Werbung
Nachhaltige Aktien 06.09.2004

6.9.2004: Wochenrückblick: Nigeria fordert Schadenersatz von Shell - Gewerkschaft lobt REpower Systems: "Mitbestimmung kein Problem" - Tomra droht Bußgeld

In der vergangenen Woche zeigten die Weltbörsen keine einheitliche Tendenz. Während der DAX geringfügig stieg, gab der TecDAX zwei Prozent nach. Ähnlich war das Bild in New York, wo dem leichten Zugewinn des Dow Jones Industrial Average Index ein schwächelnder Nasdaq Combined Composite gegenüberstand. Der japanische Index Nikkei-225 verlor zwei Prozent. Der Euro legte in der ersten Wochenhälfte zunächst stark zu, schloss dann aber mit einem nur moderaten Aufschlag von 0,4 Prozent auf 1,2058 US-Dollar.

 

Auch der Ölpreis schwankte heftig. Der Oktober-Kontrakt für Rohöl der Sorte Brent fiel in London zunächst unter 40 Dollar je Barrel, um anschließend wieder über 43 Dollar zu steigen. Insgesamt war eine leichte Verteuerung im Verlauf der Woche zu beobachten.

 

Der afrikanische Staat Nigeria hat Schadenersatz von der Shell Petroleum Development Co. verlangt. Das Ölkonsortium unter Leitung der Royal Dutch/Shell sei zur Zahlung von 1,5 Milliarden US-Dollar aufgefordert worden, berichtet die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Das Geld solle einem im Nigerdelta lebenden Stamm zukommen, dem durch die Aktivitäten der Ölfirmen wirtschaftliche und gesundheitliche Schäden entstanden seien. Der Agentur zufolge weigert sich Shell zu zahlen.

 

Die Energiekonzerne RWE AG und Vattenfall Europe AG haben den Bogen offenbar überspannt. Nach Ankündigungen, Strompreise und Netznutzungsentgelte kräftig anzuheben, ernteten beide Unternehmen scharfe Kritik von Industrievertretern, kleinen Stromerzeugern, Verbänden und Politikern. Die Begründung der Energieversorger - gestiegene Beschaffungskosten und höhere Belastungen durch die Windenergie - wird von nahezu allen Seiten angezweifelt. Werner Marnette, Vorstandsvorsitzender der Norddeutschen Affinerie AG und Vorsitzender des Energieausschusses des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), warf den Konzernen Presseberichten zufolge den Missbrauch ihrer Marktmacht und Verhinderung des Wettbewerbs vor. Sogar Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement soll sich "verärgert" geäußert haben. Unterdessen hat der Bundesrat eine Verschärfung der Kontrolle der Netznutzungsentgelte initiiert. Am 24. September will das Plenum der Länderkammer über den verschärften Gesetzesentwurf entscheiden.

 

Die Gewerkschaft IG Metall hat sich positiv über das Betriebsklima beim Windanlagenbauer REpower Systems AG geäußert. In der Verbandszeitschrift "metall" heißt es, am Husumer Produktionsstandort des Unternehmens seien Betriebsräte und Mitbestimmung "kein Problem". Die jahreszeitlich bedingten Schwankungen in der Arbeitszeit würden über Arbeitszeitkonten aufgefangen Die Unternehmensseite habe sich dabei kooperativ gezeigt. Hervorgehoben wird auch das Angebot an Schulungen für die Mitarbeiter. Die Absenkung der Einspeisevergütung für Windstrom im novellierten Energie Einspeise-Gesetz (EEG) bezeichnet das Gewerkschaftsblatt als "gefährliches Manöver" der Politik. Die Notierung der REpower-Aktie war am Donnerstag bis auf 15,82 Euro gesunken, erholte sich dann zum Freitagabend wieder auf 16,40 Euro - ein Wochenminus von zwei Prozent. Die Aktie werde weiter TecDAX-Index geführt, teilte die Deutsche Börse AG mit.

 

Vestas Wind Systems A/S, Windturbinenbauer aus Dänemark, meldete einen Auftrag im Wert von 95 Millionen Euro aus Australien. Die Aktie notierte in Kopenhagen leicht stärker bei 79 Dänischen Kronen.

