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Nachhaltige Aktien 11.06.2009

Die deutschen „Solar-Opfer“ der Finanzkrise – ECOreporter.de gibt einen Überblick

Die internationale Finanzkrise hat die Reihen der Solarunternehmen in Deutschland gelichtet. Vor allem einige kleinere Unternehmen konnten dem raueren Wind am Markt nicht standhalten und mussten Insolvenz anmelden. Doch auch schiere Größe schützt nicht vor Problemen, selbst ein börsennotierter Branchenriese geriet in den letzten Monaten ins Wanken.

Trotz der Finanzkrise ist die Nachfrage für Photovoltaik in Deutschland weiter groß: Projekt der Soalrparc AG. / Quelle: Unternehmen

 


Vollständig zu Fall kam die Cuxhavener Solar2 AG. Mitte März gab das Unternehmen bekannt, dass das zuständige Amtsgericht in Cuxhaven die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Solar² AG angeordnet hat. Vorstand Wolfgang Schambeck legte sein Amt nieder. Ende Mai wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Bereits im Januar hatte ihre 59-prozentige Tochter SET, Solar Energie Technik GmbH, einen Insolvenzantrag stellen müssen.


Als zweites börsennotiertes Unternehmen musste die Fürther Sunline AG Ende Mai wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag stellen. Der Projektierer von Solarkraftwerken und Großhändler von Solarprodukten verwies auf den Ausstieg eines Großinvestors und mehrerer Kreditinstitute. ECOreporter.de sprach mit dem großen Auftraggeber der Sunline über den Streit zwischen den Ex-Partnern. Dabei handelt es sich offensichtlich um die Fürther welivit new energy GmbH, eine 100-prozentige Tochter der KarstadtQuelle Versicherungen. Harald Sauber, Vorstand der welivit, nahm zu den Fragen Stellung. PerOpens external link in new windowMausklickgelangen Sie zu unserem Bericht über das Gespräch.


Die Spezialistin für solare Konzentratortechnologie SolarTec AG mit Sitz in Aschheim bei München steht laut dem Insolvenzverwalter, dem Münchener Rechtanwalt Dr. Bruno M. Kübler, seit dem 22. Dezember 2008 unter zunächst vorläufiger Insolvenzverwaltung. Anfang Dezember hatte SolarTec noch versucht, sich über eine Kapitalerhöhung frische Mittel zu beschaffen. Die ist nicht börsennotiert. Nachhaltige Investoren sind von der Insolvenz vor allem dadurch betroffen, dass der geschlossen Fonds & Vermögen Solarfonds 2 („F&V Solarfonds 2“) in die SolarTec investiert hat. Über eine zwischengeschaltete GmbH & Co. KG erwarb der Fonds bis zu 20 Prozent der Aktien des Münchner Unternehmens. Mehr dazu erfahren Sie imOpens external link in new windowECOreporter.de-Anlagecheck vom Juni 2007. Wir hatten von einem Investment in den Fonds abgeraten. Dem Insolvenzverwalter gelang es jedoch, im Mai einen Käufer für die SolarTec zu finden (ECOreporter.deOpens external link in new windowberichtete).


Die vierte „solare Pleite“ der letzten Monate betrifft die ebenfalls nicht börsennotierte City Solar AG aus Bad Kreuznach. Wie der mit der Insolvenzverwaltung beauftragte Rechtsanwalt Justizrat Dr. Hans-Gert Dhonau von der Kanzlei Dhonau – Dickes aus Bad Sobernheim Anfang April auf Nachfrage von ECOreporter.de bestätigte steht der Solarprojektierer unter vorläufiger Insolvenzverwaltung. Dhonau übte deutliche Kritik an der vormaligen Geschäftsführung der City Solar. (ECOreporter.deOpens external link in new windowberichtete.) Ende Mai hatte sich die Lage bei dem Unternehmen ein wenig entspannt, der Insolvenzverwalter gab jedoch noch keine endgültige Entwarnung und verwies auf „schwierige rechtliche Probleme“. PerOpens external link in new windowMausklickgelangen Sie zu unserem Beitrag darüber.


