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Direktbeteiligungen 23.10.2012

ECOanlagecheck: Wald:Energie II von Aeneas

Der Klimawandel muss gebremst werden – und Grund und Boden sind unzerstörbar und unvermehrbar: So lauten die zentralen Aussagen des Konzeptes für den Fonds Wald:Energie II. Konkret plant der Fonds, Boden zu erwerben und auf den Flächen vorrangig so genanntes „Energieholz“ anzupflanzen. Anleger können sich ab 2.500 Euro plus fünf Prozent Agio an dem Fonds beteiligen. Der ECOanlagecheck analysiert das Angebot.

Schnell wachsende Holzarten werden von dem Wald:Energie II bevorzugt angepflanzt. / Quelle: Unternehmen

 

Die Fondsgesellschaft heißt „Wald:Energie Fonds Nr. 2 GmbH & Co. KG“; Kurzbezeichnung: „Wald:Energie II“. Der Fonds will landwirtschaftlich nutzbare Böden erwerben, zu kleineren Teilen auch Wälder und Fluren. Laut Prospekt kann der Fonds in den Ländern der Europäischen Union (EU) und in allen Ländern, die als Beitrittskandidaten zur EU gehandelt werden, investieren.


Das Geschäftsfeld

Auf den gekauften Böden sollen schnell wachsende Baum- und Straucharten, so genanntes Feldholz, zur Energieerzeugung angebaut werden. Eine Feldholzplantage, auch Kurzumtriebsplantage genannt, soll in möglichst kurzer Zeit möglichst große Mengen Biomasse erzeugen. Voraussetzung dafür ist die Verwendung von Sorten mit einem überdurchschnittlich raschen Jugendwachstum. Die Zuwachsleistungen herkömmlicher Waldbäume werden laut Prospekt bei Feldholz deutlich übertroffen. Das Holz wird „geerntet“, d.h. abgeschnitten, und aus den Wurzelstöcken wachsen die Gehölze als neue Triebe nach, um dann später wieder geschnitten zu werden. Diese sogenannten Umtriebe oder Rotationen findet für die Erzeugung von Hackgut alle drei bis fünf Jahre statt, für die Erzeugung von Nutzholz in längeren Intervallen. Die Lebensdauer einer solchen Feldholzanlage wird mit etwa 24 Jahren angenommen. Der Pflegebedarf während des Betriebs in der Nutzungsphase gilt als gering. Eine Stickstoffdüngung ist laut Prospekt in der Regel nicht erforderlich.

Die geeigneten Sorten für die Feldholzplantagen sind laut Prospekt so genannte Lichtbaumarten mit hoher Früh- und Spätfrostwiderstandsfähigkeit sowie Konkurrenzverträglichkeit bei dichtem Wuchs. Nach der Ernte sollen die Arten schnell wieder ausschlagen, sie sollen wenig krankheitsanfällig sein und widerstandsfähig gegen Schadinsekten und Wildverbiss. Besonders geeignet, heißt es, seien Pappeln, Weiden und Robinien. Unter normalen Bedingungen liefern die Plantagen laut Prospekt bei Pappeln im Schnitt zwischen 6 bis 14 Tonnen Trockenmasse pro Hektar und Jahr; teilweise bis zu 25 Tonnen bei besonders guten Standorten. Für die Erzeugung von Hackschnitzeln liege der Erntezyklus in der Regel zwischen drei und fünf Jahren.

Das geerntete Holz ist als Hackgut verwendbar, als Brennholz, es kann verkokst werden (als Kohleersatz), es lässt sich in Treibstoff umwandeln. Aber es kann auch als Zellulose für die Papierherstellung dienen oder ist Stammholz oder für chemische Zwecke nutzbar.

Einen besonderen Anreiz bietet das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz):  Es bietet eine gestaffelte Grundvergütung beginnend bei 14, 6 Cent pro Kilowattstunde. Hinzu tritt der Erhöhungssatz von 2,5 Cent pro Kilowattstunde für Verwendung von Holz.


Kompetenzen in der Gesellschaft

Geschäftsführer der Wald:Energie Fonds Nr. 2 GmbH & Co. KG ist der Universitätsprofessor und Ökonom Dominique Demougin, Ph.D.. Fachleute für Energieholzplantagen und agrarisch nutzbare Böden sind die Beiratsmitglieder Dipl. Forsting. Ludwig Pertl, Dr. Ing. Volkhard Scholz sowie - die fallweise und länderspezifisch - Sonderfachleute aus dem wissenschaftlichen Umfeld.

