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Nachrichten 22.06.2011

„Direktinvestments in Windkraftprojekte werden lukrativ bleiben“ - Interview mit der Stahl & Schöller GmbH

Der Entwurf zur Neuregelung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sieht Einschnitte bei der Vergütung an Land erzeugten Windstrom vor. Lohnen sich da noch Investitionen in diesem Bereich? Welche Auswirkungen könnte die Gesetzesnovelle auf die Windkraft in Deutschland generell haben? Und wo gibt es noch Ausbaupotenziale für Onshore-Windkraft? Darüber sprach ECOreporter.de mit der Geschäftsführung Windkraftprojektierers Stahl und Schöller GmbH aus Reutlingen.

Die Geschäftsführung der Stahl und Schöller GmbH aus Reutlingen: Marcel Schoeller , Gunther Stahl und Willi Schoeller (von links). / Quelle Unternehmen.



Stahl und Schöller ist Aussteller und Sponsor der Messe Grünes Geld München am 9. Juli im Künstlerhaus am Lenbachplatz. Die für Besucher kostenlose Veranstaltung bietet Finanzprofis wie Privatanlegern einen Überblick über Trends, Entwicklungen und neue Geldanlageprodukte auf dem nachhaltigen Finanzmarkt im deutschsprachigen Euroraum. Mehr als 30 Aussteller werden sich und ihre Produkte vorstellen. Umrahmt wird die Messe von einem umfangreichen Vortragsprogramm zum Thema. Mehr dazu erfahren Sie hier.

ECOreporter.de: Was ist das Kerngeschäft der Stahl und Schöller GmbH?

Gunther Stahl: Stahl und Schöller bietet ein Gesamtpaket aus Entwicklung, Bau, Verkauf und Verwaltung von Onshore-Wind-energieanlagen an. Mit einem bundesweiten Marktanteil von ca. 3 Prozent hat sich Stahl und Schöller als Anbieter nachhaltiger Investitionen im Windenergiebereich etabliert.


ECOreporter.de: Die Novelle des EEG bringt neue Rahmenbedingungen für Windkraftprojekte in Deutschland. Was sind die für Ihr Geschäftsfeld wichtigsten Änderungen im EEG und wie konkret wirken diese sich auf aktuelle und kommende Beteiligungsangebote der Stahl & Schöller GmbH aus?


Willi Schöller:In der aktuellen Version des Gesetzentwurfes sehen wir zwei maßgebliche Punkte. Zum einen ist das die Steigerung der Degression (gesetzlich festgeschriebene jährliche Absenkung der Vergütung, etwa für Windstrom – die Red.) im Vergleich zur aktuellen Fassung des EEG. Zum anderen ist es das ersatzlose Streichen des Systemdienstleistungsbonus, kurz SDL. Dieser wird sich nach aktuellem Stand mit 0,49 Cent pro Kilowattstunde (KWh) negativ auf die gesetzliche Vergütung errichteter Anlagen in 2012 auswirken. Die Einschnitte durch die Novelle des EEG können jedoch durch den Bau von Anlagen mit höheren Nabenhöhen kompensiert werden. Jeder zusätzliche Meter Nabenhöhe führt zu einer Steigerung der Erträge der Windenergieanlage von durchschnittlich 0,7 Prozent. Eine weitere Ausgleichsmaßnahme ist die Steigerung der Effizienz einer Windenergieanlage. Alle Stahl-und-Schöller-Standorte werden umfassend auf Stärken und Schwächen untersucht (Due Diligence Prüfung). Sowohl rechtliche, wirtschaftliche und technische Aspekte werden überprüft, um sichere und nachhaltige Erträge erwirtschaften zu können.

ECOreporter.de: Wo sehen Sie im neuen EEG Verbesserungen gegenüber dem alten Gesetz? Wo besteht Nachbesserungsbedarf?

Marcel Schöller:Sicherlich kann man die Annäherung der EEG-Vergütung für Onshore-Windenergieanlagen an den tatsächlichen Marktpreis auch als Wettbewerbsvorteil sehen. Demnach wird es analog zum aktuellen EEG jedem Betreiber ermöglicht, die Vermarktung der produzierten Energie selbst zu bestimmen. Dies unterstreicht die Wirtschaftlichkeit einer Onshore-Windenergieanlage. Für Anlagen auf hoher See wird es diese Möglichkeit in naher Zukunft nicht geben. Dennoch wird die Windenergie an Land gegenüber der Offshore–Windenergie benachteiligt, obwohl auch hier noch ein enormes Potenzial besteht. Im Punkt Netzanschluss sehen wir beispielsweise Nachbesserungsbedarf. Im Offshore-Bereich wird der gesamte Kostenblock des Netzanschlusses von den Energieversorgern übernommen. Im Onshore-Bereich hingegen tragen diese Kosten die Entwickler beziehungsweise die Investoren.

ECOreporter.de: Speziell die Degression der Vergütung ist ein strittiger Punkt. Was ist von der Senkung der Degression im Gesetzentwurf von 2 auf 1,5 % per Anno im Gesetz zu halten?

G. Stahl:Die Senkung der Degression beschränkt sich lediglich auf den Gesetzesentwurf. Grundlage des Vergleichs sollte die Regelung der 1-prozentigen Degression gemäß der aktuell gültigen Fassung des EEG sein. Die Anhebung der Degression verschärft somit den Druck auf die Hersteller und Investoren, Projekte noch in diesem Jahr abzuschließen. Komplett auf die Degression zu verzichten würde auch die Planung von Windenergieanlagen über Jahresgrenzen hinweg vereinfachen.