 

Der Windparkprojektierer Energiekontor AG legte die Halbjahresbilanz vor. Die Umsätze haben sich auf 12,2 Millionen Euro halbiert. Das Konzernergebnis ist mit minus einer Million Euro negativ, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn gemeldet worden war. Der Vorstand des Bremer Konzerns ging auf die gegen die Windkraft gerichteten Kampagnen der letzten Monate ein. Sie seien ein Beleg dafür, dass die Branche "nicht nur von ihren Befürwortern ernst genommen und als potent eingeschätzt werde", hieß es im Bericht zur Lage der Gesellschaft. Die Aktie gab sechs Prozent auf 1,12 Euro nach.

 

Beim Wettbewerber P&T Technology AG schrumpfte der Umsatz noch drastischer auf 5,7 Millionen Euro, nach 24,8 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) liegt laut dem Zwischenbericht bei minus 4,4 Millionen Euro (Vorjahr: minus 10,2 Millionen). Der Konzern verfügt nur noch über 4,7 Millionen Euro Eigenkapital, was einer Eigenkapitalquote von 6,3 Prozent entspricht. Der Kurs sank um drei Cent auf 0,47 Euro.

 

Der spanische Versorger Iberdrola SA hat laut Agenturberichten in Portugal die Tochtergesellschaft "Aeolia" gegründet. Diese werde im Bereich der erneuerbaren Energien tätig sein und Windkraftanlagen errichten. Iberdrola halte 78 Prozent an dem neuen Unternehmen. Iberdrola kletterten in Madrid um zwei Prozent auf 17,17 Euro.

 

Um neun Prozent auf 24,50 Norwegische Kronen stürzte die Notierung der Tomra Systems ASA, nachdem die Börse Oslo den Handel in Tomra-Aktien wegen einer wichtigen Unternehmensmitteilung zunächst unterbrochen hatte. Der norwegische Automatenhersteller sei Gegenstand einer Untersuchung der Europäischen Kommission wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens, hieß es dann. Die Kommission habe nun ihren Standpunkt mitgeteilt, dass Tomra seine dominante Marktposition in mehreren europäischen Märkten unzulässig ausgenutzt habe. Moniert würden exklusive Liefervereinbarungen mit einigen Kunden und damit verbundene Rabatte in den letzten zehn Jahren. Tomra habe jetzt zwei Monate Zeit für eine Stellungnahme. Danach werde die Kommission über die Höhe des Bußgelds entscheiden. Die Entscheidung kann anschließend vor dem Europäischen Gerichtshof angefochten werden. Ein Lichtblick für die Norweger: Die Aktie wird auch im Jahr 2005 im Dow Jones Sustainability World Index (DJSI World) vertreten sein.

 

Die Tropenholz-Firma Precious Woods Holding AG aus Zug (Schweiz) meldete gestiegene Holzverkäufe und einen um 66 Prozent auf 1,4 Millionen US-Dollar gesteigerten Halbjahresgewinn. Der Kurs gab leicht auf 77,60 Schweizer Franken nach.

 

Gute Halbjahreszahlen führten bei der US-amerikanischen Natural Alternatives International Inc. zu einem Kurssprung um 20 Prozent auf 9,22 Dollar. Der Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln hatte Umsätze in Rekordhöhe und einen deutlich gesteigerten Nettogewinn gemeldet.

 

Transmeta Corp, US-amerikanischer Hersteller stromsparemder Mikroprozessoren, meldete einen Erfolg für seinen Efficeon-Chip. Dieser wird nach Unternehmensangaben in sogenannten Cluster Workstations der Firma Orion Multisystems Inc. eingesetzt werden. Damit werde es möglich, Hochleistungsrechner, die zuvor klimatisierte Räume in Rechenzentren benötigten, in einer normalen Büroumgebung zu betreiben. Transmeta verteuerten sich um zwölf Prozent auf 1,51 Dollar.

 

FuelCell Energy Inc., US-amerikanischer Hersteller von Brennstoffzellen-Geräten, meldete Umsätze von 8,1 Millionen Dollar für das dritte Quartal, verglichen mit 7,3 Millionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Nettoverlust hat sich auf minus 18,9 Millionen Dollar ausgeweitet. Die Aktie stieg um 14 Prozent auf 10,05 Dollar.

 

Weitere Unternehmen aus dem Gebiet der Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnik verzeichneten Kursgewinne: Ballard Power Systems Inc. (Kanada) plus elf Prozent auf 6,51 US-Dollar, Plug Power Inc. (USA) plus sechs Prozent auf 6,57 Dollar sowie Hydrogenics Corp. (Kanada) plus fünf Prozent auf 5,29 Kanadische Dollar.

