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Finanzdienstleister 22.05.2014

Deutschlands gute Geldhäuser: die UmweltBank, Teil 2

Die Hühner auf dem Biolandhof Freudental in Witzenhausen bei Kassel genießen artgerechte Freiheiten in ökologisch nachhaltiger Tierhaltung. / Bild: Unternehmen

Banken tun nicht nur Gutes. Als Finanzierer von Atom- oder Kohlekraftwerken, Waffenproduzenten oder anderen ethisch fragwürdigen Projekten, sind zahlreiche Großbanken mitverantwortlich für Umweltzerstörung und Elend in der Welt. Es gibt eine Reihe von Banken, die bewusst und ganzheitlich andere Wege gehen: Banken, die soziale, ethische und ökologische Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt ihres Geschäftsmodells stellen - echte Nachhaltigkeitsbanken. Wie das Engagement solcher Banken für mehr Nachhaltigkeit im Alltag sorgt und „grüne“ Geschäftsideen fördert zeigt der zweite Teil unserer Serie über Deutschlands gute Geldhäüser (Hier  geht es zum ersten Teil der Reihe, der die UmweltBank selbst vorstellt).

 

Solarhühner - Photovoltaik und ökologische Tierhaltung mit Hilfe der UmweltBank

Frage: Was haben 125 Durchschnittshaushalte mit 1500 Hennen gemeinsam? Antwort: Dass sie von einer Solarstromanlage profitieren. Die gehört dem Landwirt und Agrar-Ingenieur Maximilian Weiland. Finanzieren konnte er sein spezielles Projekt, das Photovoltaik mit ökologischer und artgerechter Hühnerhaltung kombiniert, mit Hilfe der Nürnberger UmweltBank. Weiland ist Landwirt und Agrar-Ingenieur, Fachgebiet artgerechte und zugleich wirtschaftliche Tierhaltung. Wer die Internetseite seines Biolandhofs Freudenthal besucht, findet dort ein Zitat von Mahatma Gandhi: „Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt.“


Wenn alle unsere Landwirte ihre Tiere so halten würden wie Weiland, wäre Deutschland ein moralischer Riese: Auf 1,5 Hektar Land hat er in idyllischer Hanglage 15 Freilandgehege für je 100 Hühner errichtet. Pro Henne sind das im Schnitt zehn Quadratmeter zum Picken und Scharren in heller Umgebung. Zum Vergleich: Bei der Käfighaltung hat jede Henne die Fläche eines DIN-A-4-Blatts. – Hennen fechten Rangkämpfe aus, daher stammt der Begriff „Hackordnung“. Weil in der konventionellen Hennenhaltung so viele Tiere auf engstem Raum leben müssen, verletzen sie sich oft gegenseitig, teilweise töten sie sich. Deshalb werden oft die Schnäbel der Tiere verstümmelt – „kupiert“, wie Fachleute sagen.

 

Hühner mit artgerechten Freiheiten

Weilands Hennen genießen hingegen deutlich mehr Freiheit und behalten ihre Schnäbel, die ein wichtiges Sinnesorgan bei der Futtersuche sind. Hennen sind zudem ängstliche Tiere, die vor Feinden Deckung suchen. Viele konventionelle Freilandhaltungen bieten keinen Schutz, sie haben eine öde Fläche, ohne Deckung. Anders ist das hier im nordhessischen Witzenhausen, fast 40 Kilometer südwestlich von Kassel: Die Hennen können unter die 130 Meter langen Reihen mit Solarmodulen flüchten, wenn sie nicht auf den Wiesen rund um ihre Ställe sein wollen. Diese Solarmodule stehen auf robusten Holzbeinen anstatt wie sonst auf Metallfüßen. Die Hennen haben die Wahl zwischen drei verschiedenen Stallbereichen: Sie können in ihr „Hühnerhaus“, in einen seitlich mit Netzen gesichertem Bereich oder unter einem einfachen Unterstand Schutz suchen. Diese untereinander verbundenen Stallreihen sind aus Robinienholz. Das ist unbehandelt und langlebig. Die Stalldächer haben insgesamt 3.600 Quadratmeter Fläche. Auf 3.245 Quadratmetern davon sind 2.000 Module von Trina Solar montiert. Sie liefern jährlich etwa 440.000 Kilowattstunden CO2-freien Sonnenstrom. So viel verbrauchen 125 durchschnittliche Haushalte in einem Jahr. Wechselrichter von SMA Solar aus dem nur 33 Kilometer entfernten Niestetal machen daraus steckdosentauglichen Wechselstrom.


