlagekriterien werden dem Ausschuss mitgeteilt.

Meridio verspricht, bei spektakulären Verstößen

gegen die Anlagekriterien auch die Anleger und die

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