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Erneuerbare Energie 08.04.2005

8.4.2005: "Mit dem Gesetz w?re die Windenergie nur noch für Bauern und Konzerne interessant" - Christian Hinsch, Sprecher der Mainzer Juwi GmbH zur Situation der Windkraft in Frankreich

Die franz?sische Nationalversammlung hat einen Gesetzesentwurf beschlossen, der den weiteren Ausbau der Windkraft in dem Land erheblich erschweren k?nnte. Wie gravierend sind die ?nderungen, die sich bei Inkrafttreten des Gesetzes ergeben w?rden? Sind auch deutsche Windprojektierer betroffen, die in Frankreich aktiv sind? Und welche Interessensgruppen stehen hinter dem Gesetzesvorschlag. ECOreporter.de sprache dar?ber mit Christian Hinsch, Sprecher der Mainzer Juwi GmbH.

 

Er teile die Einsch?tzung der Bonner Wind Energy Association (WWEA) zu dem Gesetzesentwurf der franz?sischen Nationalversammlung, so Hinsch im Gespr?ch mit ECOreporter.de (Wir berichteten). "Wenn das Gesetz tats?chlich in zwei Jahren in Kraft tritt, wird die Windkraft in Frankreich nur noch für Bauern und Konzerne interessant sein", sagt er. Die Einspeiseverg?tung, die es bisher für Windparks bis zu einer Obergrenze von zw?lf Megawatt (MW) gegeben habe, solle dann nur noch für Projekte mit bis 300 Kilowatt oder mehr als 20 MW gew?hrt werden.

 

"Das ist nicht der Markt den typischerweise mittelst?ndische Projektierer bearbeiten", erkl?rt der Sprecher der juwi: "Viele Projekte bestehen heute aus f?nf bis zehn Anlagen. Um auf 20 MW zu kommen, m?ssten es in Zukunft mindestens zehn sein!" Der Verdacht liege nahe, dass hier Gro?unternehmen beg?nstigt werden sollten, glaubt Hinsch. Entsprechende Mutma?ungen hatte auch die WWEA in ihrem Statement ge?u?ert. Auch für deutsche Firmen w?rde es laut Hinsch mit der drohenden neuen Rechtslage schwierig in Frankreich. "Unternehmen aus Deutschland haben meist Projekte mit unter 20 MW realisiert", so der Sprecher.

Was bei einer derartigen Selektion ?ber die schiere Gr??e auf der Strecke bleibe, sei die B?rgern?he, sagt Hinsch: "Gerade das hat die Windkraft in anderen L?ndern gro? gemacht! Das Gesetz wird nicht gerade zur Akzeptanzsteigerung für die Windenergie beitragen."

 

Der Vorsto? in der Nationalversammlung sei für viele sehr ?berraschend gekommen, berichtet der Mainzer: "Auch die Franz?sischen Verb?nde haben sehr sp?t reagiert. Wir selbst erfuhren erst vor zwei Wochen von der Sache." Der Widerstand gegen das Vorhaben laufe langsam an, sagt er. Die Interessensverb?nde der Windkraft in dem Land versuchten jetzt vor allem, die Mitglieder des Senats zu ?berzeugen, der dem Gesetzt noch zustimmen m?sse. "Wir sind aber skeptisch dass das klappt", meint Hinsch. Parallel erw?ge die Br?sseler European Renewable Energies Federation (Eref) eine Klage bei der Europ?ischen Union, so der juwi-Sprecher.

 

Peter Danielsson, Pr?sident von Eref, kritisierte die franz?sische Gesetzesvorlage heftig. Die Mehrheit der Nationalversammlung habe gegen Europa und gegen die Erneuerbaren gestimmt, so Danielsson, sie f?rdere einseitig die dem EDF-Konzern geh?rende gro?e Wasserkraft (Der franz?sische Energieversorger Electricit? de France EDF befindet sich in Staatsbesitz). Zudem h?tten die Parlamentarier einen wichtigen Bericht des franz?sischen Rechnungshofes ignorierten, hie? es in einer Eref-Meldung. Dem Bericht zufolge steht das Staatsunternehmen derzeit massiv unter Druck, ihm drohten hohe Kosten durch seine Nuklearsparte. Laut Danielsson k?nnte sich die Nutzung von Atomstrom für die B?rger in Zukunft stark verteuern. Die Kalkulation für den Atomstrom sei sehr unsicher, die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien seien dagegen durch feste Einspeiseverg?tungen geregelt.

 

Bilder: Christian Hinsch; juwi-Windpark "Plouguin" in der Bretagne / Quelle: Unternehmen

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