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Nachrichten 17.09.2012

„Die richtige Balance zwischen Rendite und Risiko ist wichtig“ – Carsten Scholz, German Pellets GmbH

Der Energieholzhersteller German Pellets aus Wismar bietet Anleihen und Genussrechte an. Im ECOrepoter-Interview erklärt Carsten Scholz, Leiter Investorenbetreuung und Kapitalakquisitionen, inwiefern sein Unternehmen dabei auf Nachhaltigkeit setzt, welche Wachstumspotenziale und Marktrisiken er für den Konzern sieht und wie German Pellets das Geld der Anleger einsetzt.

Carsten Scholz ist 44 Jahre alt. Bei Germen Pellets aus Wismar ist der Bankkaufmann und Diplom-Bankbetriebswirt Leiter Investorenbetreuung und Kapitalakquisitionen. / Quelle: Unternehmen



German Pellets ist einer der zahlreichen Aussteller der Messe Grünes Geld am 29. September im Curio-Haus an der Rothenbaumchaussee. Die für Besucher kostenlose Veranstaltung bietet Einsteigern wie Finanzprofis umfassende Einblicke in aktuelle Trends und Angebote am Markt für nachhaltige Finanzprodukte im Deutschsprachigen Europaraum. Umrahmt wird die Messe mit einem umfangreichen Vortragsprogramm rund um ethisch und ökologisch einwandfreie Kapitalanlagen und einem Kinderprogramm für kleine Besucher ab 5 Jahre. Näheres zur Veranstaltug erfahren sieOpens external link in new windowhier.  


ECOreporter.de: German Pellets ist ein Energieholzproduzent. Wo wird das Holz für die Pellet-Produktion angebaut und inwiefern setzen Sie bei der Produktion auf Nachhaltigkeitsstandards?

Carsten Scholz:Unsere Holzpelletwerke werden regional versorgt, das heißt dass das Holz für die Pelletproduktion überwiegend aus dem direkten Umkreis unserer Werke stammt. Über die strengen deutschen Forstgesetze bezüglich nachhaltiger Forstwirtschaft hinaus  haben wir uns auch zu freiwilligen Vereinbarungen zur Schonung des Waldes verpflichtet und verarbeiten ausschließlich Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. Erst kürzlich haben wir uns an unserem Stammwerk in Wismar PEFC-zertifizieren lassen und garantieren damit, dass unser Rohstoff nachhaltig ist. Wismar ist der zweite Produktionsstandort der German Pellets-Gruppe, an dem wir nach PEFC-Richtlinien produzieren. Die Zertifizierung weiterer Werke ist in Planung.


ECOreporter.de: Energieholz wird auch aus schadstoffhaltigen Holzresten gewonnen. Inwiefern bezieht German Pellets Rohstoffe aus solchen Quellen und wie stehen Sie dieser Form der Holzverwertung grundsätzlich gegenüber?

Scholz:Wenn Altholz nicht mehr stofflich verwertet werden kann, ist eine energetische Nutzung durchaus sinnvoll. Hier wird ein Abfallprodukt, das in Deutschland im Übrigen in immer größeren Mengen anfällt, zu einem wertvollen Sekundärrohstoff in der Energieerzeugung. Die Verbrennung erfolgt in eigens konzipierten Anlagen mit moderner Filtertechnik. Holzpellets werden ausschließlich aus naturbelassenen Rohstoffen hergestellt. Dies wird durch entsprechende Produktzertifizierungen sichergestellt.


ECOreporter.de: German Pellets ist in der jüngeren Vergangenheit deutlich gewachsen. Inwiefern gibt es weitere Marktpotenziale für die Energieholzproduktion? Stößt dieses Marktwachstum bald an seine Grenzen?

Scholz:Betrachtet man den Anteil von Holzpellets am Gesamtenergieverbrauch ist dieser immer noch vergleichsweise gering. Holzpellets können und werden einen noch viel größeren Beitrag als bisher für den Energiemix der Zukunft leisten. Angesichts knapper werdender Ressourcen und steigender Preise für fossile Energieträger und günstiger staatlicher Rahmenbedingungen ist weiterhin von einem robusten Marktwachstum auszugehen. Dabei ist keine Frage, ob die Preise aufgrund knapper werdender Ressourcen steigen, sondern wie schnell dies passieren wird. Aktuelle Marktstudien gehen davon aus, dass sich der Holzpelletbedarf in Europa bis 2020 auf bis zu 35 Millionen Tonnen annähernd verdreifacht.
Diese Studien sehen in England den größten Pelletmarkt weltweit heran¬wachsen. Das britische Energieministe¬rium hat im Juli die Rahmenbedingungen für die Stromgewinnung aus Holzpellets signifikant verbessert. In Deutschland selbst könnten bis zum Jahresende 2012 knapp 300.000 Pellet-Zentralheizungen und Pellet-Kaminöfen installiert sein, ein Plus von 50.000 in diesem Jahr. Besonders groß ist hierzulande die Nachfrage im Bereich mittelgroßer Kunden zur Versorgung von Nah- und Fernwärme- sowie Prozesswär¬menetzen. Ähnlich sind die Entwicklungen in den europäischen Nachbarländern. In Österreich zum Beispiel ist der Pelletkesselabsatz in diesem Jahr je nach Leistungsklasse um 20 bis 40 Prozent gestiegen. In diesem positiven Marktumfeld wird German Pellets mit seiner internationalen Ausrichtung seinen Marktanteil weiter ausbauen.


