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Nachrichten 05.11.2001

5.11.2001: ECOreporter.de-Wochenrückblick: Rückläufige Konjunkturaussichten - auch die Umweltwerte schwanken

(H.K.) Die zurückliegende Börsenwoche war von Unsicherheit über die weltpolitische und wirtschaftliche Lage geprägt. So waren bei den Aktienindizes Dax, Nemax, Nasdaq Composite und Dow Jones Industrial Achterbahnfahrten zu beobachten. Nachdem der Deutsche Aktienindex Dax gegenüber seinem Tiefpunkt bei 3.790 Punkten in den Tagen nach den Attentaten von New York um mehr als 25 Prozent zugelegt hatte, ging es in der vergangenen Woche kontinuierlich abwärts mit dem Börsenbarometer. Die Standardwerte des deutschen Marktes verloren fast fünf Prozent ihrer Börsenbewertung, der Dax notierte am Freitag mehr als 200 Punkte tiefer als zu Wochenbeginn. Besonders die negativen Konjunkturnachrichten aus den USA hatten die Anleger verunsichert. Der US-Index für das Verbrauchervertrauen fiel im Oktober auf 85,5 Punkte und erreichte damit einen Tiefpunkt, den er zuletzt im Februar 1994 markiert hatte. Dem Leitindex des Frankfurter Neuen Marktes Nemax 50 erging es nicht besser als dem Dax, er beschloss die Woche nach einem Verlust von 60 Punkten oder gut 5,5 Prozent bei 1.055 Zählern.

 

 

Auch die Umweltaktien zeigten zum Teil stark schwankende Kurse. Die Aktien der vier am Neuen Markt gehandelten Windparkprojektierer hatten seit ihren Tiefstständen im September durchweg eine Erholungsphase zu verzeichnen. Bei der Bremer Energiekontor AG (WKN 531 350) hielt der Aufwärtstrend an: Die Aktie lag am Montag bei 56 Euro und schloss am Freitag mit 59 Euro. Das Unternehmen wird am 7. November einen Aktiensplitt im Verhältnis 1:4 durchführen. Das bedeutet, dass sich die Aktienstückzahl im Depot vervierfachen wird, während sich gleichzeitig der Kurs viertelt. Die Papiere der Hamburger P&T Technology AG (WKN 685280) gingen im Vergleich zum hoch eröffneten Montag etwas schwächer mit 7,60 Euro aus dem Handel. Die Experten der WestLB Panmure hatten zwar den Eintritt des Unternehmens in den US-Markt begrüßt, ihr Rating allerdings nur von "underperform" (unterdurchschnittlich) auf "neutral" verändert. Umweltkontor Renewable Energy AG (WKN 760 810) sackten von 13,21 Euro auf 12,89 Euro ab. Der Kurs der SolarWorld-Tochter Windwelt AG (WKN 635 253) markierte mit einem Einbruch um mehr als 20 Prozent auf 11 Euro das Extrem unter den Umweltaktien. Meldungen, die diese heftige Reaktion bei allerdings geringen Umsätzen hätten erklären könnten, wurden nicht bekannt. Die Aktie der Cuxhavener Plambeck Neue Energien AG (WKN 691 032) hingegen steigerte sich von 16,50 Euro auf 17,95.

 

Bei den dänischen Windturbinenherstellern NEG Micon AS (WKN 897 922) und Vestas Wind Systems AS (WKN 913 769) sowie der deutschen Nordex AG (WKN 587 357) zeigen sich seit einigen Wochen geringfügige Aufwärtstrends, aber auch diese Aktien sind noch weit von alten Höchstständen entfernt. Vestas-Aktien verloren in der letzten Woche an der Frankfurter Börse zwei Euro auf 34,50 Euro. Die in Deutschland kaum gehandelten Aktien der NEG Micon legten einen halben Euro auf 31,10 Euro zu. Nordex gingen mit 7,35 Euro aus dem Handel, nachdem sie am Montag noch mit 7,48 Euro notiert wurden.

