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Nachhaltigkeitsfonds & Zertifikate 24.06.2010

„Aktienfonds sind vielen Anlegern zu volatil“ – Interview mit Finanzplaner Christoph Langenekert

An den Finanzmärkten herrschen weiterhin Unruhe und Unsicherheit. ECOreporter.de sprach mit dem Plansecur-Fondsvermittler Christoph Langenekert darüber, wie sich diese Unsicherheit auf das Anlegerverhalten auswirkt, welche Nachhaltigkeitsinvestments von Kunden besonders nachgefragt werden und auf welche Kriterien Langenekert selbst bei der Zusammenstellung seiner Angebote achtet.

Christoph Langenekert ist 36 Jahre alt und verheiratet. Der gelernte Bankkaufmann, Bankfachwirt und Fachberater für nachhaltiges Investment ist seit zweieinhalb Jahren selbstständiger Finanzplaner der Plansecur AG und verfügt insgesamt über 19 Jahre Berufserfahrung unter anderem als Vermögensberater und Wertpapierspezialist.

 


ECOreporter.de: Wie wirkt sich die Finanzkrise auf das Kundenverhalten aus? Sind Kunden zurückhaltender bei ihren Anlagen oder wählerischer geworden, sind  andere Produkte als früher im Fokus?

Christoph Langenekert:
Kunden hinterfragen mehr als bisher, wie ihr Geld angelegt wird. Die bisher als absolut sicher geltenden Bankeinlagen werden vor dem Hintergrund der Euro-Schwäche sehr kritisch betrachtet. Viele Kunden fragen, wie das 1948 bei der Währungsreform in Deutschland ablief. Sachwerte wie Immobilien, Gold, Wald, Windkraft- und Photovoltaikanlagen haben stark an Bedeutung gewonnen. Auch die Beteiligung an Unternehmen in Form von Aktienfonds bietet mehr „Sicherheit“ was den langfristigen Werterhalt betrifft. Viele Unternehmen haben den Ersten und Zweiten Weltkrieg und die Währungsreform überstanden und sind heute noch erfolgreich tätig.


ECOreporter.de: Werden „grüne“ Geldanlagen nun stärker nachgefragt oder eher weniger?


Langenekert:
Was „grüne“ Finanzprodukte betrifft, hält sich die aktive Nachfrage von Kunden in Grenzen. Das liegt daran, dass die meisten Menschen nicht wissen, dass sie ethische und/oder ökologische Kriterien bei Ihrer Altersvorsorge und Geldanlage berücksichtigen können.


ECOreporter.de: Wie ist das Verhältnis von Kundenwünschen nach konventionellen Fonds zu alternativen Angeboten?


Langenekert:Wenn ich Menschen frage, ob es ihnen egal ist, ob mit ihrem Geld umweltschädliche oder ethisch verwerfliche Projekte finanziert werden, sind neun von zehn nicht damit einverstanden. Dann werden nachhaltige Fonds bevorzugt. Von sich aus fragt einer von zehn Kunden nach alternativen Angeboten.


ECOreporter.de: Welche Art von Nachhaltigkeitsfonds und welche Assetklassen  sind besonders beliebt? Gibt es Trends?


Langenekert:Vor allem Produkte, die in Erneuerbare Energien investieren, werden stark nachgefragt. Windkraft und Photovoltaik sind in aller Munde. Das sind Dinge „zum Anfassen“. Reine Aktienfonds sind vielen Anlegern zu volatil. Deshalb geht der Trend eher zu flexiblen Mischfonds, die in Aktien und festverzinsliche Anlagen investieren und die Gewichtung je nach Marktsituation anpassen.


ECOreporter.de: Warum haben Sie sich dazu entschlossen, nachhaltige Geldanlagen zu vertreiben. Sehen Sie darin Vorteile im Vergleich zum Vertrieb konventioneller Produkte?


