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Nachrichten 25.03.2010

Das EEG feiert 10. Geburtstag - beeindruckende Zahlen zum Jubiläum vorgelegt

Die Grünstrombranche macht der herkömmlichen Energieerzugung immer stärker Konkurrenz. / Quelle: NEG Micon

Seit April 2000 ist in Deutschland das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft. Kaum ein Gesetz der Bundesrepublik hat vergleichbar revolutuionäre Wirkungen entfaltet. In nur zehn Jahren ist in Deutschland eine boomende Grünstrombranche entstanden, Sektoren wie die Windkraft oder die Photovoltaik haben sich zu einem Miliardengeschäft entwickelt. Viele Staaten haben das deutsche Erfolgsmodelle nachgeahmt, eigene Gesetze nach dem Vorbild des EEG eingeführt.


Das Kernprinzip ist einfach zu kopieren. Nach dem EEG muss aus erneuerbaren Energien erzeugter Strom vom Netzbetreiber abgenommen und zu festgelegten Preisen vergütet werden. Die Differenz zwischen den Vergütungshöhen und dem Marktpreis für sonstigen Strom wird als EEG-Umlage auf die Stromrechnung der Verbraucher umgelegt. Die verschiedenen Arten der erneuerbaren Energien erhalten Vergütungen in unterschiedlicher Höhe - damit kann der Gesetzgeber die Geldströme lenken. Zum Beispiel wurden die Vergütungen für Auf See erzeugte Windkraft vergelichsweise hoch angesetzt, um Investitionen in Offshore-Windparks anzustoßen.


Aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums haben der Bundesverband Erneuerbare Energie und die Agentur für Erneuerbare Energien in Berlin eine positive Bilanz gezogen. „Das EEG wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, Klima- und Umweltschutz zu stärken, die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung zu verringern und die Weiterentwicklung innovativer Technologien zu fördern,“ resümierte Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Diesen Zielen sind wir in den vergangenen zehn Jahren ein gutes Stück näher gekommen“ so Mayer weiter.


Ihm zufolge deckte Strom aus Wind- und Solarenergie, Biomasse, Wasserkraft und Geothermie 2009 etwa 16 Prozent des Strombedarfs. In absoluten Zahlen nehme Deutschland mit einer Produktion von rund 93 Milliarden Kilowattstunden EU-weit eine Spitzenposition ein.


„Investitionssicherheit, Innovationsanreize und ehrliche Preise - diese Grundprinzipien machen das Erfolgsrezept des EEG aus“, stellte Dietmar Schütz, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) fest. Durch die Anschlusspflicht für neue Kraftwerke, den gesetzlich garantierten Vorrang für erneuerbaren Strom im Netz und eine garantierte Einspeisevergütung über 20 Jahre gewährleiste das EEG stabile Investitionsbedingungen. „Damit hat sich das Gesetz als Antriebskraft für eine mittelständisch geprägte Industrie erwiesen“, bekräftigte Schütz.


Die regelmäßige Absenkung der Vergütungssätze für Neuanlagen übt nach seiner Einschätzung Kosten- und Innovationsdruck auf die Hersteller aus. Nicht zuletzt würden die EEG-Vergütungssätze für Transparenz darüber sorgen, was regenerativer Strom tatsächlich kostet. Anders als bei fossiler und nuklearer Energie kämen keine versteckten Folgekosten für Umwelt-, Klima- oder Gesundheitsschäden dazu.


„Die aktuelle Debatte um die Kosten für die Förderung Erneuerbarer Energien darf nicht den Blick auf das Ganze verstellen,“ forderte BEE-Präsident Schütz. „Das EEG bringt einen hohen Nutzen für Arbeitsmarkt, Klimaschutz und Volkswirtschaft. Die bisherige Erfolgsgeschichte muss die Politik jetzt zügig fortsetzen.“ Für den schnellen Umstieg auf eine sichere und saubere Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien müsse ihr Vorrang erhalten bleiben und die Markt- und Netzintegration voran getrieben werden. „Dafür ist das EEG auch zukünftig das richtige Instrument“, fasste Schütz zusammen.


Vom Bundesumweltministerium wurde in Berlin ebenfalls eine starke Bilanz der alternativen Energien vorgelegt. Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien Statistik (AGEE-Stat) hat demnach ermittelt, dass im Jahr 2009 in Deutschland über zehn Prozent des gesamten Verbrauchs an Wärme, Strom und Kraftstoffen durch Erneuerbare Energien bereitgestellt wurden. Während im Jahr 2009 die Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern rückläufig war, zeigten sich die Erneuerbaren Energien stabil - ihr Anteil am Stromverbrauch stieg weiter auf 16,1 Prozent. Auch wurden im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Biogas-, Photovoltaik- und Windenergieanlagen gebaut. Damit verbunden stiegen die Investitionen im Bereich der Erneuerbaren Energien auf einen neuen Rekordwert von 17,7 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten ist ebenfalls erneut gestiegen. Mehr als 300.000 Menschen und damit rund acht Prozent mehr als im Vorjahr haben in der Erneuerbaren-Energien-Branche Arbeit gefunden. Die Erneuerbaren-Branche hat sich damit dem Sog der Wirtschaftskrise weitgehend entziehen können.


Die Internationale Energieagentur schätzt, dass in den nächsten 20 Jahren weltweit fast 5.000 Milliarden Dollar in Erneuerbare Energien investiert werden. Das EEG hat es deutschen Unternehmen ermöglicht, sich für das erwartete weltweite Wachstum des Marktes aussichtsreich zu positionieren. Die Grenzen dieses Wachstums sind nicht abzusehen. Wissenschaftler der kalifornischen Eliteuniversität Stanford haben kürzlich errechnet, dass es bis 2030 möglich ist, die weltweite Energieversorgung komplett auf alternative Energien umzustellen. Dazu werden ihren Berechnungen zufolge unter anderem 90.000 solarthermische Kraftwerke benötigt, 1,9 Milliarden Photovoltaikanlagen und vier Millionen Windturbinen, ergänzt um den Ausbau intelligenter Stromnetze.

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