ECOreporter.de: Bleiben Beteiligungsmöglichkeiten wie Ihre mit dem neuen EEG rentabel? Welche Chancen und Risiken beinhalten diese aktuell?

M. Schöller:Natürlich bleiben unsere Lösungen auch in den kommenden Jahren interessant. Bereits heute sind wir durch die Annäherung von Marktpreis und EEG-Vergütung im Onshore Bereich nicht mehr ausschließlich vom EEG abhängig. Durch die inflationsausgleichende Komponente auf Basis des EEG besteht die Möglichkeit, den erzeugten Strom im kalendermonatlichen Wechsel an Dritte zu veräußern. So kann der Strom auch zu höheren Preisen an der Strombörse EEX in Leipzig gehandelt oder direkt vermarktet werden. Wenn man vor diesem Hintergrund die aktuelle Strompreisentwicklung betrachtet, wird sich an der Rentabilität auch in Zukunft nichts negativ ändern. Ganz im Gegenteil – die Zukunft bietet hier enormes Entwicklungspotenzial.  


ECOreporter.de: Wie wird sich der deutsche Onshore-Windenergiemarkt in den kommenden drei bis fünf Jahren entwickeln und was wird ihn dabei maßgeblich beeinflussen?

W. Schöller:
Onshore-Projekte stellen das Fundament der zukünftigen Stromproduktion dar. Sie sind weiterhin von größter Bedeutung für den Ausbau der Erneuerbaren Energien und das Erreichen der Klimaziele. Laut einer aktuellen Studie des Fraunhofer Instituts könnten mit 2 Prozent der Fläche der Bundesrepublik Deutschland 60 Prozent des gesamten Strombedarfes mit Onshore-Windenergieanlagen gedeckt werden. Die Windenergie hat ihre Potenziale an Land noch lange nicht ausgeschöpft. Energie sollte dort produziert werden, wo sie verwendet wird – in der Nähe der Städte und Kommunen. Dies würde den kostspieligen Ausbau der Netze, um den im Norden produzierten Strom teuer in den Süden zu transportieren, teilweise erübrigen.


ECOreporter.de: Wo in Deutschland sehen Sie warum weiteres Ausbaupotenzial für Onshore-Windkraftprojekte?

M. Schöller:Vor allem die industriell sehr starken Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern bieten noch ein sehr großes Potenzial für die Errichtung neuer Anlagen. Selbst in unserer Region, der Schwäbischen Alb, wurden mit dem neuen Windatlas weitere potenzielle Standorte aufgezeigt, die interessante Perspektiven, nicht nur für die Investoren, sondern auch für die Gemeinden bieten.


ECOreporter.de: Mit dem neuen EEG soll die Förderung von Offshore-Windkraft in Deutschland verstärkt werden. Macht es deshalb Sinn, das Engagement auf diesen Geschäftszweig oder ins Ausland zu verlagern?


Stahl:Eine Kilowattstunde offshore produzierter Energie wird rund doppelt so hoch vergütet wie dieselbe Kilowattstunde an Land. Aus unserer Sicht ist die Offshore-Energie noch im Pioniersstadium. Die Branche hat auf hoher See mit enorm kostenintensiven, technischen Herausforderungen und Risiken zu kämpfen, die bis heute nicht bis ins Detail geklärt werden können. Ohne die vom EEG zugesagten erhöhten Abnahmepreise wäre kein wirtschaftlicher Betrieb der Anlagen möglich. An Land hingegen sind wir mit dem vom EEG zugesicherten Strompreis schon sehr nahe am Marktpreis. Ein monatlicher Wechsel aus dem EEG zur freien Vermarktung ist immer möglich. Deshalb sehen wir hier in den nächsten Jahren starke Entwicklungspotenziale. Das EEG sichert uns in diesem Falle nur die Abnahme. Höhere Marktpreise können die Investition jedoch noch lukrativer gestalten.


ECOreporter.de: Was würden Sie einem Anleger grundsätzlich raten, der sich dem Thema Erneuerbare Energie und speziell Windkraft nähern möchte?

M. Schöller:Eine Direktinvestition in die Windenergie bietet zwei entscheidende Vorteile: Erstens lassen sich mit der Windenergie sichere Einnahmen sowohl auf Grundlage des EEG als auch über eine Direktvermarktung der erzeugten Energie erzielen. Zusätzliche Sicherheiten werden durch weitreichende Prüfungen der Banken gegeben. Jedem Euro, den der Anleger investiert, folgen bei projektfinanzierten Windenergieanlagen durchschnittlich zwei Euro der Bank. Zweitens ist eine Investition in die Windenergie eine Sachinvestition in die Zukunft, die nicht nur dem Anleger mit durchschnittlich 7 Prozent Verzinsung pro Jahr zu Gute kommt, sondern auch der Umwelt. Sie ist die effizienteste Art der Energiegewinnung aus dem Bereich der Erneuerbaren.

ECOreporter.de: Was werden Sie auf der Messe Grünes Geld in München präsentieren? Was erwarten Sie von der Veranstaltung?


W. Schöller:Stahl und Schöller wird den Messebesuchern einen Einblick in die aktuellen Beteiligungen, die Rahmenbedingungen und Vorteile einer Direktinvestition in die Windenergie am Standort Deutschland geben.

Stahl:Mit dem Auftritt bei der Messe Grünes Geld 2011 in München möchte Stahl und Schöller die Besucher darauf aufmerksam machen wie einfach es ist, „mit der Natur Werte zu schaffen“ und damit einen Beitrag zu einer sauberen und zukunftsfähigen Umwelt zu leisten. Die Energiewende ist nicht nur beschlossen, sondern jeder kann sich daran aktiv beteiligen.

ECOreporter.de: Herzlichen Dank für das Gespräch!