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Finanzdienstleister 07.11.2002

7.11.2002: Volksbank Eisenberg gründet eine EthikBank - 2000 Privatkunden sind das Ziel

Die EthikBank, ein neues ethisch-ökologisch ausgerichtetes Finanzinstitut unter dem Dach der Volksbank Eisenberg, will spätestens am 15. Dezember ihr Direktbankgeschäft aufnehmen. Das kündigte Klaus Euler, der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Eisenberg, heute auf der Anlegermesse Grünes Geld in Düsseldorf an. Euler stellte auf der Messe das Konzept für die EthikBank vor. Das Institut werde sich durch besondere Transparenz auszeichnen und seine Geldanlagen nachprüfbar im Internet veröffentlichen, sagte Euler.

 

Die Bank wolle den Beweis antreten, dass Ethik und wirtschaftlicher Erfolg einhergehen könnten - langfristig sogar zwei Seiten einer Medaille seien. Das Hauptgeschäftsfeld des neuen Instituts soll das Direktbanking sein. Ziel seien 2000 überwiegend private Kunden in zwei bis drei Jahren sowie eine Einlagesumme von 20 bis 25 Millionen Euro, so Euler. "Wir wollen Menschen ansprechen, die verantwortungsbewusst mit Geld umgehen." Als Konkurrent der bestehenden ökologisch ausgerichteten Institute verstehe man sich nicht. Die Bochumer GLS-Bank sei antroposophisch ausgerichtet und habe den Schwerpunkt Stiftung und Schenken. Die jetzt in der GLS aufgehende Ökobank ließ Euler unerwähnt.

 

Die EthikBank verspricht, die Einlagen ihrer Kunden nach strengen Kriterien anzulegen. Die Titel - in Frage kommen Produkte des Kapitalmarkts sowie Kredite - müssen Euler zufolge drei Filter passieren: Sie müssen im Anlageuniversum liegen, dürfen einer Reihe ethischer Tabus nicht widersprechen und Positivkriterien erfüllen.

 

In ihrer Anlagepolitik will sich die EthikBank bei Aktien auf die Titel des Dax 100, außerdem auf Anleihen von Staaten, Hypothekenpfandbriefe und öffentliche Pfandbriefe beschränken. Herstellung und Vertrieb von Waffen, genetische Manipulationen von Pflanzen und Saatgut, Herstellung ozonzerstörender Chemikalien, Kinderarbeit sowie der Besitz und Vertrieb von Atomkraftwerken sollen ein Unternehmen sowohl bei der Kreditvergabe als auch vom Aktienkauf ausschließen. Staaten, die Menschenrechte verletzen, sind ebenfalls tabu. Als Positivkriterien gelten der Bank unter anderem Leistungen im Umweltbereich, das Vorhandensein von Umweltmanagement-Systemen, Engagement im Bereich Weiterbildung, Gleichberechtigung von Frauen und Ausrichtung der Geschäftspolitik auf Menschenrechte.

 

Euler sagte, derzeit gebe es nur vier Unternehmen des Dax 100, die den strengen ethisch-ökologischen Kriterien der Bank kumuliert mit einem ökonomischen Rating entsprächen: Puma, Gehe (Pharmahandel), Hannover Rück und Heidelberger Druck.

 

Die Bank ist eingebettet in das "Mutterunternehmen", die Bank Eisenberg. Bislang gibt es drei Mitarbeiter, die aber nur zum Teil für das Projekt EthikBank arbeiteten. So gibt es bislang letztlich nur zwei Vollzeitstellen. "Insofern können wir unseren Markteinstieg gelassen angehen", meinte Euler. Eine Ausgliederung des Projekts aus der Volksbank Eisenberg sei aber nötig gewesen, weil es mit dem Image einer Volksbank schwerer sei, ethisch und ökologisch orientierte Anleger anzusprechen.

 

Die Bank will ihren Geschäftsverkehr per Internet, E-Mail, Post und Telefon abwickeln. Zu ihren Produkten gehören Giro, Zins- und Festgeldkonten. Sie bietet Sparbriefe, Sparpläne zur Altersvorsorge. Sie soll Investmentsfonds-Anteile von Produkten aus dem Hause Sarasin vertreiben und Aktiendepots für Anleger führen. Letztlich stünden den Kunden bei der EthikBank auch alle konventionellen Finanzprodukte offen, da sie ihr Portfolio nach eigenen Gusto auch ganz unethisch zusammenstellen könnten, räumte Euler ein. Im Online-Kontakt mit der Bank würden sie aber genügend Hinweise auf ethisch-ökologisch korrekte Anlagemöglichkeiten finden.

 

Auf Wunsch können die Kunden einen Teil ihrer Rendite für Förderprojekte ausgeben. Ein Zinsverzicht von 0,25 Prozent soll nach dem Willen der Initiatoren der Bank in drei Projekte fließen: Ein Verein, der sich um Schulen für afghanische Flüchtlingskinder kümmert, will eine Mädchenschule in Khancharbagh in Afghanistan errichten. Zweites Projekt ist der Wiederaufbau eines Waisenhauses in Plovdiv, Bulgarien, ebenfalls getragen von einem gemeinnützigen Verein. Dritter Projektpartner ist der Global Nature Fund, der am Baikal-See einen Nationalpark errichten will, um die allein dort vorkommende Süßwasserrobbenart zu schützen. Auch die Bank will einen Teil ihrer Gewinne für diese Projekte zur Verfügung stellen.

 

Die ethisch ökologische Ausrichtung soll auch im Einlagen-Geschäft der Bank sichtbar werden. So gewähre man ökologischen Betrieben und bestimmten gemeinnützigen Organisationen Bonus-Zinsen auf ihr Guthaben, sagte Euler. Die Kriterien der EthikBank gälten darüber hinaus auch im Kreditgeschäft der Volksbank Eisenberg.

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