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Titelgeschichte 11.11.2009

Ein Windkraftprojektierer, eine Biolebensmittelproduzentin, ein US-Solarunternehmen - wie Analysten ausgesuchte Nachhaltigkeitsaktien bewerten

Viele nachhaltige Unternehmen haben jüngst Quartalszahlen veröffentlicht. Trotz schwacher Ergebnisse sehen Analysten bei einigen Aktien eine günstige Gelegenheit zum Einstieg oder raten zumindest, Anteile zu halten. ECOreporter.de stellt Bewertungen vor.

Windrad eines Projektes von PNE Wind: geht es auch für die Aktie aufwärts? / Quelle: Unternehmen


Durchaus enttäuscht zeigt sich etwa Nils Machemehl, Analyst der BHF Bank, von den Neunmonatszahlen des Windpark-Projektierers PNE Wind AG. Dessen Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) ist nach 8,0 Millionen Euro im ersten Halbjahr auf 5,1 Millionen Euro gefallen. Auf Jahressicht brach es sogar um 79 Prozent ein. Dennoch empfiehlt Machemehl, die Aktie zu kaufen. Er stuft lediglich die Bewertung von „Strong buy“ auf „Buy“ herab.


Zur Begründung verweist der Analyst darauf, dass der Grünstromprojektierer im Oktober begonnen hat, neue Windparks in Angriff zu nehmen. Das dies im 3. Quartal unterblieb, habe wesentlich zu den schwachen Zahlen geführt, die nun veröffentlicht worden sind. Schon das 4. Quartal werde deutlich positiver ausfallen, neben den neuen Projekten könne auch der Offshore-Windpark Borkum Riffgrund bis zum Jahresende bereits Geld in die Kassen von PNE Wind spülen.


Für das Gesamtjahr 2009 hat das Cuxhavener Unternehmen ein EBIT in der Bandbreite von fünf bis sieben Millionen Euro in Aussicht gestellt. Machemehl geht davon aus, dass sieben Millionen Euro erreicht werden. Allerdings lägen PNE Wind für die nahe Zukunft bislang nur wenige Genehmigungen für weitere deutsche Windparks vor. Das könne zu einem schwachen Ergebnis in 2010 führen. Daher reduziert er das Kursziel der Aktie von 3,0 auf 1,95 Euro. In Frankfurt gong das Papier gestern mit 1,7 Euro aus dem Handel. Auf Jahressicht hat es sich damit um fast 50 Prozent verteuert.


Trotz einer deutlichen Kurserholung in den letzten Tagen notierte der Anteilsschein der Hain Celestial Group dagegen noch rund acht Prozent unter dem Vorjahreskurs. In Frankfurt ging er gestern Abend mit 12,72 Euro aus dem Handel. Die Biolebensmittelproduzentin aus Melville im US-Bundesstaat New York hatte in der vergangenen Woche für das 1. Quartal 2010 einen Gewinnsprung gemeldet. Der Nettogewinn ist demnach im Vergleich zum Vorquartal um rund 18 Prozent auf 8,1 Millionen Dollar oder 20 Dollarcents je Aktie gewachsen. Hain Celestial bekräftigte die Prognose von einem Jahresgewinn je Aktie in Höhe von 1,19 bis 1,28 Dollar bei einem Umsatz von einer Milliarde Dollar.


Der US-Analyst Colin Guheen von Cowen & Co., geht davon aus, dass die Biolebensmittelproduzentin einen Jahresgewinn von 1,22 Dollar erreicht. Er lobt die Strategie des Unternehmens, auf starke Marken zu setzen und die Vertriebskanäle beständig auszubauen. Nach seiner Einschätzung wird sich die Aktie von Hain Celestial in den nächsten zwölf Monaten um 20 Prozent besser entwickeln als der Markt. Er bewertet sie als „Outperform“.


Skeptischer bewertet Cowen & Co., dagegen die ebenfalls US-amerikanische Energy Conversion Devices (ECD).Die Spezialistin für Aufdach-Solarlaminate hat für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2010 tiefrote Zahlen gemeldet (wirOpens external link in new windowberichteten). Guheens Kollege Robert W. Stone führt dies darauf zurück, dass die Kosteneinsparungen des Unternehmens aus Rochester Hills im Bundesstaat Michigan nicht ausreichen, den Preisverfall wettzumachen. Die Produktionskosten je Watt seien zuletzt um sechs Prozent gesunken, die Preise für ECD-Produkte dagegen im Schnitt um 13 Prozent. Erst wenn es gelinge, im Geschäftsbereich Solarprojektierung höhere Umsätze und damit Skaleneffekte zu erzielen, sei mit einer Trendwende zu rechnen. Trotz guter Prognosen für die langfristige Entwicklung des US-amerikanischen Solarmarktes sei diese so bald nicht zu erwarten.


Für das 2. Quartal 2010 rechnet Stone mit einem Umsatz auf Höhe des 1. Quartals. Seine Prognose für den Gewinn je Aktie kappt er von 340 Millionen auf 216 Millionen Dollar. 2009 war der Jahresumsatz noch von rund 256 Millionen auf rund 316 Millionen Dollar gewachsen. Für 2011 rechnet er mit einem Umsatzsprung auf 395 Millionen Dollar. Der Analyst rät, die Aktie zu halten und bewertet sie mit „Neutral“.


Energy Conversion Devices: ISIN US2926591098 / WKN 858643
Hain Celestial Group: ISIN US4052171000 / WKN 908170
PNE Wind AG: ISIN DE000A0JBPG2 / WKN A0JBPG

Bildhinweis: Energy Conversion Devices setzt auf Aufdach-Photovoltaikprojekte. / Quelle: Colexon

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