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Erneuerbare Energie 29.01.2014

Bürgerenergie-Organisationen laufen Sturm gegen EEG-Reform

Viele deutsche Photovoltaikprojekte befinden sich in Bürgerhand. / Quelle: Gehrlicher Solar

Bürgerenergie-Organisationen machen Front gegen die Pläne von Bundesenergieminister Sigmar Gabriel für eine Neugestaltung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Elf Organisationen haben jetzt in Berlin das Bündnis Bürgerenergie gegründet. „Die Bundesregierung hat noch nicht erkannt, dass vor allem die Bürgerinnen und Bürger vor Ort mehr Nachhaltigkeit in die Energieversorgung bringen. Ohne sie wäre die Energiewende noch weit von den politisch erklärten Zielen entfernt“, erklärt Dietmar von Blittersdorff, Aufsichtsrat des Bündnisses und Vertreter von „Energiewende Jetzt“, einem Netzwerk für Bürgerenergiegenossenschaften. Er weist darauf hin, dass alleine im Jahr 2012 Bürgerinnen und Bürger über fünf Milliarden Euro in Erneuerbare Energien investiert haben. Fast jede zweite Kilowattstunde Ökostrom stamme aus Anlagen, die Bürgern gehören, so von Blittersdorff.


Der Beitrag der Bürger zur Energiewende ist bislang fast viermal so groß wie der der Energieversorger. Laut einer Marktstudie des Marktforschungsinstitut trend:research und der Leuphana Universität Lüneburg vom vergangenen Herbst ermittelt stammten insgesamt 47 Prozent der bis Ende 2012 in der Bundesrepublik installierten Leistung aus Erneuerbaren Energien aus Anlagen, die Bürgern gehören. ECOreporter.de hat darüberund über die möglichen Auswirkungen der Pläne von Gabriel auf die Finanzierung von Bürgerenergie-Projekten berichtet.


„Unser Ziel ist es, der Bürgerenergie im politischen Berlin eine kraftvolle Stimme zu verleihen“, sagt Ursula Sladek, eine der Initiatorinnen des Bündnisses sowie aktuelle Trägerin des Deutschen Umweltpreises. „Die von der großen Koalition vorgeschlagenen Reformpläne sind ein Schlag in das Gesicht der Millionen Bürger, die sich für eine dezentrale Bürgerenergiewende einsetzen. Ein Schlag ins Gesicht der Millionen Menschen, die sich für aktiven Klimaschutz vor Ort, die Aufwertung ihrer Region, Generationengerechtigkeit, politische Teilhabe und langfristige Stabilität der Energiepreise engagieren.“


„Die Energiewende von unten ist akut gefährdet durch das geplante neue Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) des Bundesenergieministers“, sagt Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbandes für Erneuerbare Energie und ebenfalls im Vorstand des Bündnisses für Bürgerenergie. „Bisher wurde bei der Energiewende die Akteursvielfalt großgeschrieben. Mit der Einführung von verpflichtender Direktvermarktung sowie Ausschreibungen für Erneuerbare Energien macht die Bundesregierung eine Energiepolitik, die nur die Interessen der großen Marktakteure bedient. Das bremst die Energiewende radikal aus und gefährdet auch deren Akzeptanz. Denn die Erneuerbaren Energien sind in der Bevölkerung bislang populär, weil sie politische und wirtschaftliche Teilhabe ermöglichen.“


Initiatoren und Gründungsmitglieder des Bündnisses Bürgerenergie sind Netzkauf EWS eG, Stiftung Neue Energie, GLS Bank Stiftung, 100 prozent erneuerbar stiftung, Haleakala-Stiftung, BürgerEnergie Thüringen e.V., Landesnetzwerk Bürgerenergiegenossenschaften Rheinland-Pfalz, Netzwerk Energiewende Jetzt, Naturstrom AG, Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) und Agentur für Erneuerbare Energien.