Die generelle Standortauswahl in Abhängigkeit zur Lage der Absatzmärkte und den erforderlichen Transportkosten wird nach allgemeinen ökonomisch kaufmännischen Grundsätzen getroffen. Hierfür ist Prof. Demougin als Geschäftsführer zuständig.
Fachwissen im Bereich Energieholzplantage ist im Fachbeirat versammelt.
Dort ist mit Dr. Ing. Scholz ein Wissenschaftler tätig, der sich nach Fondsangaben seit Jahrzehnten theoretisch und praktisch mit Energieholz beschäftigt.
Darüber hinaus ist der Dipl. Forstingenieur Ludwig Pertl aus Kaufering im Fachbeirat. Er hat ein ganzheitliches Energiekonzept unter Einsatz von Kurzumtriebsplantagen für eine Gemeinde mit ca. 10.000 Einwohnern im Allgäu umgesetzt.
Der Jura-Professor und Energierechts-Experte Prof. Dr. Hans Peter Schwintowski, Berlin, unterstützt bei (energie)rechtlichen Fragen.

Bei den Kernentscheidungen des operativen Geschäfts, vor allem beim Erwerb von Ländereien und bei der Auswahl der Standorte, berät der Prof. Dr. sc. agr. Dr. h.c. Konrad Hagedorn, Berlin, den Fonds als externer Berater.


Fondsanbieterin

Anbieterin der Anteile des Fonds ist die Fondsgesellschaft selbst, die auch den Prospekt herausgibt. Die Wald:Energie Verwaltungs GmbH, Komplementärin und Geschäftsführerin der Fondsgesellschaft, ist eine 100prozentige Tochtergesellschaft der Aeneas AG aus Berlin. Die Aeneas AG und die Fondsgesellschaft haben dieselbe Geschäftsanschrift. Laut ihrer Internetseite hat die Aeneas AG die Geschäftsbereiche Boden, Bienen und Fische. Nach Auskunft des Fonds hat Aeneas die Bereiche Imkerei und Aquakultur bisher zwar konzipiert, will sie aber derzeit nicht verfolgen. Vorstand der Aeneas AG ist der Dipl.-Ing. Alexander Kremser. Die vier Aktionäre des 2007 gegründeten Unternehmens kommen nach Angaben des Fonds aus China, Thailand und Deutschland. Das Stammkapital liegt bei 55.000 Euro.

Die Fondsgesellschaft wird nach eigenen Angaben beraten vom Green Consulting Institut für alternative Energiekonzepte e.V. in Wiesbaden, dem neun Universitäten im In – und Ausland angeschlossen sind. Ihre Vorstände sind Prof. Dominique Demougin, Ph.D. (Vors.) und Dipl. Kfm. Wolf- Dieter Wehner. Prof. Demougin ist auch Geschäftsführer der Wald:Energie Verwaltungs GmbH.


Eigenkapitalhöhe und Platzierungsgarantie

Gesamtinvestitionsvolumen: bis zu 20 Millionen Euro
Eigenkapitalvolumen: bis zu 20 Millionen Euro (100 Prozent)
Platzierungsgarantie: Nein
Agio: bis zu 5 Prozent, bis zu1 Million Euro

Laut Prospekt soll es dem Geschäftsführer in begründeten Ausnahmefällen gestattet sein, zur Abwicklung eines Investments und zu dessen Finanzierung einen Zwischenkredit für die Ankaufsfinanzierung aufzunehmen.


Fondsnebenkosten

(in Prozent des Eigenkapitalvolumens ohne Agio)

Agio: 0 bis 5 Prozent
Eigenkapitalvermittlung ohne Agio: 10 Prozent
Konzeption und Prospekterstellung: 2 Prozent
Marketing: 1 Prozent
Sonstige Kosten: 2,45 Prozent
Gesamtweichkosten: 15,45 – 20,45 Prozent (abhängig von der Höhe des Agios)

Die Gesamtweichkostenquote liegt insbesondere dann, wenn kein Agio anfällt, angesichts eines reinen Eigenkapitalfonds noch im Rahmen. Erfolgsprämien für den Anbieter für den Fall, dass die Fondsgesellschaft besser abschneidet als geplant, sind nicht vorgesehen.


