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Direktbeteiligungen 26.10.2015

„Die Zeichnungsfrist unserer laufenden Geldanlagen endet spätestens im Dezember 2015“ - Thomas Priermeier, Grüne Werte Energie GmbH

Thomas Priermeier ist 45 Jahre alt und verheiratet. Der Diplom-Bankbetriebswirt und Certified Financial Technician (CFTe) ist einer von zwei Geschäftsführern der Grüne Werte Energie GmbH aus Grünwald bei München.

Bei der Grüne Werte Energie GmbH stehen eine Reihe größerer Neuerungen an. Die wichtigste: Die Nachrangdarlehen der Grüne Werte Energie GmbH zu Ökostrom-Bauvorhaben in Deutschland, Lettland und Italien werden maximal noch bis zum Jahresende 2015 auf dem Markt sein. Was es mit dem Stopp auf sich hat, und was das Unternehmen für  2016  und darüber hinaus plant, erklärt Geschäftsführer Thomas Priermeier im Interview. Dabei spricht er auch über Umstellungen der hauseigenen Crowdinvestment-Plattform „bürgerzins.de“ und ein aktuelles Biogas- Private-Placement, das Anlegern 11,4 Prozent als jährliche Rendite verspricht.

Die Grüne Werte Energie GmbH ist Aussteller und Sponsor der Messe Grünes Geld Köln am 21. November im Gürzenich. Bei freiem Eintritt können sich die Besucher ein umfassendes Bild  über aktuelle Trends, Entwicklungen und neue ethisch-ökologisch einwandfreie Investment-Angebote machen. Abgerundet wird die Messe durch ein umfangreiches Vortragsprogramm rund um das „grüne Geld“. Näheres zu der Veranstaltung lesen Sie hier.           

ECOreporter.de: Die Grüne Werte Energie GmbH hat bislang eine Reihe von Nachrangdarlehen zu Biomassekraftwerken in Deutschland, Lettland und Italien aufgelegt. Warum werden Anleger in diese Beteiligungen nur noch bis Ende 2015 investieren können?

Thomas Priermeier:  Grund hierfür ist das Mitte Juli 2015 in Kraft getretene Kleinanlegerschutzgesetz. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erhält damit mehr Rechte, um künftig bei Missständen frühzeitig eingreifen und den Vertrieb von Geldanlageangeboten sogar untersagen zu können. Wir als Grüne-Werte-Gruppe begrüßen das Kleinanlegerschutzgesetz und dessen Maßnahmen, die Anleger zu mehr Transparenz und Information verhelfen sollen. Einen Großteil der Anforderungen setzen wir inhaltlich bereits seit langem und freiwillig um. Unter anderem verlangt das Gesetz nun auch, dass in Deutschland ab Januar 2016 keine Vermögensanlagen mehr angeboten werden, für die kein von der BaFin geprüfter und gebilligter Prospekt vorliegt. So werden wir unsere künftigen Prospekte selbstverständlich auch von der BaFin prüfen und genehmigen lassen. Die Zeichnungsfrist unser laufenden Geldanlagen (Wertzins Plus 2, Fest 3, Klassik 3 und Plan 1) endet somit spätestens im Dezember 2015 mit Ablauf der durch das Gesetz festgesetzten Übergangsfrist. 


ECOreporter.de:  Wie setzen Sie ihre Reihe ab 2016 fort, gibt es schon konkrete Pläne?

Priermeier:  Wir bereiten seit Monaten die „Nachfolgeprodukte“ unserer laufenden Geldanlagen vor. Dazu möchte ich derzeit nur so viel verraten: Wir haben uns für eine Produktvariante entschieden, mit der wir in der Lage sind, unsere Kernkompetenzen im Bereich der Erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz weiterhin im Interesse unserer Anleger nutzen zu können. Und das mit Produkten, die dem Kunden für verschiedene Laufzeiten ein hohes Maß an Transparenz und Rendite versprechen.
 

ECOreporter.de: Die bisherigen Nachrangdarlehen der Grüne Werte GmbH boten zwischen 4,5 und 7,5 Prozent als jährlichen Zinssatz an. Das Kleinanlegerschutzgesetz setzt strengere Maßstäbe. Können Sie unter diesen Bedingungen weiterhin solche Zinsen beziehungsweise Erträge anbieten?