Der Agrar-Ingenieur Weiland zu den Vorbereitungen für die Finanzierung der gesamten Anlage: „Ich habe mich auch an meine konventionelle Bank gewendet“, sagt er. „Die haben eine Reihe teurer Gutachten verlangt, bevor wir überhaupt darüber gesprochen haben, ob eine Finanzierung möglich wäre“, sagt Weiland. Ganz anders die UmweltBank: „Gleich im ersten Telefonat reichten wenige Angaben, aus denen die UmweltBank eine Prognose erstellen konnte“, so Weiland. Schließlich erhielt Weiland eine Million Euro Kredit. Bis heute beeindruckt den Landwirt die Ausgestaltung seiner Finanzierung. „Es war eine reine Projektfinanzierung, die Bank verlangte nur Stromerträge als Sicherheit, nichts weiter, beispielsweise kein grundbuchliche Sicherung. Und bei der Eigenkapitalquote ist man mir sehr entgegen gekommen“, erinnert er sich.


Die notwendigen Sicherheiten verschaffte sich die UmweltBank auf anderem Wege: „Ich durfte die Anlagenteile nicht überall einkaufen“, sagt Weiland. Die Bank bestand auf die hochwertige Technik und große handwerkliche Qualität. Im Gegenzug habe die UmweltBank ein „Rundum-Sorglos-Paket“ geschnürt, das auch den Zugriff auf KfW-Förderprogramme ermöglicht habe. Die zupackende und unkomplizierte Herangehensweise kam dem Landwirt Weiland entgegen. Er bezeichnet sich selbst als Macher und Organisator, dessen Talent darin liege, Wissen zusammenzutragen, um Projekte zu realisieren. Weilands Entscheidung für Ökostrom war eine Frage wirtschaftlicher Vernunft: „Landwirte sind daran interessiert, die Energie, die sie brauchen, irgendwie selbst zu erzeugen“, stellt er klar. „Dächer aus Solarpanelen machen eine tolle Tierhaltung möglich“, so Weiland.


Die Aktie der UmweltBank AG ist an der Börse notiert. Mehr über die Aussichten dieser Aktie erfahren Sie hier. Weitere Informationen rund um die UmweltBank lesen Sie auch in diesem Portrait.

 

Im Fokus: die gute und die dunkle Seite der Finanzwelt

Was macht eigentlich mein Geld, wenn ich es einer Bank anvertraue? Dieser Frage ist die Nicht-Regierungsorganisation (NGO) 'urgewald' nachgegangen und hat ECOreporter.de damit beauftragt, in einer Broschüre darüber zu berichten, wofür nachhaltige Banken die Gelder ihrer Kunden einsetzen. Der Beitrag  stammt aus dieser Publikation. Darin werden außerdemn die GLS Bank, die Ethikbank und die Triodos Bank ausführlich vorgestellt. Die Broschüre enthält auch von ECOreporter.de verfasste Features von Kreditkunden dieser nachhaltigen Finanzinstitute. Darin erfährt man, welche nachhaltigen Projekte sie dank der Darlehen dieser „grünen“ Banken umsetzen konnten. Ferner widmet sich die Broschüre den Kirchenbanken, auch sie vergeben Kredite an nachhaltige Projekte und investieren nach sozial-ökologischen Grundsätzen. Näheres zu der gedruckten Publikation erfahren Sie hier.

Bildnachweis: Die Broschüre "Was macht eigentlich mein  Geld ist 2014 erschienen. / Quelle: Unternehmen

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