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Erneuerbare Energie 09.11.2005

9.11.2005: "Wesentlich für die Rentabilit?t eines Offshore-Windparks ist ein schl?ssiges Konzept und eine ausgereifte Technik" - ECOreporter.de-Interview mit Achim Berge, Gesch?ftsf?hrer der WPD Offshore GmbH

Die Bundesregierung hat zum Ziel gesetzt, bis 2010 mindestens 2000 Megawatt Windkraftleistung auf hoher See zu installieren. Aber noch steht keine einzige Windkraftanlage in deutschen Gew?ssern. Welche Hindernisse gibt es? Wann lohnt sich ein Offshore-Projekt ?berhaupt? K?nnen für den Betrieb auf See geeignete Windkraftanlagen mit den angestrebten hohen Leistungskapazit?ten ?berhaupt rechtzeitig entwickelt werden? Antworten auf diese und weiteren Fragen zum Ausbau der Windkraft auf See gibt Achim Berge, Gesch?ftsf?hrer WPD Offshore GmbH, im aktuellen ECOreporter.de-Interview. Die WPD-Gruppe hat mehrere Offshore-Projekte in der Pipeline und die Rechte an einem davon bereits an einen Energiekonzern verkaufen k?nnen.

 

 

ECOreporter.de: Warum engagiert sich die WPD AG in der Offshore-Windkraft?

Achim Berge:In der Herausforderung Offshore sehen wir einen der wesentlichen Zukunftsm?rkte im Bereich der Windenergie. Die ambitionierten Projekte erfordern dabei eine B?ndelung von Kompetenzen und Kapazit?ten. Zun?chst in der deutschen Ost- und Nordsee - dar?ber hinaus aber auch in internationalen Projekten - sehen wir enorme Potenziale für die Energiegewinnung und beobachten dabei seit geraumer Zeit auch eine verst?rkte Interessenlage der gro?en Energieversorger.

 

 

ECOreporter.de: Was sind die Pl?ne der WPD AG in diesem Bereich? Wie ist das Unternehmen daf?r aufgestellt?

Achim Berge:Die WPD-Gruppe hat zusammen mit ihren Partnern Wind-Projekt (Ostsee) und Innovent (Nordsee) insgesamt 5 Windparks in Nord- und Ostsee mit insgesamt 3.800 MW.

 

In der Ostsee:

Die Projektrechte für das gr??te schwedische Vorhaben (Kriegers Flak II, Ostsee, 128 Anlagen) wurden im Mai 2005 an Vattenfall verkauft. WPD begleitet jedoch weiterhin die Umsetzung und bleibt somit nachhaltig im Projekt.

Kriegers Flak I (80 Anlagen) ist genehmigt, die Netzanbindung ist teilgenehmigt,

Baltic I (21 Anlagen) steht nebst Netzanbindung kurz vor der Genehmigung Ende dieses Jahres.

 

In der Nordsee:

Der Genehmigungsprozess für die beiden Vorhaben in der Nordsee

"He dreiht" (80 Anlagen) und

"Hochseewindpark Nordsee" (80 Anlagen)

sind weit fortgeschritten.

 

 

ECOreporter.de: Wie kam es zu dem Verkauf der Rechte für den Offshore-Windpark Kriegers Flak II an Vattenfall? Inwiefern arbeiten Sie weiter mit Vattenfall oder anderen Energiekonzernen zusammen? Wird es langfristige Kooperationen geben?

Achim Berge:Unser Beweggrund war, dass wir in dem schwedischen Projekt einen gro?en schwedischen Partner gut gebrauchen konnten und dar?ber hinaus ein attraktives Angebot erhalten haben. Wir haben einen Gro?teil der planerischen Arbeit erledigt und haben im Bereich der Netzanbindung einen starken Partner gesucht und gefunden. Wir haben einen festen Beratervertrag bis 2007, der beinhaltet, dass wir die weitere Projektentwicklung betreiben.

 

 

ECOreporter.de: Auf welche Weise will die WPD AG mit Offshore-Projekten Geld verdienen? Werden Sie daf?r geschlossene Fonds auflegen?