Laufende Kosten

Die laufenden gewinnunabhängigen Vergütungen auf Fondsebene betragen laut Prospekt bis 2019 rund 0,8 Prozent des Kommanditkapitals pro Jahr. Demnach müssen nach 2019 die Verträge und Vergütungen neu geregelt werden.

Die laufenden betrieblichen Aufwendungen für die Produktion des Holzes richten sich nach der Produktionsmenge des Holzes. Sie fallen nach Angaben des Fonds vornehmlich bei der Ernte an und beinhalten eine Rückstellung für die Rodung der Plantage am Ende der Nutzungsdauer.

In den ersten neun Monaten 2012 lagen die Aufwendungen nach Fondsangaben bei etwa 1.500,- Euro.

Laufzeit


Laufzeit: 26 Jahre (Prognosezeitraum), erstmaliges Kündigungsrecht nach 13 Jahren zum 31. Dezember 2025


Investitionen und Betriebskosten

Der Fonds soll  Flächen erwerben mit hinreichender Ackerzahl, guter Zuwegung und Befahrbarkeit im Winter bei der Holzernte. Generell soll der Fonds in der EU oder in Ländern, die der EU zukünftig beitreten könnten, tätig werden. Der Fonds plant, Ländereien, Wälder, Fluren und Energiewälder (Kurzumtriebs- und Feldholzplantagen) zu kaufen. Kurzumtriebsplantagen sind Plantagen zur Holzgewinnung aus Waldbäumen auf landwirtschaftlichen Grundstücken, die nicht Wald sind, somit nicht dem Nachhaltigkeitsgebot unterliegen, wenn die Rotationszeiten nicht länger als 20 Jahre sind.

Bislang hat der Fonds eine ca. 19 Hektar große Fläche in Schwarzheide in Brandenburg erworben.13 Hektar davon sind Mischwald, der überwiegend aus 45 bis 60 Jahren alten Laubbäumen und Koniferen besteht. 6 Hektar sind Ackerflächen. Die Ackerflächen sind mit Pappeln im Kurzumtrieb bepflanzt. Diese Pappeln wurden im Mai 2012 gepflanzt. Der Fonds hat die Pflanzung bezahlt. Die Pappeln sollen im Winter 2015 geerntet werden.

Den Preis für die 19 Hektar nennt der Fonds nicht. Die Fläche wurde aus Eigenmitteln gekauft, also aus Geld, das die Anleger in den Fonds einbezahlt haben.

Die Gesellschaft steht nach Angaben des Fonds aus Oktober 2012 vor dem Abschluss eines Investments in Lettland. Demnach sind die Kaufverhandlungen abgeschlossen,  die rechtlichen Voraussetzung geschaffen, ein Bodengutachten ist erstellt. Es handelt sich um 500 Hektar Land. Insgesamt wolle der Fonds 1000 Hektar in Lettland kaufen, heißt es.
Was der Hektar in Lettland kosten wird, veröffentlicht die Gesellschaft nicht. Ein Preis, der weit unter ihren Prospektannahmen liegt, erscheint aber als möglich. Das wäre für Fondsanleger erfreulich.

Der Prospekt kalkuliert mit einem Boden-Kaufpreis von zunächst 7.250 Euro pro Hektar incl. Erwerbsnebenkosten. Ab den Jahr 2011 wurde der Einkaufspreis mit anfänglich 3 Prozent und weiterer Zuschläge hochgerechnet, so dass sich laut Prospekt am Ende der Investitionszeit im Jahre 2020 ein Bodeneinkaufspreis von 10.127 Euro pro Hektar ergibt. Dieses Eingangspreisniveau liegt laut Prospekt etwa 1.000 Euro über dem Preis, der 2009 beispielsweise in Brandenburg gezahlt wurde.
 
In den baltischen Staaten liegen die Bodenpreise nach Fondsangaben wesentlich niedriger, so dass ein Mehrfaches an Boden für den für Deutschland kalkulierten  Preis angekauft werden kann. Die Gesamtmenge an Boden hängt vom eingeworbenen Eigenkapital ab. Eine Kreditaufnahme ist nur Zwischenfinanzierungen erlaubt.