So unterschiedlich die genannten Insolvenzfälle gelagert sind, alle vier Unternehmen rutschten nicht nur wegen der Finanzkrise in den Abgrund.Vielmehr führten im Einzelfall unterschiedliche Fehler seitens des Managements zu den Notsituationen.


Gravierende Managementfehler werden auch der ehemaligen Führungsmannschaft des börsennotierten Hamburger Solarkonzerns Conergy AG vorgeworfen. Das zeitweise größte Solarunternehmen Deutschlands hängt seit Monaten am seidenen Faden, der Aktienkurs ist auf unter einen Euro eingebrochen. Im April kündigte Conergy rechtliche Schritte gegen ehemalige Vorstände an (ECOreporter.deOpens external link in new windowberichtete).


Andere große Solarunternehmen gerieten zumindest ins Stolpern, so die Thalheimer Q-Cells SE. Das TecDax-Unternehmen hatte wenig Glück mit seiner Beteiligung CSG Solar AG. Die musste im Dezember ihre Produktion einstellen. An der Spezialistin für Dünnschicht-Solarmodule hält Q-Cells einen 21-prozentigen Anteil. Die Finanzinvestoren Apax und Good Energies waren ebenfalls bei CSG eingestiegen.
Von der Beteiligung an der zur Belastung gewordenen Renewable Energy Corporation (REC) trennte sich Q-Cells im Mai. Die Abschreibung auf den Buchwert der Beteiligung an dem norwegischen Solarkonzern belastete das erste Quartal 2009 mit 387,0 Millionen Euro, insgesamt fiel im Quartal ein Konzernfehlbetrag in Höhe von 391,9 Millionen Euro an. Immerhin steigerte Q-Cells durch die Einnahmen aus dem Verkauf die Eigenkapitalquote auf zirka 65 Prozent (wirOpens external link in new windowberichteten). Das erleichtert die Kreditverhandlungen mit den Banken.


Im März 2009 wartete die Freiburger Solar-Fabrik AG mit einer Hiobsbotschaft auf. Für ihre malaysische Tochtergesellschaft Global Expertise Wafer Division Ltd. (GEWD) musste sie einen Insolvenzantrag stellen. Aufgrund des Preisverfalls für Silizium und Siliziumprodukte sah der Vorstand „kurz- und mittelfristig keine positive Geschäftsentwicklung bei der GEWD“. Dem Unternehmen zufolge führte dies zu Abschreibungen auf den Geschäfts- und Firmenwert in Höhe von 14 Millionen Euro. Die Freiburger rutschten im 1. Quartal erneut die Verlustzone (wirOpens external link in new windowberichteten). Im Geschäftsjahr 2008 hatte das Unternehmen einen EBIT-Verlust in Höhe von 35 Millionen Euro erwirtschaftet.

Auch der Berliner Solarmodulbauer Solon SE für Solartechnik musste Federn lassen. Im April wurde seine französische Beteiligung Silicium de Provence S.A. (SilPro) unter Gläubigerschutz gestellt. Über die SOL Holding AG, die zu 48 Prozent der Solon gehört, sind die Berliner zu 70 Prozent an der Siliziumproduzentin beteiligt. Im Mai musste Solon dann bekannt geben, dass der EBIT-Verlust von 12,5 Millionen auf 20,7 Millionen Euro angestiegen ist. ECOreporter.de sprach Anfang Juni mit Solon-Vorstandschef Thomas Krupke über die Situation seines Unternehmens und über die Verhandlungen mit den Banken über die Verlängerung von Krediten  (perOpens external link in new windowMausklickgelangen Sie zu unserem Bericht).


Die Centrosolar Group AG aus München hat erst vor wenigen Tagen Probleme mit einem Tochterunternehmen melden müssen. Im Zusammenhang mit der Krise des niederländischen Konzerns Econcern N.V. sah sie sich gezwungen, ihr niederländisches Solarmodulwerk in Doesburg schließen (wirOpens external link in new windowberichteten).

Bildhinweis: Firmensitz von Conergy. / Quelle: Unternehmen

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