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Nachhaltige Aktien 16.02.2009

Biodieselhersteller Biopetrol Industries AG kämpft ums Überleben - Anleihezinsen können nicht gezahlt werden

Zapfsäule für Biodiesel. / VDO

Der Schweizer Biodieselherstellers Biopetrol Industries AG muss nach vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2008 einen zweistelligen Millionenverlust ausweisen. Wie das Unternehmen aus Zug bekannt gab, rechnet es beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) mit einem Fehlbetrag in Höhe von 11,5 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch 5,4 Millionen Euro Gewinn gemacht. Weiter meldete Biopetrol Industries einen von 218,1 Millionen auf 300 Millionen Euro angewachsenen Jahresumsatz. Die Bilanzsumme sei von 171 Millionen auf Millionen Euro geschrumpft. Die liquiden Mittel abzüglich kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten bezifferte der Biodieselhersteller mit minus 15,2 Millionen Euro. Zurzeit liege aber keine Überschuldung der Biopetrol Industries AG vor.  


Das Desaster führt das Unternehmen auf mehrere Faktoren zurück. Zum einen auf Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise. Zum anderen habe aber vor allem das „Chaos der europäischen und besonders der deutschen Energiepolitik“ die ganze Biodieselbranche in die Krise gestürzt. Der  Reinkraftstoffmarkt B100 sei vollständig zusammengebrochen, die „unklaren Rahmenbedingungen für die Beimischung von Biodiesel zum Normaldiesel“ hätten dazu geführt, dass „viele Marktteilnehmer nur kurzfristige Verträge akzeptieren oder den Produzenten  belastende Anpassungsklauseln aufgeben, die eine vernünftige Rohwarenplanung nahezu unmöglich machen“. Zudem verhindere die EU immer noch nicht, dass Importe von hoch subventioniertem Biodiesels aus Amerika importiert werden.


Biopetrol Industries verfügt über Tochtergesellschaften in Deutschland, in der Schweiz und den Niederlanden. Biopetrol Industries B.V., eine mittelbare Tochtergesellschaft der Biopetrol Industries AG, hat am 21. Februar 2007 eine Wandelanleihe in Höhe von 75,0 Millionen Euro mit einem jährlichen Zins von 4 Prozent und einer Laufzeit bis 21. Februar 2012 begeben. Laut der Muttergesellschaft ist Biopetrol Industries B.V. aber „nach derzeitigem Stand“ nicht in der Lage, die Anleihezinsen für das Jahr 2008/9 in Höhe von 3,0 Millionen Euro zu zahlen. Auch die Biopetrol Industries AG als Garantin der Anleihe könne in ihrer derzeitigen Situation die Mittel für die Bezahlung der Zinsen nicht bereitstellen.


Der Biodieselhersteller kündigte eine finanzielle Restrukturierung an. Deren Kernstück sei die Anpassung der Anleihebedingungen vom 21. Februar 2007 an die aktuelle und mittelfristige wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Gruppe. Den Anleihegläubigern soll  angeboten werden, die Anleihe vorzeitig in Aktienkapital zu wandeln. Im Zusammenhang mit dem Sanierungskonzept sei von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein auf der Basis eines Fortführungskonzepts der Unternehmensleitung eine indikative Unternehmensbewertung zum 1. Januar 2009 erstellt worden. Warth & Klein komme darin unter der Annahme, dass die Wandelanleihe vollständig in Aktien der Biopetrol Industries AG gewandelt wird, zu einem deutlich höheren Unternehmenswert als sich auf Basis der aktuellen Marktkapitalisierung ergebe.


Im Zusammenhang mit der finanziellen Restrukturierung der Unternehmensgruppe ergeben sich laut Biopetrol Industries „weitreichende Fragestellungen für den Jahresabschluss 2008“. Daher habe der Verwaltungsrat beschlossen, die Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2008 auf den 19. Mai 2009 zu verschieben und die Generalversammlung auf den 23. Juni 2009. Das Unternehmen kündigte ferner an, „mit der Kredit gebenden Bank sowie einer Reihe von potentiellen Investoren“ unverzüglich Gespräche aufzunehmen, „um auf der Basis des Fortführungskonzepts die Weiterführung der Geschäftstätigkeit der Biopetrol-Gruppe als Alternative zu einem Insolvenzszenario zu erreichen“.


Biopetrol Industries AG: ISIN CH0023225938 / WKN A0HNQ5







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