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Nachrichten 23.04.2011

Beißhemmung? - italienische Regierung will Solarstromtarife nur noch maßvoll beschneiden

Die Einschnitte bei den italienischen Solarstromtarifen werden offenbar moderat ausfallen. Das sagen Experten mit Zugang zu dem Entwurf des neuen Conto Energia, dem italienischen Pendant zum deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Italienisches Solarprojekt, in das das Anleger über einen geschlossen Solarfonds von Voigt&Coll. investieren konnten. / Quelle: Unternehmen



Dazu zählt Ben Lynch, auf Solaraktien spezialisierter Analyst der Commerzbank. Ihm zufolge hat das Energieministerium eine Regelung erarbeitet, die zwar starke Einschnitte der Solarstromtarife und auch eine Deckelung des Photovoltaikausbaus vorsieht. Es soll ihm zufolge aber lange Übergangsfristen und keine abrupte Kappung geben. Ursprünglich hatte die Regierung eine Begrenzung des Zubaus auf insgesamt acht Gigawatt (GW) bis 2020 und auf drei GW bis Ende 2013 vorgesehen. Lynch zufolge hat sie sie nun die Begrenzung für 2020 auf satte 23 GW angehoben. Den Zubau bis 2016 will sie vor allem über Tarifsenkungen bremsen.


Wie im März angekündigt soll das Conto Energia IV zum 1. Juni geringe Solarstromtarife für Neuanlagen einführen. Die Einschnitte werden sich laut Lynch aber in kleinen Schritten vollziehen. Von Juni bis Dezember 2011 sei eine monatliche Kürzung der Tarife um drei bis fünf Prozent geplant. In jedem Halbjahr des kommenden Jahres folgen dann weitere Senkungen um acht bis zwölf Prozent. Der Ausbau von auf dem Boden errichteten Solaranlagen wird für diesen Zeitraum von Anfang Juni 2011 bis Ende Dezember 2012 auf 3,1 GW begrenzt. Für Dachanlagen sind vergleichsweise geringe Einschnitte geplant, Einzelheiten stehen hier offenbar noch nicht fest.


Dies gilt auch für den Zeitraum von 2013 bis 2016. Für ihn will die Regierung weitere Tarifsenkungen festschreiben, die aber ebenfalls in kleinen Schritten erfolgen sollen. Danach sollen Solaranlagen ohne staatlich garantierte Einspeisevergütungen auskommen.


Die Regierung in Rom muss diesen Entwurf mit den Vertretern der Regionen abstimmen. Dies soll noch in diesem Monat erfolgen, damit der Gesetzgebungsprozess rechtzeitig beendet wird und das neue Gesetz wie geplant Anfang Juni in Kraft treten kann.


Ben Lynch begrüßt den vorgelegten Entwurf. Zum einen beende er nun die Gerüchte und viele Wochen währende Unsicherheit für Unternehmen und Investoren. Der zwischenzeitlich abgebremste italienische Solarmarkt könne nun wieder Fahrt aufnehmen, auch wenn es ein bis zwei Monate dauern werde, bis angehaltene Projekte wieder auf Stand gebracht sind. Zum anderen fielen die Einschnitte deutlich schwächer aus als von vielen befürchtet wurde. Ursprünglich hatte die Regierung kurzfristige Tarifkürzungen von bis zu 30 Prozent und ein Aus für Photovoltaik-Großkraftwerke mit Leistungskapazitäten über 1 Megawatt (MW) angestrebt.


Der Analyst der Commerzbank geht angesichts der lukrativen Margen, die es bei italienischen Solarprojekten bislang gebe, davon aus, dass die Einschnitte den Preisdruck auf Hersteller von Solarprodukten kaum erhöhen. Projektier seien nun gezwungen, Anlagen effizienter umzusetzen. Zudem sei es angesichts der Verzögerungen der letzten Wochen möglich, dass sich für manche Solarprojekte der Anschluss ans Netz von 2011 in 2012 verschiebe.


Unter den deutschen Solaraktien ist laut Lynch die bayrische Phoenix Solar AG am stärksten von der Entwicklung im italienischen Solarmarkt abhängig. Sie habe dort zuletzt 10 bis 15 Prozent ihrer Erlöse erwirtschaftet. Der Analyst rät dazu, die Aktie zu halten und nennt als Kursziel 24 Euro. In Frankfurt notiert sie heute Mittag bei 20 Euro.


Bislang rechnet Lynch für 2011 mit einem Photovoltaik-Zubau in Italien von 2,2 GW. Er werde sich voraussichtlich auf 1,7 GW in 2012 und auf 1,3 GW in 2013 abschwächen. Nach einem Zubau von 0,7 GW in 2009 waren in 2010 Anlagen mit 1,85 GW neu ans Netz gebracht worden.

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