Priermeier:  Die mit der Prüfung und BaFin-Genehmigung verbundenen, nicht unerheblichen Mehrkosten werden dazu führen, dass wir die Verzinsung unserer neuen Geldanlagen ab Januar 2016 wohl niedriger ansetzen müssen. Dennoch werden wir weiter attraktive Zinsen anbieten können. Dies liegt in der Auswahl der von uns realisierten Energieanlagen. Unsere Anlagen sind in der Regel zu klein für Stromkonzerne und zu groß für Privatanleger. Hier profitieren wir von unserer Spezialisierung.

ECOreporter.de: Die Grüne Werte GmbH bietet inzwischen auch Private Placements an. Aktuell das Private Placement „Biogasanlage Dessau“. Worum geht es dabei genau, wie können Anleger sich beteiligen?     

Priermeier:  Am Standort Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt betreibt die GrüneWerte Energie GmbH zusammen mit der BayWa r.e. eine Biogasaufbereitungsanlage. Die Anlage ist in 2014 in Betrieb gegangen und speist seitdem in Erdgasqualität aufbereitetes Biogas in das Erdgasnetz ein. Das deutsche Erdgasnetz ist sehr gut ausgebaut und durch die vorhandene Infrastruktur kann das Biogas an jedem beliebigen Ort entnommen werden. Beispielsweise, um Erdgasautos zu betanken oder um in einem Blockheizkraftwerk Strom und Wärme zu erzeugen. Die Grüne Werte bietet Investoren nun die Möglichkeit sich im Rahmen eines Private Placements direkt an dieser Anlage zu beteiligen. Die Anleger erwerben mit diesem Investment Geschäftsanteile an der Projektgesellschaft, die Eigentümer und Betreiber der Energieanlage ist.


ECOreporter.de: Als jährliche Ausschüttung sind für die Beteiligung „Biogasanlage Dessau“ 11,4 Prozent Rendite prognostiziert. Wie haben Sie kalkuliert, damit diese Rendite zustande kommt?

Priermeier:  Dieser Ausschüttungsprognose liegt ein detaillierter Finanz- und Investitionsplan zugrunde, dessen wichtigsten Parameter vertraglich über Jahre sichergestellt sind. Vorteilhaft für die Ausschüttung ist, dass die Anlage von der Nord /LB als Fremdkapitalgeberin langfristig und zinsgünstig „durchfinanziert“ ist. Nachdem die Anlage seit Monaten in Betrieb ist, stehen die nötigen Investitionen bereits fest. Die Versorgung mit Rohstoffen ist ebenfalls über Jahre zu festen Preisen sichergestellt. Nahezu alle Investitions- und laufende Kosten stehen also fest. Auch die Ertragsseite ist über langjährige Gaslieferverträge fixiert. Der Finanz- und Investitionsplan sieht verschiedene Risikopuffer vor, welche die prognostizierten Ausschüttungen stabilisieren sollen. Die prognostizierte jährliche Ausschüttung von im Schnitt 11,4 Prozent ist damit durchaus vorsichtig und konservativ kalkuliert.


ECOreporter.de: Überdurchschnittlich hohe Renditeversprechen gelten als Risiko-Indikator. Ist die Beteiligung „Biogasanlage Dessau“ eine Ausnahme, oder brauchen Anleger besondere Risikobereitschaft?

Priermeier:  Nach unserer Überzeugung überwiegen hier die spezifischen Stärken des Projekts, welche die Biogasanlage Dessau auch aus vergleichbaren Projekten deutlich herausscheinen lassen. Die Anlage ist seit 2014 in Betrieb und wirft vom ersten Tag der Beteiligung operative Erlöse ab. Der Investor geht also kein Fertigstellungsrisiko ein. Es verbleiben in erster Linie drei Risiken. Erstens: Die Produktion könnte wegen technischer Schwierigkeiten nicht wie geplant aufrechterhalten werden. Dieses Risiko ist im Fall der Biogasanlage Dessau dahingehend gelöst, dass unser Projektpartner BayWa r.e. langfristig die technische und biologische Betriebsführung der Anlage sicherstellt.  Zweitens: Die Rohstoffversorgung könnte Probleme bereiten. Unsere Lösung:  Ein Rohstoffmanagementvertrag mit der BayWa stellt die Versorgung aller benötigten Rohstoffe für zehn Jahre sicher und garantiert über die folgenden fünf Jahre volle Preissicherheit für 80 Prozent der Mengen. Das dritte Risiko ist, dass der langfristige Abnehmer des produzierten Biogases, die BayWa r.e. Green Energy Products GmbH, den Zahlungsverpflichtungen aus den Gaslieferungen nicht mehr nachkommen könnte. Dieses Risiko schätzen wir aber als sehr gering ein, da die BayWa-Gruppe unseres Erachtens zu den renommiertesten und solventesten Adressen der Branche zählt. Wir laden Interessenten gerne ein, sich die Biogasanlage in Dessau persönlich mit uns anzusehen, um sich vor Ort ein Bild von deren Qualität zu verschaffen.