 

Auch beim norwegischen Pfandautomatenhersteller Tomra Systems ASA (WKN 872 535) zeichnet sich seit sechs Wochen ein leichter Aufwärtstrend ab. Die kommenden zwei Wochen werden zeigen, ob die Kursverluste von 92 NOK (Schlusskurs der vorigen Woche) auf nunmehr 85 NOK als Trendumkehr zu werten sind. 85 NOK (Norwegische Kronen) entsprechen etwa 10,66 Euro.

 

Der Kurs der Aktie des Bonner Solarkonzerns SolarWorld AG (WKN 510 840) befindet sich seit anderthalb Wochen wieder im Bereich zwischen 40 und 44 Euro. Nach einem Hoch von fast 44 Euro am Montag ging die Aktie am Freitag mit 41,40 Euro aus dem Handel. Die Aktie der amerikanischen Astropower Inc. (WKN 912 953) wurde am Montag an der Nasdaq noch für 42 Dollar gehandelt, fiel Dienstag auf fast 37 Dollar und schloss am Freitag mit 39,15 Dollar. Seit kurzem gilt das Interesse der Analysten des Investmenthauses Stephens Inc. der Solaraktie. In einer ersten Beurteilung stuften sie den Wert mit "outperform" ein. Auf Sicht von zwölf Monaten rechnen die Analysten mit einem Kurs von 48 Dollar. Die Konstanzer Sunways AG (WKN 733 220) hielt sich weiterhin nahezu konstant in der Region 3,80 bis 3,90 Euro auf, mit einigen Ausbruchsversuchen bis auf 3,99 Euro. Beständigkeit zeigte zunächst auch der Kurs der Freiburger S.A.G. Solarstrom AG (WKN 702 100), dann jedoch ging es bergab. Mitte der Woche trat das Unternehmen mit einer Ergebnismeldung an die Öffentlichkeit. Die Solarstrom AG habe im abgelaufenen Geschäftsjahr ihren Umsatz um knapp 300 Prozent auf rund 2,5 Mio. Euro gesteigert, hieß es. Gleichzeitig sei ein Verlust in Höhe 1,3 Millionen Euro angefallen. Auch die angekündigte Kandidatur des Ex-Greenpeacechefs Thilo Bode für den Aufsichtsrat beeindruckte die Anleger nicht nachhaltig: Die Aktie verabschiedete sich mit 6,50 Euro aus der Woche.

 

Ballard Power Systems (WKN 890 704), der Kanadische Hersteller von Brennstoffzellen, veröffentlichte am Mittwoch nach Börsenschluss die Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2001. Der Verlust verfünffachte sich gegenüber dem Vorjahr auf 20,5 Mio. Dollar. Seinen Umsatz hat das Unternehmen nicht im gleichen Maße steigern können. Die Kanadier setzten nach eigenen Angaben im dritten Quartal 9,8 Mio. Dollar um, nach 8,6 Mio. Dollar im Vergleichsquartal. Die Meldungen drückten den Kurs auf unter 26 Dollar beziehungsweise 30 Euro. Am Freitag beendeten die Papiere den Handel an der Nasdaq mit 28,15 Dollar. Das Investmenthaus Goldman Sachs bestätigte sein Rating "market outperformer" für Ballard Power. Eine Kaufempfehlung gaben die Analysten der Investmentbank Merrill Lynch. Yorkton Securities und Wedbush Morgan raten dagegen zum Verkauf der Ballard-Aktien.

 

Der österreichische Gasmotorenspezialist Jenbacher AG (WKN 851 442) veröffentlichte in dieser Woche ebenfalls seine Quartalszahlen. Das Unternehmen meldete für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2001 ein kräftiges Wachstum bei Umsatz und Ergebnis. Die Österreicher erwarten jedoch für das vierte Quartal eine leichte Abschwächung der Geschäftsentwicklung. Der Aktienkurs konnte seinen Aufwärtstrend fortsetzen: In Wien schloss er mit 13,40 Euro. Das Unternehmen kauft gegenwärtig eigene Aktien zurück.

