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Nachrichten 05.11.2002

5.11.2002: ECOreporter.de-Presserundschau: FR-Bericht: Spanien wird zum ElDorado für Solaringenieure

Seit in Spanien Solarkraftwerke per Gesetz einen Aufschlag von 12,02 Cent je Kilowattstunde Strom zusätzlich zum Marktpreis erhalten, sei das Land zum Eldorado der Solaringenieure geworden, berichtet die Frankfurter Rundschau. Auf der iberischen Halbinsel bekomme die Fotovoltaik dabei erstmals eine ernsthafte Konkurrenz in der Sonnenenergienutzung - sowohl im Kampf um Landflächen wie um Fördermittel und öffentliches Interesse.

Besonders solarthermische Kraftwerke könnten Experten zufolge künftig in sonnenreichen Regionen das Rennen machen. Als noch am ehesten mit der dezentralen Struktur der heutigen Solarwirtschaft vereinbar wird die Solar-Dish-Technik vorgestellt: Parabolspiegel von etwa acht Metern Durchmesser fokussierten dabei die Sonnenstrahlung und erzeugten Temperaturen von 650

Grad. Mit der Energie werde ein Stirling-Motor mit Generator betrieben - ein Spezialmotor, der allein Wärme als Antriebsenergie benötige.

 

20 Prozent der direkten Solarstrahlung ließen sich damit in sonnenreichen Regionen in Strom umwandeln - das schaffe bisher keine Solarzelle.

Die Kilowattstunde koste derzeit etwa 28 Cent, zitiert die FR Doerte Laing vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Bei hohen Produktionsraten seien auch sieben bis acht Cent je Kilowattstunde denkbar.

 

Als Großtechnologie-Verfahren wird das Parabolrinnen- Kraftwerk bezeichnet. Dieses basiere auf einem rinnenförmigen Spiegel, der die Sonnenstrahlung auf eine Linie fokussiere. Auf dieser Achse verlaufe eine Leitung mit einem Wärmeträgermedium, das die Energie aufnehme, abführe und damit eine Turbine antreibe. Bereits 1907 in Stuttgart patentiert, wurde das Verfahren 1912 in Kairo erstmals realisiert, geriet dann aber in Vergessenheit. Erst in der Ölkrise der 70er Jahre sei es wieder aufgetaucht.

 

Inzwischen stünden in Kalifornien 354 Megawatt dieses Kraftwerkstyps.

Ihre Verfügbarkeit liegt einem Experten der Firma Flabeg Solar zufolge bei 99 Prozent. Man stehe in Spanien "kurz vor der Markteinführung". Auch das Bundesumweltministerium scheint sich für die Technologie erwärmen zu können. 64 Prozent der Mittel aus dem Zukunftsinvestitionsprogramms, die für

solarthermische Stromerzeugung ausgegeben werden, fließen der FR zufolge in Rinnenkraftwerke.

 

Als weiteres großtechnisches System werden Solartürme vorgestellt.

Einzelspiegel am Boden lenken dabei die Sonnenstrahlen auf einen Wärmetauscher, der sich auf einem Turm befindet. Die Temperatur steigt auf bis zu 1100 Grad. Von zehn Pilot-Projekten in den USA und in Spanien ist keines mehr in Betrieb. In Spanien könnte die Technik nun aber eine Renaissance erleben. Ein erstes Projekt sei in Vorbereitung, so die FR.

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