ECOreporter.de: Einen guten Teil des Wachstums der German Pellets GmbH finanzieren Sie über Anleihen und Genussrechte. Warum setzen Sie stark auf diese Kapitalmarktinstrumente? Ist es derzeit schwer, Banken für die Finanzierung zu gewinnen?

Scholz:
Wir nutzen auch weiterhin klassische Finanzierungsinstrumente wie Bankkredite und Leasing und konnten neue Finanzierungspartner für uns gewinnen. Für Mittelständler stellen Unternehmensfinanzierungen am Kapitalmarkt eine sinnvolle Ergänzung zu klassischen Bankkrediten dar. Um im Erneuerbare-Energien-Sektor weiter flexibel zu wachsen und unabhängiger von der Kreditvergabepraxis des Bankensektors zu werden, sind alternative Finanzierungswege im Rahmen eines Finanzierungsmixes künftig ein Schlüsselfaktor für die erfolgreiche Unternehmensentwicklung. Darüber hinaus haben Anleger das zusätzliche Investmentangebot im Erneuerbare-Energien-Sektor dankbar angenommen, um ihr Anlageportfolio zu erweitern.


ECOreporter: Wie viel Kapital haben Sie bislang über Anleihen und über Genussrechte bei Anlegern eingeworben? Gibt es konkrete Investitions- oder Wachstumsziele, die Sie mit diesem Kapital anstreben?

Scholz:Bei unserer ersten Anleiheemission 2011 haben wir 80 Millionen Euro platziert. Der seit Jahresbeginn sehr konstante Börsenkurs zwischen 101 und 102 Prozent bestätigt unseren Weg und die Einschätzung der Anleger hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung und der Marktpotenziale von German Pellets.
Über das Genussrechtsprogramm wurden bisher 14 Millionen Euro eingeworben. Ziel ist es, mit dem eingeworbenen Kapital weiter gesund im Markt zu wachsen. Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr ein Umsatzwachstum von rund 30 Prozent erzielen werden. Unser Genussrechtsprogramm ist auf langfristigen und kontinuierlichen Zuwachs ausgelegt. Das so eingeworbene Kapital fließt als Co-Finanzierung in den weiteren Ausbau der Geschäftsfelder des Unternehmens. Die jüngsten Investitionen in unsere Produktionsstätten zum Beispiel haben unsere Produktivität weiter gestärkt. Auch durch die Integration der FireStixx-Unternehmensgruppe in unseren Konzern konnten wir weitere Marktanteile dazu gewinnen.


ECOreporter.de: Was raten Sie Anlegern, die sich als nachhaltige Investoren erstmals Holz als Geldanlagethema nähern wollen?

Scholz:Es gibt eine ganze Reihe von Investments mit ökologischen und sozialen Kriterien, die bis zu zweistellige Renditen versprechen.  Hier muss bei der Anlageentscheidung – wie bei allen Investments – zwischen Rendite und Risiko die richtige Balance gefunden werden. Jeder Anleger muss sich darüber im Klaren sein, dass auch für nachhaltige Investments die Regeln der Märkte gelten. Aus diesem Grund empfehlen wir unseren Anlegern stets eine Streuung ihres Kapitals, um ausgewogen zu investieren und gleichzeitig die Chance auf attraktive Renditen zu nutzen. Bestandteil eines ausgewogenen Asset-Mix können beispielsweise Genussrechte sein. Diese Anlagemöglichkeit wird in der Erneuerbare-Energie-Branche häufig praktiziert. Seriöse Anbieter können hier eine gute Performance über erfolgte Zinszahlungen aufzeigen. Sieben bis acht Prozent sind bei Genussrechten ein marktüblicher Zins, denn in der Regel handelt es sich um Eigenkapital, dass langfristig im Unternehmen gebunden sein soll. German Pellets hat mit acht Prozent ausgezahlten Zinsen für die Jahre 2010 und 2011 bewiesen, dass solche Renditen nachhaltig zu erzielen sind.


ECOreporter.de: Was werden Sie auf der Messe Grünes Geld in Hamburg präsentieren und mit welcher Erwartung kommen Sie zu der Veranstaltung?

Scholz:Erfahrungsgemäß führen wir auf solchen Messen viele interessante Gespräche. Wir laden dazu zum Beispiel unsere Zeichner und Interessenten aus der Region ein, um German Pellets persönlich zu erleben. Das persönliche Gespräch wird immer wichtiger, um dem Anleger auch ein gutes Gefühl zu vermitteln. Bei den Gesprächen geht es nicht nur um unsere Kapitalanlage und Finanzkennzahlen zu unserem Unternehmen. Wir sind inzwischen auch zu Pellet-Botschaftern geworden. Viele Menschen interessieren sich neben einem Investment in Holzpellets auch für das Thema Heizen mit Pellets. Letztlich hat unser Gang an den Kapitalmarkt auch dazu beigetragen, dass Holzpellets als Energieträger bekannter geworden sind. Ich freue mich jedenfalls wieder auf viele spannende Gespräche in Hamburg.

ECOreporter.de: Herzlichen Dank für das Gespräch, Herr Scholz.


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