Achim Berge:Die M?glichkeiten für geschlossene Fonds im Bereich Offshore sehen wir derzeit begrenzt. Geld verdienen kann man mit zwei verschiedenen Strategien: Entweder man findet einen gro?en Investor, wie im Beispiel Kriegers Flak II, bei dem wir weiter in der Planung bleiben. Oder aber WPD bleibt Zun?chst Eigent?mer und arrangiert eine klassische Projektfinanzierung mit einem Konsortium, welches den Eigenkapitalanteil stellt sowie Banken, die für das Fremdkapital verantwortlich zeichnen.

 

 

ECOreporter.de: Wie beurteilen Sie die Rentabilit?t von Offshore-Projekten angesichts der relativ hohen Investitionskosten?

Achim Berge:Bei Offshore-Vorhaben sehen wir ein gro?es Potenzial aufgrund sehr guter und konstanter Windbedingungen. Diesen gesteigerten Ertragschancen stehen selbstverst?ndlich h?here Kostenfaktoren für den Fundamentbau und die Kabelanbindung gegen?ber. Dar?ber hinaus m?ssen auch sehr viel h?here Kostenans?tze im Bereich der Wartung kalkuliert werden. Wesentlich für die Rentabilit?t ist deshalb ein schl?ssiges Konzept und eine ausgereifte Technik, die konstant hohe Verf?gbarkeiten gew?hrleisten. Wir erwarten ?ber den Wettbewerb jedoch nochmals deutliche preisliche Ver?nderungen. Nach einer Marktentstehungsphase wird sich im Offshore-Bereich - wie wir es im Onshore-Markt auch erlebt haben - vermutlich ein anderes Preisniveau entwickeln.

 

 

ECOreporter.de: Wie bewerten Sie die Forderung von Fritz Vahrenholt, dem Vorstandsvorsitzenden der REpower AG, dass wie bei anderen Kraftwerken auch die Kosten für die Kabelanbindung von Offshore-Windparks an das Festland von den Energieversorgern selbst ?bernommen werden sollten?

Achim Berge:Wir unterst?tzen Herrn Vahrenholt. Ich denke, dass eine Einbindung der Energieversorger, aber auch des Staates in dieser infrastrukturellen Frage sicherlich sinnvoll ist. Hier k?nnten gemeinsame Konzepte und L?sungen erarbeitet werden.

 

 

ECOreporter.de: Inwiefern beteiligt sich auch die WPD AG an der "Stiftung der deutschen Wirtschaft zur Nutzung und Erforschung der Windenergie auf See"?

Achim Berge:Die WPD ist im Stiftungsbeirat vertreten. Gemeinsam mit Banken und Herstellern verbinden wir hiermit die Erwartung, die Entwicklung der Offshore-Windenergie energischer und in Kooperation mit den anderen Playern vorantreiben zu k?nnen.

 

 

ECOreporter.de: Die Stiftung will einen Demonstrationswindpark in der Nordsee errichten. Wie ?u?ern Sie sich zu den damit verbundenen Hoffnungen, dass solch ein Projekt Vertrauen in die Offshore-Technologie schaffen und einen Offshore-Boom in deutschen Gew?ssern ausl?sen wird?

Achim Berge:Zun?chst einmal ist ein solches Testfeld dringend erforderlich als vertrauensbildende Ma?nahme zur k?nftigen Gewinnung von Finanzierern. Dar?ber hinaus ist es eine hervorragende Datenbasis die eine Vielzahl an Synergieeffekten mit sich bringen wird. Zus?tzlich f?hrt es sicherlich noch mal zu einem weiteren Anschub im Bereich der Offshore-Technologie.

 

 

ECOreporter.de: Inwiefern kann ?berhaupt davon ausgegangen werden, dass für den Betrieb auf See geeignete Windkraftanlagen mit den angestrebten hohen Leistungskapazit?ten rechtzeitig entwickelt werden?

Achim Berge:Wir sehen ja bereits einige Offshore-Vorhaben, z.B. in D?nemark, die gezeigt haben, dass grunds?tzlich der Betrieb auf See machbar ist. Der Windpark Nysted ist hier ein sehr gutes Beispiel. Was die leistungsst?rkeren Anlagen der 5-MW-Klasse betrifft, sind wir optimistisch, dass zur Bauphase die entsprechenden Anlagen technisch ausgereift sind.