ECOreporter.de: Seit 2015 bieten Sie über die Plattform bürgerzins.de im Internet Schwarmfinanzierungen zu Erneuerbare-Energieprojekten an. Dem Vernehmen nach planen Sie dazu einige Neuerungen. Welche?

Priermeier:  Unsere Crowdfunding-Plattform entwickelt sich sehr gut. Wir sind derzeit in der finalen Phase, unser erstes Projekt – finanziert wird damit eine Absackanlage für Holzpellets – erfolgreich zu Ende zu bringen. Bislang hatten wir uns auf sogenannte „Crowdlending“-Projekte konzentriert, die dem Anleger eine feste Verzinsung bieten. Aufgrund der starken Nachfrage unserer Nutzer werden wir auf unserer Plattform künftig verstärkt sogenannte „Crowdinvesting“-Projekte anbieten. Diese bieten dem Anleger die Möglichkeit, sich ohne feste Verzinsung am Geschäftserfolg eines Unternehmens zu beteiligen. Crowdinvesting-Projekte sind in der Regel Start-Ups oder auch erfolgreiche mittelständische Unternehmen, die mit einer Geschäftsidee „durchstarten“ wollen und dafür Kapital benötigen. Auf bürgerzins konzentrieren wir uns immer auf Unternehmen aus ökologischen und nachhaltigen Branchen. Wer also derzeit auf dem Fernsehsender Vox abends die Gründershow „Die Höhle der Löwen“ ansieht, kann es diesen Löwen gleichtun und über bürgerzins direkt in Gründer und Start-ups investieren. Und das bei bürgerzins schon ab einer Anlagesumme von nur 100 Euro.


ECOreporter.de Wie laufen die Ökostromanlagen ihrer bisherigen Beteiligungen? Liegen sie bei der Energieerzeugung im Soll?


Priermeier:
  Wir sind mit der Entwicklung unserer Anlagen durchaus zufrieden. Die Ist-Produktionszahlen unserer Anlagen liegen absolut im Plan, was sich ja auch in unseren Geschäftszahlen niederschlägt. So konnten wir kürzlich im Bundesanzeiger wie geplant ein nahezu ausgeglichenes Jahresergebnis für 2014 veröffentlichen. Es zahlt sich aus, dass wir ein sowohl regional als auch hinsichtlich der energetischen Nutzung breit diversifiziertes Portfolio an Energieanlagen aufgebaut haben. Der Ausbau und die Optimierung unseres Energieanlagenportfolios laufen wie geplant. Renditestarke Anlagen werden weiterhin entwickelt und realisiert. Sowohl auf Projektebene als auch auf der Kapitalseite hat sich die Grüne Werte Energie GmbH etabliert.


ECOreporter.de: Haben die Anleger der bisherigen Kapitalanlagen die anvisierten Zinsen beziehungsweise Erträge aus den Investments  erhalten?

Priermeier:  Ja, wir sind allen Zahlungsverpflichtungen vollumfänglich und pünktlich nachgekommen. Das gilt nicht nur für die Geldanlagen der Grüne Werte Energie GmbH, sondern auch für Verpflichtungen welche die Biogasanlage Dessau betreffen. Bei der Biogasanlage Dessau bezieht sich dies auf die Zahlungen an Lieferanten, Geschäftspartnern und die Bank, denn diese Anlage wird ja erst im Zuge des Private Placements zu einer unserer Kapitalanlagen.


ECOreporter.de: Danke für das Gespräch, Herr Priermeier.

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