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Direktbeteiligungen 06.11.2012

Die Alternative zum Investment in Windfonds: mit einer Eigenanlage selbst Windmüller werden

Sachinvestments versprechen Sicherheit. Daher rückt die Windkraft wieder stärker in den Fokus von Anlegern. Hier ist die Investition in eine eigene Windkraftanlage eine Alternative zu Windfonds. Denn wer das nötige Kapital aufbringt, kann auch direkt in eine Windkraftanlage investieren.

Aufbau einer Windkraftanlage von REpower. / Quelle: REpower Systems


Eine neue Windkraftanlage kostet in der Regel mindestens zwei Millionen Euro, meist aber drei bis vier Millionen. Wer mit einem Drittel Eigenkapital kalkuliert, muss also mindestens etwa 700.000 Euro mitbringen, wenn er eine eigene Windmühle besitzen will. Wem das zu viel ist, der kann sich mit mehreren Gesellschaftern zusammenschließen und ein Windrad betreiben. Oft nennt sich das "Private Placement". Bei bis zu 20 Gesellschaftern entfällt die Pflicht, für ein solches Investment einen Prospekt aufzulegen und von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) prüfen zu lassen. Spezielle Anbieter haben sich auf den Markt der Einzelwindräder und Betriebs-Gesellschaften konzentriert.


Günstigere Kredite

Ein wesentlicher Vorteil: Die geringeren Weichkosten. Denn nicht nur die Prüfung durch das BaFin entfällt in solchen Konstellationen, sondern auch die Akquisition hunderter Anleger. Die Vertriebskosten sinken also. Ein einzelner Investor oder eine Gruppe von bis zu 20 Anlegern ist zudem einfacher zu betreuen als ein Windfonds mit hunderten Geldgebern. Zudem fallen teilweise geringere Kosten bei der Aufnahme von Fremdkapital an, wie Marcel Schöller von Schöller Wind GmbH erläutert. Das Familienunternehmen aus Reutlingen vermittelt und betreut Eigenanlagen. Anbieter von Eigenanlagen wie Schöller verfügen häufig über ein Netzwerk zu Finanzierungspartnern; im Fall von Schöller durch das jahrzehntelange Geschäft mit Immobilien.


Schöller erläutert, dass eine Zwei-Drittel-Kreditfinanzierung üblich sei, beispielsweise über Förderprogramme der bundeseigenen Bank KfW-in Berlin. In Einzelfällen könne der Anteil von Fremdkapital auch etwas höher ausfallen. So habe Schöller auch schon kleinere Anlagen verkauft, deren Gesamtinvestitionshöhe von rund 1,4 Millionen Euro mit einem Eigenkapitalanteil von rund 300.000 Euro finanziert wurde.


Renditevorteile

Die Kredite bedeuten nicht nur Geld, sondern auch Sicherheit, denn jede Bank prüft genau, wohin sie ihr Geld verleiht. Die Kreditabteilungen für Erneuerbare Energie verfügen mittlerweile über jahrelange Erfahrung, bis hin zu Auswertungen, welcher Windanlagentyp reparaturanfällig ist und welcher nicht. Für einzelne Anleger, die genug Geld für die eigene Windkraftanlage haben, lassen sich auch Steuerbelastungen optimieren.

Bildnachweis: Marcel Schöller, Geschäftsleitung der Schöller Wind GmbH. / Quelle: Unternehmen


Insgesamt fallen die Vorteile für Einzelinvestoren mit einer Beteiligung ab 700.000 Eigenkapital stärker ins Gewicht. Ihnen stellt Schöller auf 30 Jahre hinaus eine jährliche Verzinsung von ca. 12 Prozent auf das eingesetzte Eigenkapital in Aussicht. Wer sich in einer der kleinen Beteiligungsgesellschaften engagiert, kommt auf etwa 7 Prozent pro Jahr.

