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Aktientipps 04.04.2012

Aktie des Dämmstoffherstellers Steico SE im Kurskeller - steht das Comeback bevor?

Steico produziert unter anderem Dämmstoffe und Trägersysteme aus nachwachsenen Rohstoffen. / Quelle: Unternehmen

Seit der Gewinnwarnung im November 2011 verharrt die Aktie des Dämmstoffherstellers Steico SE im Kurskeller. Wo hakt es bei dem Unternehmen und was spricht für eine Kurserholung? ECOreporter.de hat darüber mit Philipp Spitz gesprochen, Geschäftsführer von Murphy&Spitz aus Bonn und Fund-Advisor des Murphy&Spitz Umweltfonds Deutschland.


In der zweiten Aprilhälfte wird Steico die Zahlen für das Geschäftsjahr 2011 veröffentlichen. Das Unternehmen aus Feldkirch bei München dürfte daher nach eigener Ankündigung die ursprüngliche Prognose für den Umsatz und Gewinn verfehlen. Denn im November hatte es bekannt gegeben, dass der Umsatz wohl nur auf 140 bis 150 Millionen Euro anwachsen und damit um fünf Prozent geringer ausfallen wird als angestrebt. Die Prognose für den  Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von bis zu 12 Millionen Euro wurde gar um fast ein Drittel auf auf maximal 8,5 Millionen Euro gekappt. Darauf war die Aktie des Dämmstoffherstellers im Xetra schnell von rund 7,5 auf unter 4 Euro abgestürzt. Bis heute hat sie sich nur auf 5 Euro (Xetra, Schlusskurs 3.4.) erholt, notiert damit etwa 45 Prozent unter dem Vorjahreskurs.


Philipp Spitz von Murphy&Spitz hält den Anteilsschein damit für unterbewertet. „Der faire Wert der Aktie liegt nach unserer Einschätzung deutlich höher“, stellt er gegenüber ECOreporter.de fest, mit folgender Einschränkung: „Wenn die Prozesse bei Steico optimiert werden“. Er verweist darauf, dass vor allem zwei Fehleinschätzungen dazu geführt hätten, dass das Unternehmen seine Prognose so stark reduzieren musste. Zum einen habe ein Wettbewerber seine Produktionskapazitäten deutlich schneller erhöht als angenommen und habe damit den Preisdruck auch für Steico-Produkte erhöht. Zum anderen habe der Dämmstoffhersteller für die Inbetriebnahme einer weiteren Produktionsanlage mehr Zeit benötigt als angenommen. Die so entstandenen Einmalkosten seien eine Belastung für das Ergebnis des Unternehmens.


Steico produziert umweltfreundliche Holzfaser- und Hanf-Dämmstoffe sowie Stegträger an drei Standorten – im französischen Casteljaloux und an zwei Orten in Polen, in Czarnków und in Czarna Woda. Für alle Holzfaser-Dämmstoffe darf Steico das FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) tragen, das Siegel für nachhaltige Holzwirtschaft.Spitz lobt den Einsatz nachwachsender Rohstoffe, vor allem aber den effizienten Einsatz von Energie durch Steico. Gerade dies mache die Aktie des Unternehmens für nachhaltige Investoren interessant.


Steico hatte in 2011 am Standort Casteljaloux ein Biomassekraftwerk und eine
Produktionsanlage für flexible Holzfaser-Dämmstoffe angefahren. Am Standort Czarnków wurde die Anlagentechnik für die Markteinführung neuer Produkte nach dem Trockenverfahren verbessert. Jeweils hatte das Unternehmen mitteilen müssen, dass die Aufwendungen während der Inbetriebnahme höher waren als angenommen.


„Steico muss realistischer einschätzen, wie lange es braucht, um neue Anlagen in Betrieb zu nehmen“, sagt Spitz dazu. Es gebe aber Hinweise darauf, dass der Dämmstoffhersteller das selbst erkannt und begonnen hat, dieses Problem in den Griff zu bekommen. So werde der Ausbau der Produktionskapazität nicht mehr lokal vor Ort gesteuert, sondern zentral vom Hauptsitz des Unternehmens aus. Wenn Steico hier fortan eine bessere Managementleistung zeige, sei auch mit einer besseren Ergebnisentwicklung zu rechnen. Der Fund-Advisor des Murphy&Spitz Umweltfonds Deutschland kritisiert zwar, dass es bei Steico zu solchen Fehleinschätzungen gekommen ist. Er betont aber, dass das Unternehmen auch schon zu pessimistische Vorhersagen getroffen hat und etwa in 2009 daher die Prognose deutlich niedriger war als der dann gemeldete Gewinn des Unternehmens.

Bildhinweis: Philipp Spitz. / Quelle: Murphy&Spitz


Weiteres Kurspotential für die Aktie von Steico sieht Spitz darin, wenn es doch noch zu den Steuervergünstigungen für Klimaschutzmaßnahmen im Bausektor kommt, die Bundesregierung und Bundestag 2011 verabschiedet haben. Weil der Bundesrat sich gegen die damit verbundenen Steuerausfälle für die Bundesländer sperrt, hängt das entsprechende Gesetz seit Monaten im Vermittlungsausschuss fest. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Hauseigentümer, die ihre Immobilie energetisch sanieren, bis zu zehn Prozent der Kosten jährlich von der Steuer absetzen können. „Eine solche Regelung würde Dämmstoffherstellern wie Steico zusätzliche Absatzchancen eröffnen“, meint Spitz hierzu. Das Unternehmen sei aber nicht darauf angewiesen. Es bewege sich als Anbieter natürlicher Bauprodukte auch so in einem attraktiven Markt, nicht zuletzt aufgrund der stetig strenger werdenden gesetzlichen Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden in der EU. Der Dämmstoffhersteller sei aber gefordert, seine Gewinne zu steigern, indem er seine Prozesse optimiert und so Kosten einspart. Hierfür sieht der Fund-Advisor des Murphy&Spitz Umweltfonds Deutschland „deutliches Potential“. Die Steico-Aktie zähle zu den größten Positionen seines nachhaltigen Aktienfonds.


Das Unternehmen hebt in seinem Ausblick auf 2012 hervor, dass sich der Markt für natürliche Bauprodukte weiter im Aufwind befinde. Insbesondere die erzielbaren Kostenersparnisse durch die hohe Energie-Effizienz moderner Konstruktionen sowie verschiedene europäische Förderprogramme seien Faktoren, die für ein weiteres, langfristiges Wachstum dieses Marktsegments sprächen.

Steico AG: ISIN DE000A0LR936 / WKN A0LR93

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