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Finanzdienstleister 17.12.2009

Ethische Bankgeschäfte als Erfolgsmodell – EthikBank rechnet mit weiter starkem Wachstum

Von wegen Einmaleffekt: Auch nach dem Abflauen der Finanzkrise florieren die Geschäfte alternativer Banken. Ein Beispiel dafür ist die thüringische Direktbank EthikBank.

Sylke Schröder / Quelle: EthikBank

 

Das Tochterunternehmen der Volksbank Eisenberg verzeichnet seit Jahren einen steten Kundenzuwachs. Wie Vorstand Sylke Schröder berichtet, ist deren Anzahl von 6.650 in 2007 bis zum November des laufenden Jahres auf rund 9.000 angestiegen. Noch stärker legte die EthikBank bei der Bilanzsumme zu. Ohne das 2008 gestartete Kreditgeschäft kletterte sie von 65 Millionen Euro in 2007 bis zum November 2009 auf 85 Millionen Euro. Die Summe der vergebenen Kredite verdoppelte sich von zwei Millionen in 2008 auf rund vier Millionen Euro.


Schröder sieht die Finanzkrise keineswegs als Auslöser dieser erfolgreichen Entwicklung. Sie verstärke lediglich den Trend, dass sich immer mehr Kunden frustriert von den herkömmlichen Banken abwenden und Verantwortung dafür übernehmen, was mit ihrem Geld passiert. „Das Thema ‚ethisches Banking’ wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen“, ist sich die Vorständin sicher. Es vollziehe sich ein grundlegender Bewusstseinswandel – nicht bei allen, aber bei einem immer größeren Teil der Bevölkerung.


Die EthikBank hat vor rund sieben Jahren ihren Betrieb aufgenommen. Sie fungiert als Direktbank, betreut also ihre Kunden überwiegend über Telefon und Internet. Ein Filialbetrieb existiert nicht und ist laut Schröder auch nicht geplant. Auch so sei ein enger Austausch mit den Kunden möglich, die vorwiegend aus Deutschland, seit 2006 aber auch aus Österreich stammen. So ermuntere die Bank die Kunden etwa, die Bank darauf hinzuweisen, wenn ein bislang als nachhaltig und damit „investierbar“ eingestuftes Aktienunternehmen negativ auffalle. „Wir reagieren auf solche Hinweise, fordern die Kunden auf, ihre Kompetent einzubringen“, so Schröder.


Wie die Bankmanagerin ausführt, wendet die EthikBank sowohl bei den eigenen Anlagen als auch bei der Kreditvergabe nachhaltige Kriterien an. Bei der Geldanlage kommen nach Ihren Ausführungen zum einen Negativkriterien wie Rüstung/Militärgüter, Atomkraft oder Kinderarbeit zum Tragen. Zum anderen erfolge die Auswahl der Investments mit Hilfe von Positivkriterien. Wenn etwa für die Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie nicht eine unterrangige Abteilung zuständig ist, sondern der Vorstand selbst, wenn beim Ressourcenverbrauch eine positive Entwicklung zu verzeichnen ist oder wenn vorbeugende Maßnahmen für die Bekämpfung von Korruption eingeführt sind, erfüllt eine Gesellschaft einige unserer Kriterien“, erklärt Schröder. Das Research auf Basis der festgelegten Kriterien werde von der Hannoveraner Ratingagentur imug Research eingekauft. Bei Staatsanleihen greife man auf das Nachhaltigkeitsresearch für Staaten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) zurück.
Nicht nur über die eingesetzten Anlagekriterien informiert die EthikBank für jedermann verfügbar im Internet. Auf Ihrer Homepage veröffentlicht sie auch das Portfolio ihrer Wertpapieranlagen, mit Wertkennziffer und Nominalwert.

