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Nachhaltigkeitsfonds & Zertifikate 11.02.2010

Allianz Global Investors sieht eindeutigen Trend zu nachhaltigen Investments - Altersvorsorgeeinrichtungen wichtige Wegbereiter

Bislang wird der Ansatz des nachhaltigen Investments in erster Linie bei Aktieninvestments angewandt. Laut einer aktuellen Studie gewinnt dieser Ansatz auch für Anlageklassen wie Anleihen, Immobilien oder Private Equity eine zunehmende Bedeutung.

Brigitte Miksa / Quelle: Allianz Global Investors

 


Die Studie basiert auf einer Umfrage, die Allianz Global Investors AG zusammen mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) durchgeführt hat. Befragte wurden dafür 216 Experten aus den sechs wichtigsten Altersvorsorgemärkten in Europa (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Schweiz und Niederlande) über die Zukunft der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) in den kommenden zehn Jahren.


Brigitte Miksa, Leiterin des Bereichs International Pensions bei Allianz Global Investors, sagt: "Aufgrund ihres langfristigen Anlagehorizonts und der Höhe des verwalteten Vermögens sind Altersvorsorgeeinrichtungen wichtige Wegbereiter für den Ansatz des nachhaltigen Investments. Um die aktuelle Entwicklung, die Triebkräfte und zukünftige Trends besser einschätzen zu können, haben wir bAV-Experten aus Wissenschaft, Beratungsunternehmen, Pensionsfonds, Finanzinstituten, Verbänden und öffentlicher Verwaltung befragt. Aus dieser Expertenbefragung können wir einen Vergleichsmaßstab ableiten, an dem sich die tatsächliche zukünftige Entwicklung messen lässt."


Laut der Umfrage geht die Mehrheit der Experten von einer Erweiterung des Anlagespektrums von nachhaltige Kapitalanlagen (SRI = socially responsible investment) aus. Das erklärten 87 Prozent der Befragten in Frankreich, 77 Prozent in den Niederlanden, 57 Prozent in Deutschland, 54 Prozent in der Schweiz, 50 Prozent in Großbritannien und etwas mehr als ein Drittel der Befragten in Italien.


Die aktive Ausübung der Aktionärsrechte durch Pensionsfonds wird der Befragung zufolge ebenfalls zunehmen. Das sagen rund 60 Prozent der befragten Experten in Italien, Schweiz und Großbritannien voraus; stärker noch ist die Zustimmung in den Niederlanden und Frankreich. In Deutschland ist die Zustimmung mit 37 Prozent der Befragten geringer.


Die Mehrheit der Experten (60 Prozent) denkt ferner, dass Pensionsfonds zukünftig stärker SRI-Kriterien bei ihren Anlageentscheidungen berücksichtigen werden. Hinter dieser Trendaussage liegen deutliche regionale Unterschiede. Während fast 90 Prozent der Befragten in Frankreich, 80 Prozent in den Niederlanden und 63 Prozent in Italien von dieser Entwicklung ausgehen, sind die Befragten in Deutschland (54 Prozent) und in der Schweiz (46 Prozent) etwas weniger optimistisch. Mit weniger als einem Drittel fällt die Zustimmung zu der These in Großbritannien am geringsten aus.


Die Umfrage ist der Frage nach Bedeutung und Gewichtung der einzelnen Kriterien gesondert nachgegangen und zeigt, dass den Experten zufolge ökologische Kriterien (81 Prozent) wichtig für die Investmententscheidungen von Altersvorsorgeeinrichtungen sein werden, während fast 70 Prozent dies für die Aspekte Soziales und Governance erwarten. Im Gegensatz dazu glaubt nur ein Drittel der Befragten, dass ethische oder religiös motivierte Investmentansätze eine größere Bedeutung haben werden. Deutlich positiver fällt der Ausblick für themenorientierte Nachhaltigkeitsfonds aus. Im Schnitt sagen 69 Prozent der Befragten einen Bedeutungszuwachs für dieses Segment voraus.


Der Autor der Studie, Alexander Börsch, erläutert: "Während SRI seine Ursprünge in werte-orientierten Ansätzen hatte, haben diese nun an Bedeutung verloren und die Befragung zeigt, dass eher ESG-Kriterien (Ökologie, Soziales, Governance – die Red.) denn ethische oder religiöse Ansätze eine bedeutende Rolle für Pensionsfonds spielen."


Trotz des insgesamt positiven Ausblicks für SRI, glauben nur wenige Experten, dass SRI durch höhere Renditeerwartungen oder niedrigere Risiken – zwei wichtige Argumente für SRI – getrieben wird.  Im Durchschnitt gaben nur 17 Prozent an, dass die Erwartung höherer Erträge sich positiv auf die Nachfrage nach SRI-Investments auswirkt. Die Befragungsergebnisse in Frankreich fallen dabei mit 20 Prozent am optimistischsten aus. Eher noch gehen die Befragten (24 Prozent im Schnitt) davon aus, dass Risikominimierung die Nachfrage nach SRI antreiben wird, wobei die Zustimmung in Frankreich mit 40 Prozent am höchsten und in Großbritannien mit 6 Prozent am niedrigsten ist.


Eine weitere Untersuchung von risklab, einer Tochtergesellschaft von Allianz Global Investors, hat den Wertbeitrag von SRI- bzw. ESG-Investmentansätzen im Portfoliokontext untersucht. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Berücksichtigung von ESG-Faktoren das Risiko eines Portfolios bei gleich bleibender Ertragserwartung deutlich reduzieren oder die Erträge bei gleich bleibendem Portfoliorisiko steigern kann.


Brigitte Miksa dazu: "Die Ergebnisse der Untersuchung von risklab sind bemerkenswert. Obwohl viele institutionelle Investoren, insbesondere große europäische Pensionsfonds, in den letzten Jahren ESG-Investmentansätze eingesetzt haben, legen Umfragen wie unsere den Schluss nahe, dass sich viele Experten der Auswirkungen von ESG-Investments im Hinblick auf Risiko und Rendite noch nicht vollständig im Klaren sind. Auch wenn die risklab-Studie die Debatte um kurzfristige Performance-Effekte von SRI-Anlagen nicht beenden wird, können die Ergebnisse sicher zu einer fundierteren Auseinandersetzung mit der Thematik beitragen und die positiven Langfristwirkung einer Risikominimierung und Ertragssteigerung durch die explizite Berücksichtigung von ESG-Kriterien aufzeigen."


Die Studie von risklab steht im Internet zum Download bereit unterOpens external link in new windowwww.risklab.com


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