Der Prospekt kalkuliert für die Anlage der Feldholzplantagen mit rund 2.250 Euro pro Hektar für die Pflanzung von 10.800 Stecklingen. In den baltischen Staaten dürfte der Preis bei gleicher Anzahl deutlich darunter liegen.


Einnahmen und Ausschüttungen

Der Fonds soll laut Prospektprognose ab 2015 Erlöse aus dem Holzverkauf erzielen. Zudem geht die Prognoserechnung davon aus, dass die Grundstücke des Fonds im Wert steigen werden. Die Kaufpreise für landwirtschaftliche Flächen in Ostdeutschland sind in den vergangenen Jahren teilweise erheblich gestiegen. In 2010 sind die Ackerflächen in Ostdeutschland nach Presseberichten beispielsweise um bis zu 21 Prozent geklettert, in Gesamtdeutschland in 2011 um 13 Prozent. Auch in den baltischen Staaten waren in den vergangenen Jahren erhebliche Wertzuwächse zu verzeichnen. Die Fondsgeschäftsführung rechnet auch zukünftig mit beachtlichen Wertsteigerungen. Laut Prognoserechnung kalkuliert sie mit einem Wertzuwachs bezogen auf das Eigenkapital von 180 Prozent über einen Zeitraum von 26 Jahren.

Nach der ersten Durchforstung des bisher erworbenen Landes, die für 2015 geplant ist, soll das „ausgeputzte“ Holz verkauft werden. Die Bewirtschaftung werde das Fondsbeiratsmitglied Ludwig Pertl, ein  Revierförster, ehrenamtlich übernehmen.

Der Fonds kalkuliert pro Hektar mit einem  Ertrag von etwa 10 Tonnen atro (atro = absolut trocken) jährlich. Handelsüblich ist ein Wassergehalt (WG) von etwa 20 Prozent, bzw 35 Prozent; bei Großfeueranlagen auch frisches Holz. Bis zu 19 Tonnen pro Hektar wären aber standortabhängig erzielbar, so der Fondsanbieter. Der Fonds kalkuliert mit einem Erlös von etwa 100 Euro pro Tonne atro; nach seinen Angaben liegt der heutige Preis aber schon bei 136 Euro pro Tonne WG 20, wobei dieser Wert für Holz mit 20 Prozent Wassergehalt gilt. Das bedeutet, dass bei einem Umtrieb von vier Jahren auf den Hektar vier Mal 10 Tonnen atro je 100,- Euro, also 4.000,- Euro insgesamt, erzielt werden könnten.

Bei dem Investment im Baltikum werden diese Preise für Holz am baltischen Markt nach Angaben des Fonds nicht erzielt. Dafür seien aber die Investitions- und laufenden Kosten wesentlich geringer, d.h. es kann dort wesentlich mehr Holz produziert werden für den Investitionsaufwand, der für Deutschland kalkuliert ist. Dadurch werde der Gesamterlös trotz des niedrigen Holzpreises größer sein als in Deutschland.


Ökologische Wirkung

Grundsätzlich sollen laut Prospekt die Energieholz-Baumarten eingesetzt werden, die dem Produktionsziel und dem Standort am besten angepasst sind. Besonders geeignet für den Anbau seien Pappeln, Weiden und Robinien.

Der Fonds weist im Prospekt darauf hin, dass Feldholzplantagen in größeren Dimensionen, wie sie der Fonds plant, die Landschaft stören und die Tier- und Pflanzenwelt, wenn sie nicht in eine Harmonie zur bestehenden Situation gebracht werden. Daher wolle der Fonds die Plantagen in das Landschaftsbild einfügen.
Für die Standortwahl würden Bodenqualität und -geeignetheit berücksichtigt und vornehmlich Böden ausgewählt, die sich auch für die Nutzung mit Feldfrüchten eigneten und nach Rodung und Rekultivierung wieder für andere agrarische Nutzungen zu Verfügung stehen.

Die Auswahl der Gehölze erfolge je nach Boden und lokalem sowie regionalem Klimas sowie der Ertragskraft.

