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Erneuerbare Energie 08.07.2009

Das Interesse an Erneuerbare Energie Fonds ist drastisch gestiegen" - ECOreporter.de-Interview mit Claus Eric Gärtner, BVT Holding GmbH

Belastet die Kreditklemme auch das Geschäft mit geschlossenen Neue-Energie-Fonds? Wie entwickelt sich die Nachfrage für diese Anlageprodukte? Auf welche Märkte setzen Unternehmen, die geschlossene Fonds für Projekte im Bereich der regenerativen Energie anbieten? ECOreporter.de hat unter anderem über diese Fragen mit Dr. Claus Eric Gärtner gesprochen, Geschäftsführer des Bereichs ‚Energie und Umwelt’ bei der Münchener BVT Holding GmbH & Co. KG

Dr. Claus Eric Gärtner / Quelle: Unternehmen

 


ECOreporter.de: Wenn Sie 2009 mit 2008 und 2007 vergleichen: Wie ist das Interesse der Anleger an geschlossenen nachhaltigen Fonds, z.B. Erneuerbare Energie Fonds?

Gärtner:Das Interesse der Anleger nach Investitionsmöglichkeiten im Segment ‚Energie und Umwelt’ ist drastisch gestiegen. Solarfonds, Biomasse- und Biogasfonds sind gefragt wie noch nie. Umso wichtiger ist es, als Initiator Produkte auf den Markt zu bringen, die neben dem positiv belegten Thema Erneuerbare Energie, vor allem die Nachhaltigkeit des Investments berücksichtigt. Dies hat bei der BVT oberste Priorität.


ECOreporter.de: Interessieren sich in diesem Jahr mehr neue Anlagevermittler für Ihre nachhaltigen geschlossenen Fonds?


Gärtner:Das Interesse von neuen Vertrieben geht einher mit dem steigenden Interesse von Kunden, im Bereich ‚Energie und Umwelt’ zu investieren Auch hier ist es für die BVT wichtig, Vertriebspartner des Hauses umfassend zum Markt der regenerativen Energien zu informieren und im entsprechenden Produkt zu schulen.


ECOreporter.de: Bei welchen Ihrer Angebote zeigen sich die Anleger zurückhaltend?

Gärtner:Unser Solarfonds im Jahre 2008 dauerte in der Platzierung vor dem Hintergrund der beginnenden Finanzkrise länger als geplant, traf aber im ersten Quartal 2009 auf deutlich gesteigertes Interesse. (perOpens external link in new windowMausklickgelangen Sie zum ECOreporter.de-Anlagecheck, in dem wie den Solarfonds der BWT unter die Lupe genommen haben; die Red.)


ECOreporter.de: Werden Sie in der zweiten Jahreshälfte 2009 neue nachhaltige geschlossene Fonds auf den Markt bringen? Aus welchen Bereichen?

Gärtner:Gerade werden eine Reihe von unterschiedlichen Projekten geprüft – im Bereich Solar, Biomasse, Biogas und Windkraft. Welches konkrete Projekt am Ende in diesem Jahr in den Vertrieb kommen wird, steht derzeit noch nicht fest.


ECOreporter.de: Sehen Sie derzeit eher ein Überangebot oder eher eine Marktenge bei Erneuerbare Energie Projekten, die sich für geschlossene Fonds eignen?

Gärtner:Es gibt eine Vielzahl von, auf den ersten Blick interessanten Projekten am Markt, die dann bei näherer Prüfung den Qualitätskriterien der BVT für nachhaltige Investments nicht standhalten. Große Nachfrage von Fondsinitiatoren, aber auch von anderen institutionellen Anlegern erleichtern die augenblickliche Situation nicht. 


ECOreporter.de: Wie beurteilen Sie die Bereitschaft von Banken, Projekte aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien für geschlossene Fonds zu finanzieren?

Gärtner:Die Bereitschaft ist grundsätzlich vorhanden, insbesondere vor dem Hintergrund der meist als stabil angesehenen, teilweise gesetzlich gestützten Cash-Flows (Zahlungsstrom, eine Kennziffer zur Ertragslage; die Red.). Gleichwohl ist die Finanzierung schwieriger als noch vor wenigen Jahren.


ECOreporter.de: Wie beurteilen Sie geschlossene Fonds, die auf Solarprojekte in Südeuropa basieren? Erscheint Ihnen dieser Markt attraktiv?

Gärtner:Der Markt ist grundsätzlich attraktiv, allerdings aufgrund regulatorischer Eigenheiten der verschiedenen Länder schwieriger und unsicherer als Deutschland. Die uns bekannten Fonds sind überwiegend Blind-Pool Konzepte, so dass Anleger letztlich darauf vertrauen müssen, dass das Management Projekte zu den prospektierten Konditionen tatsächlich realisieren kann.
Die vermeintlich höheren Erträge bei Auslandsprojekten aufgrund der besseren Sonneneinstrahlung und der höheren Vergütungen werden i.d.R. durch deutlich höhere Investitionskosten kompensiert.


ECOreporter.de: Falls es bei Ihnen passt: Der Solarmodulmarkt zeigt einen deutlichen Preisverfall. Ist das die Chance für Projekte aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien, zu höheren Renditen zu kommen?

Gärtner:Der Rückgang der Modulpreise ist bei Projekten in Deutschland unbedingt notwendig, um die sinkenden Einspeisevergütungen nach dem EEG zu kompensieren. Höhere Renditen erwarten wir uns daraus nicht. Bei Projekten im Ausland zeigt sich leider, dass höhere Renditepotenziale, die sich aus besseren Einstrahlungsverhältnissen bzw. Vergütungssätzen ergäben, regelmäßig durch höhere Projektkosten weitgehend aufgezehrt werden. Mit anderen Worten: Die verlangten Preise sind keine Kostenpreise.


ECOreporter.de: Wie schätzen Sie im Bereich der geschlossenen nachhaltigen Fonds die weitere Marktentwicklung ein; welche Trends sehen Sie für die nahe Zukunft?

Gärtner:Kurzfristig wird weiterhin Photovoltaik eine gewichtige Rolle spielen, allerdings  sind wir der Überzeugung, dass wir mittel- und langfristig  ein Nebeneinander verschiedener Techniken sehen werden (Biomasse, Biogas, Photovoltaik, Wind), die sich auch im Fondsmarkt wiederfinden werden. Erste interessante Projekte über die Themen Wind und Photovoltaik hinaus sind in der Prüfung und werden in den nächsten Monaten auf den Fondsmarkt kommen.


ECOreporter.de: Herr Dr. Gärtner, wir danken Ihnen für das Gespräch.


Bildhinweis: Solarprojekt der BWT. / Quelle: Unternehmen

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