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Erneuerbare Energie 17.01.2018

Bundesverband Windenergie: So viel Potential hat die Windkraft an Land

Der Bundesverband WindEnergie (BWE) hat eine Analyse zum kurzfristigem Potential von Windenergie an Land für die Jahre 2018/2019 vorgelegt.

Um einen stabilen Ausbau der Windenergie an Land und damit einen nachhaltigen Beitrag zur Einsparung klimaschädlicher CO2-Emissionen sicherzustellen, fordert der BWE eine verpflichtende Einführung der Bundesimmisionsschutzgesetz-Genehmigung (BImSchG): als Grundvoraussetzung zur Teilnahme von Projekten am Ausschreibungsverfahren.

"Darüber hinaus muss zusätzliches Volumen ausgeschrieben werden, um die für 2019 absehbare Zubaudelle abzufedern", so der Branchenverband. Der BWE fordert ein zusätzliches Ausschreibungsvolumen von 1,5 bis 2 Gigawatt jeweils im Jahr 2018 und 2019 und im Folgejahr - mit einer Steuerungsfunktion der Bundesnetzagentur von 500 Megawatt (MW). 

Ob ausreichend genehmigte Projekte zur Verfügung stehen, hat der BWE in einer Analyse des kurzfristigen Potentials ermitteln lassen. In einer Studie sieht enervis energy advisors GmbH (enervis) für die Jahre 2018 und 2019 ein ausreichendes Angebot an Projekten mit BImSchG-Genehmigung. Es könne die Nachfrage im Ausschreibungsverfahren nicht nur decken, sondern ausreichend übersteigen, um Wettbewerb zu schaffen. 

Die Ergebnisse der Studie auf einen Blick:

- Kurzfristig steht für 2018 ein Angebotspotential von ca. 5.500 MW zur Verfügung.

- Das aggregierte Angebot 2018/19 lässt einen deutlichen Angebotsüberhang erwarten. Eine einfache Angebotsdeckung oder eine Unterdeckung ist auch bei einem zusätzlichen Ausschreibungsvolumen nicht zu erwarten.

- Die Studie geht von konservativen Annahmen aus und unterstellt beispielsweise, dass die Windenergie an Land 100 Prozent der Zuschläge aus den gemeinsamen Ausschreibungen erhält. Zudem sind die Genehmigungsquoten für 2018 und 2019 beabsichtigt niedrig geschätzt. Bei einer weniger konservativen Annahme, die die Erfahrungen der vergangenen Jahre stärker gewichtet, würde das Angebot die Nachfrage sogar noch deutlicher überschreiten.

"Eine unmittelbare Anpassung des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) ist dringend notwendig. Die vom BWE geforderten zusätzlichen Ausschreibungen sind nicht nur praktisch möglich, sondern dringend notwendig, wenn der Gesetzgeber eine Ausbaudelle der Windenergie an Land in den Jahren 2019 und 2020 vermeiden und einen Mehrbeitrag zum Klimaschutz bis zum Jahr 2020 erreichen will", so der BWE. 

Bereits heute gebe es eine Vielzahl von Projekten mit BImSchG-Genehmigung, die aufgrund der Fehlkonstruktion im EEG 2017 und des zu geringen Ausschreibungsvolumens nicht umgesetzt werden können. Das habe fatale Folgen für Zulieferer, Hersteller und Projektierer auf der einen und für die Umwelt auf der anderen Seite.

"Schon heute könnte die Windenergie einen deutlich stärkeren Beitrag zur CO2-Einsparung leisten", so BWE-Präsident Hermann Albers anlässlich der Veröffentlichung der Studienergebnisse. "In den Folgejahren sind aber auch die Bundesländer gefragt die teilweise beschränkende Politik gegenüber der Windenergie aufzugeben und ausreichend Flächen für diese Technologie zur Verfügung zu stellen. Die aktuellen Diskussionen geben dabei Hoffnung."

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