Die Wechselwirkung zwischen Feldholzplantagen und Flächen für die Nahrungsmittelproduktion ist nach Fondsangaben gering. Feldholz ist vergleichsweise anspruchslos, wächst auf sogenannten Grenzböden und steht dort in Konkurrenz zu Maisplantagen für Biogas. Während jedoch die Maisnutzung den Boden verarmen lässt, verbessert ihn die Feldholznutzung durch Humusbildung und schafft oft erst die Möglichkeiten für eine spätere Nahrungsmittelproduktion.

In den baltischen Staaten ist die Feldholznutzung nach Fondsangaben eine Zwischennutzung. Brach liegendes Land wird so wieder dem Produktionsprozess zugeführt, verbessert diesen und steht in späteren Zeiten, wenn es dort wärmer geworden ist, durch den Klimawandel, für Nahrungsmittel zur Verfügung.

Durch die Verlagerung der Feldholzproduktion unter Ausschöpfung der Bodenreserven in den baltischen Flächenstaaten werden auch Holzreserven produziert, die mittelfristig zur Deckung der Holzlücke und der damit einher gehenden Übernutzung unserer Wälder entgegenwirken.

Laut der Studie „Energieholzproduktion in der Landwirtschaft) des NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) sind für Feldholzplantagen praktisch keine Herbizide, Fungizide, Pestizide und Dünger erforderlich. Die laufende Bodenbearbeitung unterbleibt. Auch die Artenvielfalt ist demnach bei Baumplantagen höher als in den Monokulturen der Landwirtschaft. Die Emissionen des klimaschädlichen Lachgases (N2O) sind im Vergleich zur herkömmlichen Ackernutzung wesentlich reduziert.
Feldholzplantagen binden Feinstaub, CO 2 und andere Klimakillergase, kühlen das lokale Klima im Sommer, verbessern die Grundwasserqualität und verbessern wesentlich die Bodenqualität durch Humusbildung.

Feldholzplantagen eignen sich nach Angaben des Fonds auch für Behandlung, Dekontamination, Reinigung von belasteten oder eutrophierten Sonderstandorten (ehemalige Deponien, kontaminierte Flussauen, Bergbaulagerstätten etc.) und können auch in feuchtem Gelände gut gedeihen. Naturschutzgebiete, aber auch nicht geschützte Magerrasen, Feuchtwiesen, Bachauen oder Brachflächen sowie Offenlandgebiete mit Wiesenbrütervorkommen wolle der Fonds nicht bepflanzen.

Beim Betrieb der Plantagen sollen die von den Umweltverbänden BUND und NABU aufgestellten Regeln für den Betrieb von Feldholzplantagen berücksichtigt werden.
Zunächst solle der Fonds selbst die Grundsätze überwachen. Dann wolle er den BUND und örtliche Umweltverbände zur Kontrolle einladen.


Risiko

Für den Fonds besteht keine Platzierungsgarantie. Seit dem Vertriebsstart im April 2011 hat der Fonds 1,4 Millionen Euro eingeworben (Stand: 15. September 2012).

An Funktionsträger sind keine Festgebühren zu zahlen. Alle Gebühren entstehen jeweils nur in Abhängigkeit zum eingeworbenen Kapital
Die Anleger, die der Fondsgesellschaft als Treugeber beitreten, können ihre Kommanditeinlage über acht Jahre in monatlichen Raten einzahlen. Bei Rateneinzahlung werden die fondsimmanenten Kosten aus den ersten 24 Raten der Zeichner bezahlt. Wenn viele Gesellschafter in Raten einzahlen und ihre Verpflichtungen nicht erfüllen, könnte das zu Liquiditätsproblemen führen. Nach Angaben der Gesellschaft haben die bisherigen Zeichner  jedoch ihre Beteiligungssumme voll oder in wenigen Raten eingezahlt.

Jeder Anleger kann - unabhängig von seiner Beteiligungsform - seine Gesellschafterrechte selbst ausüben, insbesondere sein Stimmrecht. Er kann, bei persönlicher Verhinderung, der Treuhänderin Weisung erteilen, wie abzustimmen ist. Nur dann, wenn keine Weisung erteilt wird, soll die Treuhänderin nach den Abstimmungsvorschlägen der Geschäftsführung abstimmen, auch, bei Beschlüssen zur Auflösung des Fonds und zur Umwandlung in eine Aktiengesellschaft.