 
Gesamtpaket mit Verwaltung, Wartung und Versicherungen

Wer eine Immobilie erwirbt, um aus der Vermietung Einnahmen zu erzielen, setzt häufig eine Hausverwaltung ein. Das Investment in eine eigene Windenergieanlage funktioniert ähnlich: Mit Vertrags-abschluss durch den Kunden übernimmt zum Beispiel Schöller Wind die Betreuung des Windrades, meist für rund 15 Jahre. Innerhalb der Firmengruppe kümmert sich dann "Die gute Verwaltung Schöller GmbH" um die kaufmännische und technische Betriebsführung der Anlage. Nach Ablauf des Vertrages kann er verlängert werden. Investoren können die Verwaltung aber auch in andere Hände geben.Direkt erworbene Windenergieanlagen sollten von Qualitätsherstellern stammen, etwa vom deutschen Marktführer Enercon oder vom Weltmarktführer Vestas, auch von Nordex und REpower oder Siemens aus Deutschland. Es ist üblich, dass sich Anleger online jederzeit über die Leistung ihrer Anlage informieren können.


Der Erwerb der eigenen Windenergieanlage sollte laut Marcel Schöller mit einem umfassenden Versicherungspaket sowie langfristigen Vollwartungsverträgen verknüpft sein. Die Vollwartungsverträge mit den Herstellern der Anlagen garantieren eine hohe Verfügbarkeit und verhindern, dass ein Ausfall der Anlage infolge technischer Mängel zu Lasten der Einnahmen des Anlegers geht.


Was bekomme ich beim Investment in eine eigene Windkraftanlage?

Hier werden Investoren zum Direkteigentümer einer schlüsselfertig errichteten Windkraftanlage. Die Planung und Umsetzung ist also schon abgeschlossen. Dagegen stehen bei vielen geschlossenen Fonds die Standorte entweder noch nicht ganz fest oder sind noch nicht alle Anlagen in Betrieb genommen worden. Dem Eigentümer einer Windenergieanlage gehören neben der Windkraftanlage sämtliche Rechte in Bezug auf die Windenergieanlage - etwa die Baugenehmigung sowie die Kabel- und Wegerechte. Das erworbene Eigentumsrecht für den Standort des Windrades wird bei Schöller Wind für 30 Jahre gesichert. Auch werden mindestens zwei unabhängige Windgutachten herangezogen.


Bonus durch Direktvermarktung

Am sichersten ist es, Windkraftanlagen an deutschen Standorten zu erwerben. Denn in der Bundesrepublik garantiert das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die Einnahmen aus dem Stromverkauf. Es verpflichtet Energieversorger dazu, den Windstrom abzunehmen und 20 Jahre lang mit dem Tarif zu vergüten, der zur Zeit Termin des Netzanschlusses galt. Erst danach muss der Windstrom zu Marktpreisen verkauft werden. Ähnliche Regelungen existieren zwar auch in anderen Ländern, meist jedoch mit Einschränkungen.


Besitzer von Windkraftanlagen müssen den Strom aber nicht über das EEG vergüten lassen. Sie können den Windstrom auch direkt verkaufen, an Energieversorgungsunternehmen oder sonstige Abnehmer, etwa über die Strombörse EEX in Leipzig. Zur Zeit ist eine Direktvermarktung sehr lukrativ. Schöller Wind beziffert den Aufschlag auf die jährlichen Erlöse mit sechs Prozent (berechnet auf die Jahreserlöse, nicht auf das eingesetzte Kapital). Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bereits für etwa 90 Prozent der von ihm betreuten Windenergieanlagen Direktvermarktungsverträge abgeschlossen. Noch kann derjenige, der nicht mehr selbst vermarkten will, auch wieder unter das EEG schlüpfen.


Wer eine Windkraftanlage schlüsselfertig kaufen möchte, muss mitunter etwas Geduld haben. Denn durch die stetig steigende Nachfrage, vor allem von institutionellen Investoren sind die genehmigungsfähigen Windenergieanlagenstandorte in Deutschland hart umkämpft. Vor allem Standorte in guten Lagen. Schöller zum Beispiel bietet fast nur Anlagen in der Nachbarschaft von bereits bestehenden Windparks an. Vorteil: Es stehen umfassend Daten für die Bewertung der Standortqualität zur Verfügung.


Weiterverkauf lohnt sich nicht


Und wenn man die Anlage oder den Anteil daran nicht mehr haben möchte? Der Verkauf ist eingeschränkt. Während bei geschlossenen Fonds zumindest ein Zweitmarkt für solche Beteiligungen besteht, müssen Besitzer einer eigenen Windenergieanlage sich selbst auf die Suche nach einem Käufer machen. Und sie können wohl kaum mit Gewinn verkaufen. Denn die Preisbasis ist bei einem solchen Ver-kauf der verbleibende Ertragswert der Windenergieanlage.

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