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Erneuerbare Energie 07.10.2013

Erneuerbare drücken Strombörsenpreis zeitweise ins Minus

Mehr als ein Drittel des gesamten deutschen Energiebedarfs wurden am 29. September 2013 über den gesamten Tag gerechnet allein durch Erneuerbare Energien gedeckt. Das berichtet Renewables International. Das Besondere an dieser Marke: Nicht Windkraft, sondern Solaranlagen lieferten den Löwenanteil dieses „grünen“ Stroms. Die Folge: An der Strombörse fiel der Preis in der Haupteinspeisezeit der Grünstromanlagen unter Null. Das bedeutet, dass einzelne herkömmliche Kraftwerke teilweise dafür bezahlen mussten, ihren Strom los zu werden. Das ist so, weil im Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) festgelegt ist, dass Strom aus regenerativen Quellen bei der Einspeisung ins Stromnetz Vorrang vor Atom, Kohle und Co. hat.


Konkret deckten Grünstromkraftwerke am 29. September 33,5 Prozent des gesamten Strombedarfs. Der Rekord in Deutschland lag mit 46 Prozent jedoch noch wesentlich höher.  Aufgestellt wurde diese Bestmarke am 31. Dezember 2012. Damals war Windkraft die tragende Säule dieses Rekords.


Solche starken Grünstrom-Phasen erhöhen paradoxerweise zugleich die EEG-Umlage über die die Allgemeinheit den Ausbau der Erneuerbaren finanziert. Denn der Preisverfall an der Strombörse wird nicht an die Endverbraucher weitergegeben. Viel mehr steigt die EEG-Umlage, je niedriger der Börsenstrompreis wird, weil sie immer die Differenz zwischen dem Börsenpreis und der im EEG festgeschriebenen Einspeisevergütung ausgleicht.   Denn die Betreiber, die ihren Grünstrom direkt an der Strombörse vermarkten, beziehen deshalb keine feste Einspeisevergütung.


Die EEG-Umlage ist zusätzlich in der Kritik, weil es zahlreiche Unternehmen gibt, die ganz oder Teilweise von der EEG-Umlage befreit sind. Ursprünglich sollte diese Ausnahmeregelung international agierende, stromintensive Industriekonzerne vor Wettbewerbsnachteilen schützen. Die mittlerweile abgewählte schwarz-gelbe Bundesregierung hatte diese Ausnahmen jedoch 2012 stark ausgedehnt.