Ob sich die Preise für Holz, auch Energieholz und für Biomasse weiter nach oben entwickeln, ist nicht sicher. Das gleiche gilt für die Bodenpreise. Auf der anderen Seite können sich die Kosten für die Bewirtschaftung erhöhen, auch durch Preissteigerungen im Logistikbereich. Der Fonds investiert in Deutschland, und er will auch in Litauen und Lettland investieren, also in Ländern, deren Währung an den Euro gebunden sind.


Stärken    
(Forst-)wissenschaftliche Kompetenz im Beirat
Investitionen in Boden
Holz-Investment in Europa   

Schwächen
Investitionsphase läuft noch, daher teilweise Blind Pool-Konzeption

Chancen
Steigende Nachfrage bei Energieholz, steigende Bodenwerte
    
Risiken
Mögliche Liquiditätsprobleme in den Anfangsjahren


Fazit:

Finanziell


Der Fonds soll vorrangig Ackerflächen kaufen und auf diesen Energiehölzer anpflanzen. Die Nachfrage nach Energieholz dürfte steigen. Wenn es dem Fonds gelingt, Boden zu günstigen Preisen einzukaufen, könnten sich Wertsteigerungen ergeben. Lassen sich die Prospektannahmen realisieren, ergeben sich hohe Erlöse aus der Verwertung der angepflanzten Hölzer.


Nachhaltigkeit

Grob gerechnet, kann Energieholz als nahezu klimaneutral gelten, da bei seiner Verbrennung die Menge CO2 frei wird, die die Pflanzen vorher gebunden haben. Feldholz hat zudem günstige CO 2 Vermeidungskosten, und gilt laut Studie gegenüber anderen Biomassearten als vom Wirkungsgrad effektiver. Je nach Fläche können die Feldholzplantagen ökologisch wertvoller sein als die Nutzung derselben Flächen als Ackerland.

Erst die reale künftige Auswahl der Flächen und ihre Bewirtschaftung wird zeigen, wie ökologisch die Energieholzplantagen sein werden und inwieweit das Problem Wettbewerb mit Nahrungsmittel-Anbauflächen gelöst wird. Wünschenswert wäre ein Fondsbeirat mit einer echten Kontroll- und Vetofunktion bei Nichtbeachtung ökologischer Grundsätze.


ECOreporter.de-Empfehlung

Investitionen in Feldholzplantagen, die wie bei diesem Fonds nach den Vorgaben des BUND und des NABU (Naturschutzbund Deutschland) durchgeführt werden, können zu den nachhaltigen Anlageformen gezählt werden. Chancen bietet der Fonds auch dadurch, dass er die Grundflächen erwirbt, auf denen das Feldholz angebaut wird: Aus steigenden Bodenpreisen kann sich für die Anleger ein Zusatzplus zum eigentlichen Geschäft des Fonds, der Herstellung von Energieholz, ergeben.

PerMausklick gelangen Sie einer PDF-Version dieser Analyse.


Basisdaten

Anbieterin, Prospektverantwortliche und Fondsgesellschaft (Emittentin): Wald:Energie Fonds Nr. 2 GmbH & Co. KG, Berlin
Komplementärin: Wald:Energie Verwaltungs GmbH, Berlin
Treuhänderin: Knischewski & Boßlet GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Berlin
Beteiligungsform: Direktkommanditist, Umwandlung in Treugeber möglich

Fondswährung: Euro
Gesamtinvestitionsvolumen: bis zu20 Millionen Euro
Eigenkapitalvolumen (ohne Agio): bis zu 20 Millionen Euro
Mindestzeichnungssumme: 10.000 Euro (Direktkommanditist), 2.500 Euro (Treugeber)
Agio: bis 5 Prozent
Laufzeit: 26 Jahre (Prognosezeitraum), erstmaliges Kündigungsrecht nach 13 Jahren zum 31. Dezember 2025

BaFin-Gestattung: Ja
Leistungsbilanz: Nein
IDW-Prospektprüfungsbericht: Nein
Mittelverwendungskontrolle: Durch die Treuhänderin
Sensitivitätsanalyse: Ja
Prospekthaftung:  6 Monate (Frist ist abgelaufen)
Haftsumme: 10 Prozent der Kommanditeinlage (Außenverhältnis), 100 Prozent (Innenverhältnis)

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