 

 

ECOreporter.de: Warum ist noch immer kein deutscher Offshore-Windpark ans Netz gegangen?

Achim Berge:Hier kommen eine Vielzahl von Problemstellungen zum Tragen: Von der Entwicklung der Anlagen und Fragen der Finanzierbarkeit bis hin zu aufwendigen Untersuchungen im Rahmen des Genehmigungsverfahrens. Nebenbei bemerkt gibt es auch im Ausland keinen bankfinanzierten Offshore-Windpark.

 

 

ECOreporter.de: Wie effizient ist aus Sicht der WPD AG die Vergabepraxis bei den Genehmigungen durch das Bundesamt für Hydrographie und Schiffssicherheit?

Achim Berge:Wir haben mit dem BSH bislang ausgesprochen positive Erfahrungen gemacht. Dies gilt für die Effizienz ebenso, wie für inhaltliche Pr?fung durch das BSH.

 

 

ECOreporter.de: Inwiefern unterscheiden sich die Bedingungen für Offshore-Projekte in der Ostsee und der Nordsee? Hat dies Auswirkungen auf die Auswahl der Standorte durch die WPD AG?

Achim Berge:Die Unterschiede liegen vor allem in der Wassertiefe, den Entfernungen zur K?ste und den daraus resultierenden l?ngeren Kabelanbindungen sowie dem Baufenster. In der Ostsee kann man so z.B. aufgrund der Bedingungen (Wetter, Wassertiefe, Wellengang) einen gr??eren Zeitraum nutzen.

 

 

ECOreporter.de: Inwiefern haben sich Probleme mit den Turbinen des Offshore-Windparks Horns Rev negativ auf die Entwicklung von Offshore-Projekten ausgewirkt? Welche Lehren zieht die WPD AG aus den dort aufgetretenen Schwierigkeiten?

Achim Berge:Es hat zu einer vor?bergehenden Verunsicherung gef?hrt. Insgesamt betrachtet l?sst sich doch eine nicht ganz untypische Lernkurve feststellen mit dem Ergebnis, dass das Hersteller-Konsortium die Kosten getragen hat. Dies zeigt, dass solche Entwicklungsfehler aufgefangen werden konnten. Der Hersteller der neuen Technologie hat hier den Schaden getragen und das ist gut so.

 

 

ECOreporter.de: Wie wichtig ist bei Offshore-Projekten der Versicherungsschutz? Gibt es Schwierigkeiten, ihn zu bekommen?

Achim Berge:Offshore ist grunds?tzlich versicherbar. Wir sind diesbez?glich in konstruktiven Verhandlungen mit den Versicherungen. Der Hurrikan Katrina hat hier jedoch die Preise nochmals nach oben getrieben.

 

 

ECOreporter.de: Wie offen zeigen sich die Banken für die Finanzierung von Offshore-Projekten? Was für Schwierigkeiten m?ssen bei der Finanzierung ?berwunden werden?

Achim Berge:Es ist eine Frage des Gesamtkonzeptes. Man braucht einen guten Hersteller mit einer ausgereiften Anlage sowie namhafte Sponsoren. Gleiche Anforderungen gelten für die Netzanbindung und die Fundamente. Dann sind Gespr?che mit den Banken Erfolg versprechend.

 

ECOreporter.de: Wie realistisch ist das Ziel der Bundesregierung, bis 2010 2000 bis 3000 Megawatt (MW) Windkraftleistung auf hoher See zu installieren? Welches Potenzial sehen Sie im Offshore-Markt für Zeit danach?

Achim Berge:Wir glauben, dass das grunds?tzlich m?glich ist, glauben aber auch, dass daf?r alle Beteiligten verst?rkt weiterarbeiten m?ssen. Unter optimalen Bedingungen sind die Ziele realisierbar.

 

 

ECOreporter.de: Herr Berge, wir danken Ihnen für das Gespr?ch.

 

 

Bildhinweise:

Achim Berge, Gesch?ftsf?hrer WPD Offshore GmbH / Quelle: Unternehmen;

Offshore-Windpark Nysted/R?dsand / Quelle: WPD AG;

Offshore-Windpark Horns Rev / Quelle: Vestas AG

 

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