Ihren Kunden bietet die Bank an, in Tages- oder Festgeld zu investieren, weitere Anlageangebote sind ein Sparbrief, Riester- und Banksparpläne. „Ferner können Kunden bei uns in Nachhaltigkeitsfonds der Bank Sarasin anlegen“, führt Schröder aus.Wer in Mikrofinanz investieren wolle, werde an die Kölner Pax-Bank vermittelt. Eine Kooperation mit der Kirchenbank sehe vor, dass die EthikBank den Kontakt zu Interessenten für deren Pax-Mikrofinanzanleihe Serie 3 herstellt und dafür konfessionslose Anleger an die Thüringer verweist.


Wie die Bankmanagerin erläutert, haben Neukunden der EthikBank früher meist zunächst das Tagesgeld-Angebot genutzt, um so sozusagen die Arbeit der Bank erst einmal kennen zu lernen. Seit diesem Jahr habe sich dies gewandelt. „Seit Januar eröffnen viele Neukunden gleich ein Girokonto, übergeben uns damit die Funktion ihrer Hausbank“, stellt Schröder fest. Sie erhielten dann eine deutschlandweit einsetzbare EC-Karte und auf Wunsch eine Kreditkarte. Ferner biete das Geldinstitut ein Geschäftskonto an, das derzeit vor allem von Stiftungen, gemeinnützigen Organisationen und Kleinunternehmen genutzt werde. Abgesichert seien die Kundeneinlagen über die Sicherungseinrichtung der Volks- und Raiffeisenbanken.


Eine Besonderheit ist das so genannte ‚Mikrokonto’ der EthikBank. Laut Schröder handelt es sich dabei die „abgespeckte Version eines Girokontos“, die für Privatschuldner in Frage komme. Wer Privatinsolvenz angemeldet habe, verfüge in der Regel nicht mehr über ein Girokonto. Dazu biete ihre Bank mit dem Mikrokonto eine Alternative. Voraussetzung sei, dass der Kunde seine Privatinsolvenz angemeldet habe und die Zustimmung des Insolvenzverwalters vorliege. Und natürlich werde von dem Kontoinhaber dann eine „ordentliche Kontoführung“ verlangt. Seit der Einführung im Mai 2005 haben nach Angaben von Schröder 1.300 Kunden dieses Angebot genutzt.


Die soziale Ausrichtung der Tochter der Volksbank Eisenberg zeigt sich auch an ihren Förderkrediten. „Wir fördern je ein Frauen-, Ethik- und Umweltprojekt; diese Projekte unterstützen wir aus eigenen Mitteln“, so Schröder. Auch Kunden können sich nach ihren Angaben daran beteiligen und einen Teil ihrer Zinsen dafür spenden. Ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer kontrolliere regelmäßig, ob diese Kundenspenden zu 100 Prozent an die Patenprojekte weitergegeben werden. Derzeit fördert die Bank den Ausbau eines Waisenhauses im bulgarischen Plovdiv, ein Frauen-Projekt für Mädchenschulen in Afghanistan und den Schutz von Robben im Baikalsee. Auch über diese Projekte informiert das Finanzinstitut auf seinerOpens external link in new windowHomepage.


Dort berichtet die EthikBank zudem, wofür sie die ÖkoKredite einsetzt, die sie vergibt. Hierbei handelt es sich um ein Angebot für Privatkunden, die Kreditsumme kann 3.000 bis maximal 40.000 Euro betragen. Finanziert werden der umweltschonende Um- und Ausbau an bereits bestehenden Wohnhäusern sowie sonstige ökologische Projekte, die keine Baumaßnahmen sind. Wie den Angaben auf der Homepage zu entnehmen ist, entfällt der Löwenanteil der ÖkoKredite bislang auf Investitionen in Erneuerbare Energie. Daneben wird der ÖkoBaukredit von der EthikBank zur Baufinanzierung zur Verfügung gestellt. Auf Wunsch können bei dieser ökologischen Baufinanzierung KfW-Förderdarlehen eingebunden werden. Die Kreditsumme reicht von 40.000 bis maximal 400.000 Euro. Den Verkauf des Kreditvertrages an spekulative Investoren schließt die Bank bei beiden Produkten aus.


Bildhinweis: Mikrofinanzkunden wie dieser Instrumentenbauer aus der Mongolei profitieren von Investments in Mikrokredite. / Quelle: Dexia

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