 

Die Anteilsscheine der Düsseldorfer Wedeco AG (WKN 514 180), eines Herstellers von UV-Wasserdesinfektionstechnik, erreichten ein Wochenhoch von 34,85 Euro, brachen aber am Freitag bis auf 31,10 Euro ein und gingen mit 32,60 Euro ins Wochenende. Nach mehreren positiven Meldungen aus dem Unternehmen in der Vorwoche wurde die Aktie am Montag von den Analysten aus dem Haus Merck Finck & Co als "Outperformerî (überdurchschnittlich) eingestuft. Schwächer schloss auch die Aktie des österreichischen Wasseraufbereiters BWT AG (WKN.884 042), die sich seit Mitte Oktober abwärts bewegt. Die letzte Notierung wurde an der Stuttgarter Börse mit 24,20 Euro festgestellt. Die Bewertung der Papiere des an deutschen Börsen wenig gehandelten britischen Wasserversorgers Severn Trent PLC (WKN 878 228) konnte im Laufe der Woche wieder leicht zulegen, befindet sich aber immer noch in einem langfristigen Abwärtstrend.

 

Nicht viel ereignete sich bei den Aktien der Unternehmen der Logistiksparte: Das Papier der niederländischen Ifco Systems N.V. (WKN 932 117) näherte sich trotz verbesserter Aussichten wieder dem Pennystockbereich. Noch am Montag wurden 1,10 Euro für die Aktie gezahlt. Die Berliner IVU Traffic Technologies AG (WKN 744 850) legte am Freitag kräftig auf 1,80 Euro zu.

 

Infolge einer einzelnen kleinen Verkaufsorder an der Frankfurter Börse fiel der Kurs des Zahn- und Lichttechnikunternehmens Planus AG (WKN 692 950) um weitere vier Eurocent auf nun 0,36 Euro. Schon die vorausgehenden Wochen hatten gezeigt, dass auf diesem Niveau bereits kleinste Kauf- oder Verkaufsaufträge große Kurssprünge zur Folge haben.

 

Die Aktie der Condomi AG (WKN 544 490), die vor zwei Wochen ein hervorragendes Geschäftsjahresergebnis präsentierte, gab ihre Kursgewinne auf bis zu 17,65 Euro im Verlauf der Woche zum Teil wieder ab. Der Freitags-Schlusskurs in Frankfurt lag bei 17 Euro.

 

Die Nortorfer farmatic Biotech Energy AG (WKN 605 192), eine Spezialistin auf dem Feld der großtechnischen Biogasnutzung, meldete am Mittwoch die Übernahme der Generalunternehmerschaft für den Bau eines Bio-Diesel-Werkes der ElbeOel Prignitz (EOP) AG, Hamburg. Bei dem Bauvorhaben im brandenburgischen Falkenhagen soll es sich um ein Auftragsvolumen von 25 Mio. DM handeln. Der Kurs stieg am Donnerstag bis auf 17,32 Euro. Am Freitag ging es dann wieder abwärts auf 14,75; Schlusskurs war 15,44 Euro.

 

Auf der Homepage des Stromerzeugers unit energy europe AG (WKN 776 010;www.unit-energy.com) ist die Aktionärsinfo für November/Dezember 2001 erschienen. Laut dieser "[e]mail" erwartet Vorstand Beyer "unter Vorbehalt" erst gegen Ende 2003 ein nachhaltig positives Betriebsergebnis. Nachdem der Kurs in der Vorwoche um 43 Prozent gestiegen war, konnte er sich nun unter etwas geringeren Umsätzen bei 0,42 bis 0,43 Euro stabilisieren. Am Freitag rutschte er aber wieder einmal kurzzeitig unter die Marke von 0,40 Euro.