 

Die Masterflex AG aus Gelsenkirchen berichtete über die Platzierung eines Schuldschein-Darlehens. Das Unternehmen wird der Mitteilung zufolge 23 Millionen Euro mit einer Laufzeit von fünf bis sieben Jahren erhalten. Damit soll die Expansion des Konzerns finanziert werden. Masterflex stellt Kunststoff-Teile und Brennstoffzellen her. Die Aktie kletterte um sieben Prozent auf 29,80 Euro. Sie wird laut einer Mitteilung der Deutschen Börse zum 20. September in den Index SDAX aufgenommen.

 

Einem Bericht der in Zürich erscheinenden Zeitung Finanz und Wirtschaft zufolge sucht die Schweizerische Sulzer AG einen Partner für die Vermarktung der Hexis-Brennstoffzellen. Die Kleinkraftwerke für Einfamilienhäuser würden allmählich reif für die Massenfertigung. Sulzer habe die Herstellkosten gesenkt und die Lebensdauer verlängert und spekuliere auf einen Kursschub, so die Zeitung,. Ähnliches äußerten Analysten von Pictet & Cie: Ein Verkauf oder ein Joint Venture mit einem starken Partner für den Vertrieb könne sich als Katalysator für den Aktienkurs erweisen, heißt es in einer aktuellen Analyse. In der vergangenen Woche gab der Kurs leicht auf 351,50 Schweizer Franken nach.

 

Ballard Power Systems Inc. (ISIN CA05858H1047 / WKN 890704)

Bremer Woll-Kämmerei AG (ISIN DE0005272009 / WKN 527200)

condomi AG (ISIN DE0005444905 / WKN 544490)

Creaton AG (ISIN DE0005483036 / WKN 548303)

Drägerwerk AG (ISIN DE0005550636 / WKN 555063)

Energiekontor AG (ISIN DE0005313506 / WKN 531350)

FuelCell Energy Inc. (ISIN US35952H1068 / WKN 884382)

Hydrogenics Corp. (ISIN CA4488821006 / WKN 588386)

Iberdrola SA (ISIN ES0144580018 / WKN 851357)

Masterflex AG (ISIN DE0005492938 / WKN 549293)

Natural Alternatives International Inc. (ISIN US6388423021 / WKN 880900)

Norddeutsche Affinerie AG (ISIN DE0006766504 / WKN 676650)

P&T Technology AG (ISIN DE0006852809 / WKN 685280)

Plug Power Inc. (ISIN US72919P1030 / WKN 928999)

Precious Woods AG (ISIN CH0013283368)

REpower Systems AG (ISIN DE0006177033 / WKN 617703)

Sto AG (ISIN DE0007274136 / WKN 727413)

Sulzer AG (ISIN CH0002376454 / WKN 854367)

Tomra Systems ASA (ISIN NO0005668905 / WKN 872535)

Transmeta Corp. (ISIN US89376R1095 / WKN 564775)

Vestas Wind Systems A.S. (ISIN DK0010268606 / WKN 913769)

 

Bilder: Tankstelle des Mineralölmultis Shell in Ägypten; Montage einer REpower-Windkraftanlage; Biberschwanzziegel aus der Produktion der Creaton AG; Pfandrücknahmeautomat Tomra T-710

 

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.

Werbung

ECOreporter.de-Abonnement

Als Abonnent haben Sie Zugriff auf alle Exklusivinformationen von ECOreporter.de.

Ein umfassender Service für alle, denen nachhaltige Investments etwas wert sind!

Abonnent werden

ecoanlageberater - deutschlandweit

ecoanlageberater - deutschlandweit

Wo finde ich eine/n Fachberater/in für Nachhaltiges Investment?
Absolvent/inn/en des Fernlehrgangs ecoanlageberater ganz in Ihrer Nähe

weiterlesen

ECOreporter - Artikel kaufen

PayPal

Sie möchten einen bestimmten Bericht in ECOreporter.de lesen? Sie können auch einzelne Artikel kaufen - vom Aktientipp bis zum ausführlichen Testbericht.
Schon ab 2,40 Euro!

Sie wollen alles in ECOreporter.de lesen? Dann abonnieren Sie! Ab 99,60 Euro pro Jahr, das sind pro Monat nur 8,30 Euro.
Die umfangreichste deutsche Seite zu nachhaltigen, ethischen Geldanlagen steht Ihnen dann komplett offen!
Abonnent werden

Einloggen schließen
Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
Zum Seitenanfang Zum Seitenanfang