Langenekert:
Meine Naturverbundenheit hat dazu geführt, dass ich mich schon vor zehn Jahren damit beschäftigt habe, wie man umweltverträglich investieren kann. Als Christ sehe ich im nachhaltigen Investment auch die Möglichkeit, Geld mit gutem Gewissen anzulegen. Ein großer Vorteil im Vergleich zu konventionellen Produkten ist, dass jeder Kunde seine individuellen Nachhaltigkeitskriterien in die Produktauswahl einfließen lassen kann und so einen maßgeschneiderten Anlagevorschlag erhält, der genau auf seine Bedürfnisse abgestimmt ist. Mehrere Studien belegen zudem, dass nachhaltiges Investment die gleiche oder sogar bessere Rendite bringt als konventionelle Anlagen.


ECOreporter.de: Ist im Bewusstsein ihrer Kunden mittlerweile angekommen, was Nachhaltigkeit im Bezug auf den Finanzmarkt bedeutet? Wie viel Vorwissen bringen Kunden mit?

Langenekert: Nur wenige Menschen haben Erfahrung mit nachhaltigen Finanzprodukten. Mit meiner Arbeit möchte ich dazu beitragen, möglichst viele Menschen darüber zu informieren. Als Fachberater für nachhaltiges Investment bin ich natürlich auch Ansprechpartner für Menschen, die sich bereits mit Nachhaltigkeit in ihrer Finanzplanung beschäftigen und Beratung oder Entscheidungshilfe suchen. Ich freue mich immer wenn ich auf jemanden treffe, der sich auch mit dem Thema beschäftigt.


ECOreporter.de: Welche Vorbehalte haben Kunden gegenüber nachhaltigen Geldanlagen?


Langenekert:
Die Seriosität und Professionalität der Anbieter wird am häufigsten in Frage gestellt. Da einige Anbieter schon seit den 90er Jahren nachweisbar sehr erfolgreich tätig sind, kann man diese Zweifel im persönlichen Gespräch schnell ausräumen.


ECOreporter.de: Nach welchen Kriterien wählen Sie persönlich ihr Angebot aus? Inwiefern spielt der jeweilige Fondsemittent dabei eine Rolle?


Langenekert:Neben den Empfehlungen unserer Experten von Plansecur achte ich bei der Produktauswahl vor allem auf eine transparente und nachvollziehbare Anlagestrategie. Bezüglich der Fondsemittenten lege ich Wert auf die Seriosität der Anbieter und ein erfahrenes Management, das bereits in der Vergangenheit kontinuierlich gute Erfolge für die Anleger erzielt hat.


ECOreporter.de:Wie definieren sie Nachhaltigkeit für ihr Angebot? Setzen sie eher auf „hellgrüne“ oder „dunkelgrüne“ Fonds?


Langenekert:Was „nachhaltig“ ist entscheidet jeder Kunde individuell.  Oft kommen „dunkelgrüne“ Fonds den Vorstellungen der Kunden am nächsten. Ich weise aber auch auf die „Hebelwirkung“ der „hellgrünen“ Fonds hin. Denn gerade in Branchen, die die Umwelt stark belasten, wie beispielsweise der Chemie-Branche, kann durch Investoren der Druck auf die Unternehmen erhöht werden, ihre Produktion umweltfreundlicher zu gestalten.


ECOreporter.de: Wie wird sich der Markt für nachhaltige Geldanlagen speziell im Bezug auf das Engagement der Vermittler entwickeln?


Langenekert:Bei vielen Banken und Finanzvertrieben ist die letzte Finanzkrise leider schon wieder in Vergessenheit geraten und es wird vermittelt, was am meisten Provision bringt. Trotzdem sehe ich zunehmend mehr Berater, die sich aus dieser Spirale lösen und Kunden nachhaltig – sprich ehrlich und langfristig - beraten möchten. Dann ist der Schritt zur nachhaltigen Geldanlage nicht weit, denn damit erreicht man nachhaltig zufriedene Kunden und trägt dazu bei, dass auch die nächste Generation eine lebenswerte Zukunft vor sich hat.

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